Hundefrisbee: Action für Hund und Halter

Ein Collie auf einer gruenen Wiese faengt einen roten Hundefrisbee aus der Luft

In Amerika und einigen anderen Ländern ist Hundefrisbee ein beliebter Hundesport. Doch auch Hundehalter ohne Wettbewerbsambitionen nutzen das Spiel mit der Frisbeescheibe, um Ihren Vierbeiner auszulasten. Was Sie beim Hundefrisbee beachten müssen und welcher Frisbee sich am besten eignet erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist Hundefrisbee eigentlich?

Hundefrisbee ist ein Frisbee-Spiel mit Hund.

Im Gegensatz zu einer Runde Frisbee zwischen zwei Menschen muss der Hund die Frisbeescheibe nach dem Werfen in der Luft fangen und dann zurück zu seinem Halter bringen.

In den USA wird Hundefrisbee bereits seit den 70er Jahren gespielt. Während es sich zu beginn um eine reine Freizeitbeschäftigung aktiver Hundehalter handelte, entwickelte sich die Hundesportart schnell zu einer Wettkampfdisziplin. Entsprechende Veranstaltungen finden unter der Bezeichnung „Discdogging“ statt und sind sehr beliebt.

Ist Hundefrisbee für alle Hunde geeignet?

Hundefrisbee eine Sportart für alle Vierbeiner. Insbesondere agile, schnelle und verspielte Hunde lassen sich leicht zu einer Runde Hundefrisbee animieren.

In folgenden Fällen sollten Sie lieber nach einer anderen Beschäftigungsmöglichkeit suchen.

Hunde im Wachstum: Für Welpen und junge Hunde, die sich noch im Wachstum befinden ist Hundefrisbee ungeeignet. Die Sprünge sowie schnelle Richtungswechsel stellen eine zu starke Belastung für die Gelenke dar.

Brachyzephalie: Leider gibt es nach wie vor Hunde, die einen genetisch bedingt extrem kurzen Kopf haben. Die dadurch verkürzten Atemwege führen oft zu Atemproblemen und behindern die betroffenen Hunde bei körperlich anstrengenden Hundesportarten.

Hunde mit Gelenkproblemen: Falls Ihr Liebling unter Arthrose, HD oder ähnlichen Erkrankungen leidet sind Bewegungsintensive Hundesportarten wie Hundefrisbee nicht das richtige.

Große Hunde: Berner Sennenhunde, Doggen, Kaukasen sowie andere schwere Hunderassen machen beim Frisbee keine gute Figur. Zudem sind Hunde mit einem entsprechenden Körperbau schnell überlastet.

Vorbereitungen fürs Discdogging

Bevor Sie sich eine Frisbeescheibe schnappen und mit Ihrem Hund losziehen, sollten Sie sich – und Ihren Vierbeiner – vorbereiten.

Folgende Maßnahmen sind hierzu geeignet:

Üben Sie zu werfen: Bevor Sie es beim Hundesport krachen lassen, sollten Sie an Ihrer Wurftechnik arbeiten. Dabei kommt es darauf an, dass Sie die Scheibe so werfen, dass Ihr Hund eine Chance hat, diese aus der Luft zu fangen.

Die richtige Scheibe: Herkömmliche Frisbeescheiben sind oft aus Hartplastik. Diese brechen leicht und bergen ein gewisses Verletzungsrisiko. Kaufen Sie lieber eine weichere Frisbeescheibe. So ist sichergestellt, dass das Wurfspielzeug hält und Ihr Hund sich beim Sport nicht verletzt.

Location: Eine große, ebene Wiese ist ideal. Im Idealfall sollten Sie nach einem Ort suchen, an dem Sie ungestört trainieren können. Parkplätze oder andere Betonflächen sind aufgrund des Untergrunds nicht empfehlenswert.

Sicherheit: Damit sich Ihr Liebling beim Training nicht selbstständig macht sollte das Rückrufkommando sitzen. Ist dies nicht der Fall raten wir Ihnen, sich nach einem umzäunten Areal umzusehen.

