Was ist ein Schutzhund?

Was genau ist eigentlich ein Schutzhund? Schutzhunde gehören zu den Spezialeinheiten der Hundewelt. Welche Aufgaben ein Schutzhund hat, wie die Ausbildung aussieht und wo Schutzhunde zum Einsatz kommen verraten wir Ihnen in diesem Artikel.  

Welche Aufgaben hat ein Schutzhund?

Die Aufgaben eines Schutzhundes sind vielfältig und können individuell verschieden sein. In der Regel werden die Hunde aber auf diese Aufgaben vorbereitet.

  • Das Beschützen gefährdeter Personen und deren Familie
  • Stellen von Angreifern und/oder Einbrechern
  • Bewachen von Gegenständen und Immobilien
  • Eigenständiges Handeln im Rahmen einer Bedrohungssituation
  • Ein Schutzhund darf keine Leckerlies von Unbekannten annehmen

Die Schutzhund-Ausbildung

Die Ausbildung zum Schutzhund hat es in sich. Bei der Abschlussprüfung müssen die Vierbeiner aufs Wort parieren und eigenständig arbeiten.

Eine der Aufgaben ist, es eine Fährte von mindestens 400 Schritten länge zu verfolgen und dabei mehrere Gegenstände aufzustöbern.

Außerdem müssen Leistungen im Bereich der Unterordnung, Leinenführigkeit, Distanzkontrolle sowie der Apportierarbeit erbracht werden.

Darüber hinaus wird die Schussfestigkeit geprüft und ein tatsächliches Schutzdienstszenario durchgespielt. Dabei muss der Schutzhund an der Seite seines Halters einen „Bösen Buben“ stellen, verfolgen und sich dessen Angriff entgegenstellen.

Wichtig: Es gibt einige Unterschiede zwischen der Prüfung/Ausbildung zum Diensthund (als solche werden Schutzhunde bei der Polizei sowie im Sicherheitsdienst bezeichnet) und zur Prüfung beim Schutzhundesport.

Ist mein Hund als Schutzhund geeignet?

Nicht jeder Hund ist für das schwere Training während der Schutzhund Ausbildung geeignet. Welche Voraussetzungen ein Schutzhund mitbringen sollte haben wir unten für Sie zusammengefasst.

  • Selbstsicherheit: Schreckhafte und/oder unsichere Vierbeiner sind für den Schutzdienst ungeeignet. Schutzhunde müssen auch in stressigen Situationen die Nerven bewahren und auf Befehle hören.
  • Mannschärfe: Für den Einsatz bei den Behörden werden in der Regel Hunde verwendet, die von Natur aus über eine gewisse Mannschärfe verfügen. Darunter ist das Aggressionspotenzial zu verstehen, dass ein Hund gegenüber einem Menschen im Ernstfall haben kann.
  • Ausgeglichenheit: Ein Schutzhund sollte dazu in der Lage von einer Sekunde auf die andere umzuschalten. Auf Ablenkungen wie Schussgeräusche, Laute Rufe oder ähnliche Reize darf keine Reaktion stattfinden.

Tipp: Hier finden Sie weitere Informationen über den Beschützerinstinkt beim Hund.

Welche Hunderassen sind als Schutzhunde geeignet?

Auch wenn es beim reinen Schutzhund-Sport keine Einschränkungen hinsichtlich der Rasse oder der Größe gibt, werden in erster Linie folgende Hunderassen als Schutzhunde eingesetzt:

  • Malinois
  • Rottweiler
  • Dobermann
  • Deutscher Schäferhund
  • Hovawart
  • Boxer

Schutzhunde damals und heute

Bereits die ersten Hunde die an der Seite von Menschen lebten erfüllten unter anderem eine Schutzfunktion.

So wurden schon im frühen Mittelalter Hunde mit einem stark ausgeprägten Schutztrieb selektiert und zur gezielten Weiterzucht verwendet.

Später machte man sich Schutzhunde im Diensthundebereich zunutze. Dort setzt man entsprechend trainierte Vierbeiner bis heute ein.

Auch im privaten Sektor besteht eine gewisse Nachfrage nach Schutzhunden. Insbesondere prominente sowie hochrangige Geschäftsleute schaffen sich aus Sicherheitsgründen einen Schutzhund an.

Der Schutzhundesport erfreut sich immer größerer Beliebtheit und weist große parallelen zur Diensthundeausbildung auf. Allerdings steht hier eher der sportliche Wettkampffaktor im Fokus. Schutzhundekurse werden von jeder größeren Hundeschule sowie von Hundesportvereinen angeboten.

Quellen und weiterführende Informationen

Bilder: Pixabay/fantareis

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