Können Hunde sich schämen?

Wenn Sie sich schon immer mal gefragt haben, ob Hunde sich schämen können sind Sie bei uns genau richtig. Wir sind der Frage auf den Grund gegangen und haben alle relevanten Informationen zu diesem Thema für Sie zusammengefasst. Ob Hunde sich schämen erfahren Sie im folgenden Artikel.

Warum glauben wir das Hunde sich schämen?

Wenn man in den Hundegruppen der sozialen Netzwerke unterwegs ist stößt man dabei immer wieder auf Berichte und/oder Fotos von Hundehaltern, die der festen Überzeugung sind, dass ihr Hund sich schämen kann. Grund für diese Annahme sind Erlebnisberichte wie dieser:

„Als ich von der Arbeit nachhause kam und nach meinem Hund Balu gesucht habe saß dieser ganz leise in seinem Körnchen. Beim Näherkommen konnte ich dann sehen was los war. Der Boden und sogar das neue Sofa war voller Müll. Zornig bin ich auf Balu zugelaufen. Seine groß aufgerissenen Augen sowie die unterwürfige Haltung, die er dabei eingenommen hat waren ein klares Indiz dafür, dass er sich für seine Tat geschämt hat“

Gehört Scham zum Gefühlsrepertoire von Hunden?

Wer glaubt, dass Hunde sich schämen können, geht folglich davon aus, dass diese wissen was Scham ist.

Es ist allerdings fraglich, dass Hunde überhaupt wissen, dass sie mit Ihrem Handeln gegen menschliche Werte verstoßen haben. Genauso unwahrscheinlich klingt es, dass Hunde so etwas wie Scham oder Schuldbewusstsein empfinden können.

Schließlich handelt es sich bei Scham um eine sekundäre – also erlernte – Emotion. Sekundäre Emotionen empfinden wir Menschen ausschließlich aufgrund unseres gesellschaftlichem Wertesystems.

Wenn sich der Hund in unserem Beispiel tatsächlich schämen sollte müsste dieser sich darüber im Klaren sein, dass es nicht OK ist, den Müll in der Wohnung zu verteilen. Zudem müsste er den Müll absichtlich durchwühlt haben.

Woher jedoch sollte ein Hund wissen, dass wir Menschen unseren Abfall lieber an einem Ort haben, wenn ihm dies niemand beigebracht hat. Versetzt man sich in die Lage des Vierbeiners, so hat dieser sich wahrscheinlich über den Müll hergemacht, weil dieser interessant gerochen hat. Dem Hund dabei Absicht oder gar böse Hintergedanken zu unterstellen wirkt eher ein wenig befremdlich.

Indem man sagt, der Hund würde sich schämen oder ein schlechtes Gewissen haben vermenschlicht man diesen, statt den Vorfall aus Hundesicht zu betrachten.

Unterwürfigkeit statt Scham

Erfahrene Hundehalter wissen, dass Hunde soziale Wesen sind, die eine starke Bindung zu uns Menschen aufbauen und auf unser Verhalten reagieren.

Einem Hund zu unterstellen, dass dieser sich für etwas schämen würde, dass er in der Vergangenheit getan hat ist jedoch sinnlos.

Hunde leben im hier und jetzt. Sie sind nicht dazu in der Lage eine Verknüpfung zwischen rückliegenden Geschehnissen und unserer aktuellen Stimmung herzustellen.

Die Wut der fiktiven Person in unserem Beispiel wird jedoch sehr wohl wahrgenommen. Auch das der Hund darauf mit eindeutigen Körpersignalen reagiert ist ganz normal. Dies hat aber bei weitem nichts mit dem Müll im Wohnzimmer- sondern mit der zu erwartenden Bestrafung zu tun.

Statt davon auszugehen, der Hund wisse ganz genau was er getan hat sollte man diesem beibringen, welche Verhaltensweisen erlaubt sind und welche nicht.

Das Hunde in Situationen wie oben beschrieben kein Schuldgefühl verspüren bedeutet nicht, dass sie keine ähnlichen Gefühle haben können. Hierfür gibt es allerdings noch keinen wissenschaftlichen Beleg.

Quellen und weiterführende Informationen 

Bilder: Pixabay/Winsker

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