Grünes Licht vom Tierarzt: Um die Gesundheit Ihres Hundes nicht gefährden, sollten Sie diesen vom Tierarzt checken lassen. So ist gewährleistet, dass Sie diesen nicht überfordern.

Achtung Magendrehung: Gehen Sie zum Sport, nachdem Sie gerade gegessen haben? Auch Ihr Hund benötigt nach dem Essen eine Ruhephase. Damit Ihr Liebling leistungsfähig ist und das Risiko einer Magendrehung reduziert ist, sollte die letzte Mahlzeit mindestens drei Stunden zurückliegen.

Disziplin muss sein

Wie beim Obedience oder Agility hadelt es sich beim Hundefrisbee um eine Teamsportart, bei der Hund und Halter zusammenarbeiten müssen.

Damit sich Ihr Vierbeiner nicht zu einem Frisbee-Junkie entwickelt oder unkontrolliert allem hinterherjagt, dass sich bewegt sollten Sie auf ein gewisses Maß an Disziplin achten.

Werfen Sie nicht einfach eine Scheibe nach der anderen, sondern stellen Sie sicher, dass Ihr Hund auf Sie achtet und sich wie ein „Teamplayer“ verhält.

Anleitung zum Hundefrisbee

Nicht alle Hunde wissen was zu tun ist, wenn Frauchen oder Herrchen die Wurfscheibe fliegen lassen.

Damit Ihr Hund versteht, was Sie von ihm erwarten können Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Lassen Sie Ihren Hund an der Frisbee-Scheibe schnuppern und zeigen Sie ihm, dass er keine Angst vor dieser haben muss. Loben Sie Ihren Liebling, wenn er Interesse an der Scheibe zeigt.
  2. Rollen Sie die Scheibe langsam und vorsichtig über den Boden. Wenn Ihr Hund der Scheibe hinterherrennt und diese zurückbringt, müssen Sie ihn unbedingt ausgiebig loben. Falls Ihr Liebling die Scheibe zwar verfolgt aber nicht apportiert sollten Sie dies zunächst trainieren.
  3. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Hund versteht, was Sie von ihm möchten können Sie die ersten Würfe wagen. Kurze, flache Würfe machen es Ihrem Hund leicht und vereinfachen den Einstieg ins Hundefrisbee.
  4. Sowie Ihr Hund gelernt hat, die Scheibe zu fangen, können Sie etwas mehr Schwung in die Sache bringen. Schnelle, wendige Vierbeiner lieben es, dem Frisbee mit Vollgas hinterherzurennen und sich auszupowern.

Achtung: Nicht alle Hunde wissen, wann Schluss ist. Es liegt daher in Ihrer Verantwortung, das Spiel gelegentlich zu pausieren. Wenn Ihr Vierbeiner erschöpft ist müssen Sie das Spiel abbrechen.

Wettkampfregeln beim Dogfrisbee

Einige Hundehalter möchten sich gerne mit anderen Hundefreunden messen. Wenn es Ihnen genauso geht, können Sie an Dogfrisbee-Wettkämpfen teilnehmen. Diese werden meist von Hundevereinen veranstaltet und erfreuen sich größter Beliebtheit.

Man differenziert zwischen drei unterschiedlichen Disziplinen:

Mini Distance

Beim „Mini Distance“ dürfen Hund und Halter eine Minute lang zeigen, was in ihnen steckt.  Innerhalb dieser Zeit dürfen so viele Würfe vorgenommen werden wie möglich. Eine unabhängige Jury bewertet die Performance nach Anzahl der gefangenen Scheiben und der Wurfweite.

Long Distance

Beim „Long Distance“ ist der Name Programm. Der Halter hat drei Würfe frei. Gewertet wird der längste Wurf, den der Hund fangen kann.

Free Style

Als Freestyle wird eine Disziplin bezeichnet, bei der Mensch und Hund zwei Minuten lang eine Choreografie vorführen. Um möglichst weit oben auf dem Siegertreppchen stehen zu können, sollte diese die Jury beeindrucken und zur dabei abgespielten Musik passen. Im Rahmen der kurzen Showeinlage dürfen bis zu sieben Wurfscheiben verwendet werden.

Quellen und weiterführende Informationen

Titelbild: depositphotos.com – vikarus

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