Können Hunde Krankheiten riechen?

So mancher Hundehalter ist davon überzeugt, dass unsere geliebten Vierbeiner ganz genau wissen, wie wir uns fühlen und ob wir krank sind. Ob Ihr Hund wirklich merkt, dass Sie krank sind und wenn ja wie verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.  

Können Hunde Krankheiten beim Menschen riechen?

„Merkt- beziehungsweise riecht mein Hund das ich krank bin“? Die Antwort auf diese häufig gestellte Frage lautet „Ja!“.

Hunde sind nachweislich dazu in der Lage, Krankheiten zu erkennen. In einigen Ländern macht man sich diese Fähigkeit bereits zunutze, indem man Hunde trainiert, die Malaria, Parkinson oder einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel erkennen können.[1]

Wie Hunde merken, dass wir krank sind erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Wie erkennen Hunde Krankheiten?

Bevor wir näher auf bestimmte Krankheiten eingehen, die von Hunden erkannt werden können, möchten wir Ihnen erklären, wie Hunde bei der „Diagnose“ vorgehen.

Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, verfügen Hunde über eine ausgezeichnete Nase. Während unsere Riechschleimhaut lediglich 5 Quadratzentimeter groß ist, kann die Riechschleimhaut von Hunden bis zu 150 Quadratzentimeter groß sein. In Kombination mit 200 bis 300 Millionen Riechzellen sind Hunde uns folglich um ein vielfaches Überlegen, wenn es um den Geruchssinn geht.

Tatsächlich ist die Hundenase so gut, dass diese sogar hormonelle Veränderungen und chemische Prozesse, – die in unserem Körper permanent stattfinden – wahrnehmen kann.

So sondern wir quasi permanent Geruchsinformationen über unseren Gesundheitszustand/unser allgemeines befinden ab. Ein entsprechend geschulter Hund, der diese Geruchsinformationen aufnimmt, kann verschiedene Krankheiten riechen und somit als „Frühwarnsystem“ dienen.

Darüber hinaus wissen Hunde sehr genau, wie wir uns benehmen, wenn wir gesund sind. Als soziale Wesen, die schon seit Jahrtausenden an der Seite von uns Menschen leben sind Hunde Experten was menschliche Verhaltensweisen angeht. Selbst Kleineste Änderungen, wie ein leichtes Humpeln oder ein späteres Aufstehen am Morgen werden von unseren Vierbeinern sehr genau wahrgenommen.

Auch unsere Stimme gibt Informationen über unseren Gesundheitszustand Preis. Sogar geringfügige Änderungen etwa bei einer leichten Erkältung oder ähnlichen Krankheiten dient Hunden als Indiz für unser Befinden.

Welche Krankheiten können Hunde beim Menschen erkennen?

Im folgenden Abschnitt haben wir einige Krankheiten aufgelistet, die Hunde erkennen können.

Krebs

Bereits im Jahr 2015 wurde eine Studie veröffentlicht, in deren Rahmen man Deutsche Schäferhunde darauf trainierte, Prostatakrebs zu erschnüffeln. Die Hunde Trefferquote der Vierbeiner war erstaunlich gut, obwohl die Diagnose natürlich durch einen Mediziner bestätigt wurde. Eine andere Studie aus dem Jahr 2006 kam zu dem Ergebnis, dass theoretisch jeder Hund Lungen- und Brustkrebs im Anfangs- und Endstadium erkennen kann.

Epilepsie

Mit Ihrer Nase können Hunde auch einen nahenden Epilepsie-Anfall erkennen. Wissenschaftler ließen entsprechend ausgebildete Vierbeiner an den Schweißproben von gesunden Probanden und von Epilepsiepatienten riechen. Das Resultat der Studie war überraschend. Nahezu alle Hunde konnten die Schweißproben von Menschen mit einem nahenden Anfall zielsicher identifizieren.

Diabetes

Speziell für Menschen mit Diabetes sind Assistenzhunde extrem wertvoll. Die Fellnasen riechen es, wenn der Blutzuckerspiegel einer zuckerkranken Person in einen kritischen Bereich abrutscht, und können diese rechtzeitig warnen.

Malaria

Auch wenn Malaria hierzulande eher keine Bedrohung darstellt, gibt es Länder, in denen viele Menschen von der Krankheit betroffen sind. Hunde die Krankheiten wie Malaria riechen können, vereinfachen die Arbeit der Ärzte vor Ort und sorgen dafür, dass die betroffenen Personen frühzeitig behandelt werden.

Parkinson

Aufgrund des steigenden Durchschnittsalters gibt es immer mehr Menschen auf der Welt, die unter Parkinson leiden. Da Hunde auch diese Krankheit riechen können, sind Hundetrainer weltweit dabei, Vierbeiner zu Gehilfen bei der Früherkennung auszubilden.

Kann ich meinem Hund beibringen Krankheiten zu riechen?

An und für sich kann jeder Hund als Spürhund für Krankheiten ausgebildet werden. Damit Ihr Liebling Krankheiten wie Krebs oder Diabetes zuverlässig erkennen kann, ist jedoch ein intensives und langes Training nötig.

In Australien zum Beispiel dauert die Ausbildung zum Spürhund für Krankheiten etwa 7 Monate und mehr.

Fellnasen, die entsprechend trainiert werden, stammen oft aus spezialisierten Zuchtstätten und werden bereits im Welpenalter an ihre spätere Aufgabe herangeführt.

Auch wenn Ihr Vierbeiner keine Krankheiten erschnüffeln kann, wird er mit Sicherheit merken, wenn es Ihnen schlecht geht und Ihnen nicht mehr von der Seite weichen, bis Sie wieder fit sind.

Quellen und weiterführende Informationen:

[1] – https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2019/04/lebensretter-wie-hunde-krebs-und-diabetes-erschnueffeln

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