Trennungsangst beim Hund: Ursachen und Maßnahmen

Hund mit Trennungsangst steht am Fenster

Ihr Hund hat Trennungsangst? Woran Sie Trennungsangst beim Hund erkennen können, warum manche Hunde Probleme mit dem Alleinsein haben und was Sie tun können, um Ihrem Liebling zu helfen erfahren Sie im folgenden Artikel.

Trennungsangst beim Hund – Was ist das eigentlich?

Hunde mit Trennungsangst beziehungsweise Trennungsstress leiden sehr, wenn sie von ihrem Halter zuhaue zurückgelassen werden.

Die betroffenen Vierbeiner sind massiv gestresst und fühlen sich ohne ihre Bezugsperson(en) äußerst unwohl.

Obwohl die meisten Vierbeiner sehr gut allein zurechtkommen, ist Trennungsangst bei Hunden ein weit verbreitetes Problem.

Besonders als Bewohner einer Mietwohnung stellt das Winseln, bellen und Jaulen ein großes Problem dar.

Dieser Zustand tritt entweder unmittelbar nach dem Verlassen der Wohnung oder kurze Zeit später ein. Er hält so lange an, bis der Halter wieder zurückkehrt.

Warum haben manche Hunde Trennungsangst?

Für die Verlustangst einiger Vierbeiner gibt es eine durchaus nachvollziehbare Erklärung.

Hunde sind Rudeltiere, die von Natur aus dazu neigen, sich zu Sozialverbänden zusammenzuschließen.

Wölfe leben in Rudeln, da die Gemeinschaft Schutz und Sicherheit bietet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass insbesondere unsichere/ängstliche Hunde zu Trennungsangst neigen.

Das das Bedürfnis nach Nähe Hunden im Blut liegt, lässt sich bereits in den ersten Lebenswochen erkennen. So dauert es meist nicht lange, bis die Welpen anfangen zu winseln, wenn sich das das Muttertier von den Welpen, entfernt. Meist endet das Konzert so schnell, wie es begonnen hat, sowie die Familie wieder vereint ist.

Symptome für Trennungsstress beim Hund

Wenn Sie regelmäßig von Ihren Nachbarn darauf angesprochen werden, dass Ihr Hund während Ihrer Abwesenheit viel bellt oder heult, liegt der Verdacht nahe, dass dieser große Probleme mit  dem allein sein hat.

Die wichtigsten Indizien für Trennungsstress haben wir im nächsten Abschnitt  für Sie aufgelistet:[1]

  • Fiepen, Jaulen, Bellen und/oder Winseln
  • zerstörte/angeknabberte Möbelstücke
  • zerkratzte Türen
  • Durchfall
  • Urinflecken auf dem Boden
  • Nervöses Hin- und Herlaufen
  • Appetitlosigkeit
  • Sabbern

Trennungsangst oder Langeweile?

Einige Hundebesitzer verwechseln Trennungsangst mit Langeweile und versuchen Ihren Liebling mit Kauspielzeugen oder ähnlichen Dingen zu beschäftigen.

Während sich Langeweile relativ leicht in den Griff bekommen lässt, helfen entsprechende Maßnahmen bei Hunden mit Trennungsstress gar nicht oder nur kurzfristig.

Um herauszufinden, ob Ihr Vierbeiner nur mehr Entertainment benötigt, sollten Sie diesen vor dem Verlassen der Wohnung auslasten.

Machen Sie einen längeren Spaziergang, Toben Sie mit Ihrem Liebling oder fordern Sie diesen mit einem Intelligenzspielzeug heraus.

Wenn sich Ihr Hund anschließend aufs Sofa legt und Ihre Abwesenheit, für ein verlängertes Mittagsschläfchen nutzt, hat sich das Problem gelöst.

Sollte Ihre Fellnase allerdings trotzdem bellen oder die Einrichtung auseinandernehmen, spricht dies eindeutig für Verlustängste.

Trennungsangst beim Hund vorbeugen

Wenn man als Hundehalter dazu gezwungen ist, seinen Tagesablauf rund um den geliebten Vierbeiner zu planen, kann dies auf Dauer ziemlich zermürbend sein.

Damit Sie Ihren Liebling auch mal alleine lassen können, ohne ein schlechtes Gewissen- oder Angst um Ihre Einrichtung haben zu müssen, ist es ratsam bereits im Welpenalter mit dem Training zu beginnen.

Tipp: Hier verraten wir Ihnen, wie Sie Ihrem Hund das alleine bleiben beibringen

Was geht in Hunden mit Trennungsstress vor?

Muss ein Hund der Trennungsangst hat allein zuhause bleiben, wird das Verdauungssystem aktiviert. Zudem wird Adrenalin ausgeschüttet, was wiederum dazu führt, dass der Herzschlag und der Blutdruck rasant ansteigen.

Für den betroffenen Vierbeiner ist diese Situation überaus nervenaufreibend. Um mit dem massiven Stress umzugehen, fangen die meisten an, nervös hin- und herzulaufen oder die Möbel anzunagen.

 Gibt es Hunde, die zu Trennungsangst neigen?

Für Trennungsangst beim Hund kommen verschiedene Ursachen in Frage. Auch wenn es keine wissenschaftlichen Belege gibt, gelten folgende Auslöser als sehr wahrscheinlich:

  • Traumata: Hunde die aus dem Tierschutz oder dem Tierheim stammen mussten in ihrer Vergangenheit häufig schlimmes durchleben. Schlechte Erfahrungen und Trennungserlebnisse können zu Trennungsstress führen. Gleiches gilt für Scheidungshunde sowie Fellnasen, die es schwer haben mit den neuen Arbeitszeiten ihres Halters umzugehen.
  • Neurotische Hunde: Hunde mit einer Neurose sind auffällig oft von Trennungsangst betroffen. Die Fellnasen reagieren deutlich sensibler auf ungewohnte Situationen und benötigen unbedingt eine souveräne Bezugsperson an der sie sich orientieren können. Ist diese abwesend, führt dies schnell zu Angst oder gar Panik. [2]

Training und die Umgebung machen Hunde Stressresistenter

Es gilt als wissenschaftlich belegt, dass Hunde, die regelmäßig mit Ihrem Halter trainieren (privat oder in der Hundeschule) wesentlich weniger Probleme mit Trennungssituationen haben.

Untrainierte Vierbeiner hingegen scheinen Befragungen nach verhältnismäßig häufig mit Trennungsangst zu kämpfen zu haben.

Man konnte weiterhin feststellen, dass die direkte Umgebung einen Einfluss auf das Verhalten hat. So sind Stadthunde scheinbar deutlich komplizierter was das Alleinsein anbelangt, als Dorfhunde.

Quellen und weiterführende Informationen

Titelbild: depositphotos.com – herreid

1 – https://www.easy-dogs.net/trennungsangst-bzw-trennungsstress/

2 – https://www.akademie-hund.de/trennungsangst-bei-hunden/

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