Wie lange wachsen Hunde? Alles zum Hundewachstum

Sie haben einen Welpen und wollen wissen, wann dieser ausgewachsen ist? Wie lange Hunde wachsen und wie Sie ein gesundes Wachstum beim Hund unterstützen können, erfahren Sie in diesem Artikel. 

Die Wachstumsdauer bei Hunden

Wie lange es dauert, bis ein Hund ausgewachsen ist hängt in erster Linie von der Rasse ab. Während große Hunderassen häufig erst mit 1 bis 1,5 Jahren ausgewachsen sind, dauert die Wachstumsphase bei kleinen Hunderassen etwa 8 Monate an. Bei besonders großen Hunden, wie etwa dem Cane Corso ist das Wachstum sogar erst mit 2 Jahren abgeschlossen. 

In den ersten Lebenswochen bauen Welpen viel Muskelmasse auf. Der Bewegungsapparat ist zu diesem Zeitpunkt allerdings noch fragil, so dass es bei einer Fehlbelastung zu dauerhaften Schäden kommen kann.

Um ein gesundes Wachstum zu fördern sollten Sie es bei gemeinsamen Spaziergängen langsam angehen lassen. Holen Sie sich grünes Licht von Ihrem Tierarzt, bevor Sie mit körperlich anstrengenden Aktivitäten wie Fahrradfahren, Agility, Bikejöring oder anderen Hundesportarten starten.

Auch die Ernährung spielt während der Wachstumsphase eine wesentliche Rolle. Welpen benötigen ein spezielles Futter mit ausreichend Energie.

Fehler bei der Fütterung können zu einer unerwünschten Beschleunigung des Wachstumsprozesses führen.

Damit Ihre Fellnase nicht zu schnell wächst sollten Sie sich bezüglich der Futtermenge an den Herstellerangaben orientieren. Zusätzliche Sicherheit bietet ein Beratungstermin beim Tierarzt oder einem Ernährungsexperten. Dort erhält Ihr Liebling einen individuell angepassten Ernährungsplan für die Wachstumsphase. 

Die Wachstumsphasen beim Hund

Obwohl das Wachstum beim Hund unterschiedlich lange dauert, durchleben alle Welpen dieselben Wachstumsphasen.

In der Tiermedizin differenziert man zwischen 7 Stadien: 

Neonatale Phase

Woche 1 bis 2: Der Geruchsinn ist zu diesem Zeitpunkt bereits gut entwickelt. Sowohl die äußeren Gehörgänge als auch die Augen und äußeren Gehörgänge bleiben jedoch noch verschlossen. Um die nährenden Zitzen des Muttertiers zu finden, verlassen sich die Welpen auf ihre Nase. Der Tagesablauf besteht zum überwiegenden Teil aus trinken und schlafen. Die Welpen benötigen Wärmezufuhr von aussen, da Sie nicht dazu in der Lage sind, ihre Körpertemperatur eigenständig aufrechtzuerhalten. 

Übergangsphase

Woche 3: Ab der dritten Wochen öffnen sich allmählich die Augen. Auch das Gehör ist nicht weiter erschlossen. Die Welpen können folglich deutlich mehr von ihrer Umwelt wahrnehmen, als dies in den ersten beiden Lebenswochen der Fall ist. Da sich die ersten kleinen Zähnchen entwickeln kann das Säugen etwas unangenehm für das Muttertier werden. 

Prägungsphase

Woche 4 bis 7: Die kleinen Vierbeiner werden zusehends aktiver und erkunden ihre Umgebung. Die ersten Charaktermerkmale sind während dieser Phase zu erahnen. Der ständige Kontakt zum Muttertier und den Geschwistern ist in der Prägungsphase ebenso wichtig, wie der Kontakt zu Menschen. 

Sozialisierungsphase

Woche 8 bis 12:  Die Sozialisierungsphase ist extrem wichtig. In der Zeit zwischen der 8. und 12. Woche werden die Weichen für ein glückliches, Hundeleben gelegt. Es ist daher wichtig, dass Ihr Vierbeiner positiv und behutsam mit seiner Umwelt vertraut gemacht wird. Das Erkunden und entdecken stärkt das Selbstbewusstsein und beugt Problemen – wie etwa Aggressionen gegenüber Artgenossen – im späteren Leben vor. 

Die Rang- und Rudelordnungsphase

Monat 3 bis 6: Nach dem Einzug in die neue Familie benötigen Welpen ausreichend Zeit, um sich an die ungewohnte Situation zu gewöhnen und sich einzuleben. Auch wenn die tollpatschigen Fellnasen unfassbar niedlich sind, sollten Sie die Erziehung nicht vernachlässigen. Indem Sie Ihrem Hund seine Grenzen aufzeigen, kann sich dieser besser in sein Rudel einfügen und „ankommen“.

Die Pubertätsphase

Monat 7 bis 12: Mit eintritt in die Pubertät ist die Wachstumsphase bei kleinen Hunderassen bereits abgeschlossen. Hündinnen durchleben ihre erste Läufigkeit. Rüden verhalten sich nicht selten wie absolute Machos und interessieren sich verstärkt für das andere Geschlecht. Zudem sollten Sie sich auf Rückschläge beim Training gefasst machen. Geduld, liebevolle Konsequenz und nützliche Ratschläge sind in dieser Zeit Gold wert. Bei Schwierigkeiten empfiehlt es sich frühstmöglich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

Die Reifephase

Monat 12 bis 30: Die Reifephase stellt den Übergang vom Junghund zum erwachsenen Hund dar. Selbst große Hunde sind zu dieser Zeit ausgewachsen. Auch wenn die Grundkommandos in der Regel schon sitzen, kann Ihr Liebling immer noch etwas dazulernen. Um dem Vierbeiner den letzten Feinschliff zu verpassen und die Bindung zwischen Hund und Halter zu festigen sollte man viel Zeit mit seinem Liebling verbringen. 

Wie erkenne ich, ob mein Hund noch wächst?

Um herauszufinden, ob Ihr Hund noch wächst oder ob das Wachstum bereits abgeschlossen ist, können Sie Röntgenbilder anfertigen lassen.

Anhand der Wachstumsfugen lässt sich beurteilen, ob Ihr Vierbeiner seine Endgröße erreicht hat oder ob dieser noch wachsen wird.

Da eine entsprechende Untersuchung relativ kostenintensiv ist, empfehlen wir Ihnen, diese nur dann durchführen zu lassen, wenn es wirklich notwendig ist.

Kann ich die Endgröße von meinem Hund berechnen?

Um auszurechnen, wie groß Ihr Hund wird, wenn er mal ausgewachsen ist, können Sie sich an folgender Faustregel orientieren. Messen Sie Ihren Welpen, wenn Sie ihn mit 8 Wochen vom Züchter abholen.

Bei einer Schulterhöhe von 20 bis 30 Zentimetern ist davon auszugehen, dass Ihr Liebling mindestens doppelt so hoch wird.

Sollte Ihre Fellnase zu diesem Zeitpunkt bereits höher als 30 Zentimeter sein, wird die Endhöhe im Erwachsenenalter bei mindestens 50 Zentimetern und mehr liegen.

Hunde, die mit 8 Wochen unter der 20 Zentimeter Marke liegen werden in der Regel nicht höher als 40 Zentimeter

Die Fütterung während des Wachstums 

Damit Ihr Hund nicht zu schnell wächst und sich das Skelett bestmöglich entwickeln kann, müssen Sie folgende Aspekte beachten. 

Futtermenge 

Wer sich bei der Fütterung seines Lieblings blind auf die Herstellerangaben verlässt, läuft Gefahr etwas falsch zu machen. Bei der Portionierung kommt es nicht nur auf das Alter- sondern auch auf das Geschlecht, die Rasse sowie die Bewegung an.

Ein zu schnelles Wachstum lässt sich am besten verhindern, indem Sie die Futtermenge abwiegen.

Leckerlis, die Ihr Vierbeiner beim Training bekommen hat, sollten dabei unbedingt berücksichtigt werden.

Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, etwas weniger zu füttern und die Menge dann bei Bedarf nach oben hin anzupassen. 

Mangel- und Überversorgung vermeiden 

Damit Ihr Hund genau die Nährstoffe bekommt, die er für ein gesundes Wachstum benötigt, raten wir Ihnen ausschließlich Welpenfutter zu verfüttern.

So müssen Sie Ihrem Liebling keine Nahrungsergänzungsmittel unter das Futter mischen und können guten Gewissens davon ausgehen, dass Ihr Welpe gut versorgt ist.

Für Hundeeltern, die Ihren Vierbeiner Barfen möchten gibt es eine Menge Informationen im Internet. Hundertprozentige Sicherheit bietet jedoch nur ein Ernährungsberater für Hunde. 

Calcium als wichtigster Baustein 

Während des Wachstums spielt Calcium eine wesentliche Rolle. Zu viel Calcium im Futter kann zu Verdickungen von Knochen und Knorpeln und damit einhergehenden Problemen führen.

Schlimmstenfalls entwickelt sich eine Osteochondrose. Dabei wird das überschüssige Gewebe nicht mehr richtig versorgt und zerfällt.

Bei Hunden, die älter als 5 Monate sind, wird die Calciumaufnahme reguliert. Davor nimmt der Körper alles an Calcium auf, was ihm zugeführt wird. 

Bewegung während des Wachstums 

Auch bezüglich der Bewegung gilt es einige Dinge zu beachten. Folgende Regeln sind besonders wichtig: 

  • Viele kurze Spaziergänge sind besser als längere Wanderungen 
  • Bei starkem Hecheln, ständigem Absetzen und anderen Müdigkeitserscheinungen sollten Sie den Spaziergang abbrechen. 
  • Stoppen Sie das Spiel mit Ihrem Hund, wenn Sie das Gefühl haben, dass dieser genug hat. Speziell junge Hunde strotzen vor Energie und finden kein Ende. 
  • Treppen stellen eine unnötige Belastung dar. Tragen Sie Ihren Liebling solange es geht und sperren Sie die Treppen in Ihrem Haushalt mit einem Hundegitter ab. 
  • Stop and Go Bewegungen – wie etwa beim Frisbeespielen mit Hund – belasten die Gelenke extrem. 
  • Um Ihren Liebling ins- und aus dem Auto herauszubekommen ist eine Hunderampe ideal. Das Springen aus dem Kofferraum sollte unbedingt untersagt werden. 
  • Halten Sie die Spaziergänge an der Leine bis zum 4. Lebensmonat unter 15 Minuten. Junghunde zwischen 4 und 8 Monaten dürfen bis zu 30 Minuten lang an der Leine gassigehen. 

Quellen und weiterführende Informationen: 947051 – pixabay.com

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