Hund will nicht schlafen

Ihr Hund will nicht schlafen? Während einige Hunde, problemlos den ganzen Tag in ihrem Körbchen verschlafen könnten, kommen andere nicht zur Ruhe. Da ein Schlafmangel nicht nur für uns Menschen, sondern auch für Hunde ungesund ist verraten wir Ihnen im folgenden Beitrag, welche Auslöser für Schlafstörungen beim Hund in Frage kommen und was Sie dagegen tun können.  

Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Wenn ein Hund nicht schläft, kann dies auf gesundheitliche- oder psychische Probleme zurückzuführen sein. Hunde, die nicht schlafen sind oft gestresst, antriebslos und unkonzentriert.
  • Damit Ihr Hund wieder schlafen kann, können Sie auf schlaffördernde Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Auch mehr Bewegung sowie ein geeigneter Rückzugsort können dabei helfen, dass Schlafverhalten wieder zu normalisieren.
  • Alternativ können Sie versuchen, Ihren Hund im Bett schlafen zu lassen.

Darum will Ihr Hund nicht schlafen

Wenn Ihr Liebling nicht schlafen will, kann dies verschiedene Ursachen haben. Die gängigsten Auslöser für Schlaflosigkeit beim Hund haben wir unten für Sie aufgelistet:

Neue Umgebung

Wenn Sie einen Hund aus dem Tierheim adoptiert haben oder mit Ihrem Vierbeiner umgezogen sind, könnte die Umstellung ein Grund für die Schlaflosigkeit sein. Neue Gerüche, ein anderer Ausblick sowie ungewohnte Gerüche sind aufregend und halten Ihren Liebling unter Umständen vom Schlafen ab.

Neuer Tagesablauf

Hunde sind Gewohnheitstiere und benötigen einen festen Tagesablauf, an dem sie sich orientieren können. Ein veränderter Tagesablauf kann zunächst verwirrend sein und sich negativ auf den Schlafrhythmus Ihres Hundes auswirken. Falls Ihr Hund schlecht schläft, könnte dies folglich an neuen Arbeitszeiten- oder ähnlichen Veränderungen liegen.

Andere Lebensumstände

Wenn Sie sich kürzlich von Ihrem Partner- oder einem anderen Haustier trennen mussten, ist das nicht nur für Sie, sondern auch Ihren Vierbeiner schmerzhaft. Auch wenn Sie einen neuen Partner an Ihrer Seite haben oder sich für ein weiteres Haustier entschieden haben, kann dies zu Unsicherheiten- und damit Schlafproblemen bei Ihrem Hund führen.

Hautprobleme/Allergien

Als weitere Ursache für Schlaflosigkeit beim Hund kommen Allergien und/oder Hautprobleme infrage. Die betroffenen Hunde leiden häufig unter einem starken Juckreiz, so dass Sie selbst in der Nacht nicht zur Ruhe kommen. Auch ein Parasitenbefall sowie Verdauungsprobleme können zu schlaflosen Nächten führen.

Krankheit

Falls Ihr Hund nachts hin- und herwandert, statt zu schlafen, sollten Sie sicherstellen, dass dieser nicht krank ist. Durchfall, eine Blasenentzündung oder andere Gesundheitsprobleme können äußerst unangenehm sein und das Schlafverhalten durcheinanderbringen. Gehen Sie mit Ihrem Liebling zum Tierarzt, wenn Sie den Verdacht haben, dass dieser nicht schlafen kann, weil er krank ist.

Schmerzen

Arthrose oder ähnliche Beschwerden schränken nicht nur die Bewegungsfähigkeit ein, sondern wirken sich auch auf das Schlafverhalten aus. Insbesondere ältere Hunde benötigen ein bequemes Bett, auf dem Sie entspannt liegen können, um gut zu schlafen. Zu den typischen Indikatoren für Schmerzen beim Hund zählen unter anderem Unruhe, Speichelfluss, zittern und verstärktes gähnen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Liebling schmerzen hat, sollten Sie ihn in jedem Fall vom Tierarzt durchchecken lassen.

Stress und Angst

Unabhängig davon, ob Ihr Vierbeiner allgemein unruhig ist oder ob er aufgrund eines Feuerwerks oder eines Unwetters nicht zur Ruhe kommt, kann Angst zu Schlaflosigkeit beim Hund führen. Sollte es sich nicht um ein einmaliges Ereignis, sondern einen Dauerzustand handeln, empfehlen wir Ihnen dringend, sich Hilfe zu suchen. Häufig kann man das Schlafverhalten mit einer Mischung aus Nahrungsergänzungsmitteln und Training verbessern.

Albträume

Wie Hunde träumen, lässt sich nur schwer nachvollziehen. Es gilt aber als gesichert, dass Hunde ihre Erlebnisse im Schlaf verarbeiten. Jaulen, winseln oder sogar „Laufversuche“ im Schlaf sind Anzeichen dafür, dass Ihr Vierbeiner gerade einen – eventuell – aufregenden Traum hat. Wiederkehrende Albträume können auf ein Traumatisches Erlebnis in der Vergangenheit oder eine generelle Angststörung hindeuten.

Welpen

Einige junge Hunde scheinen unendlich viel Energie zu haben. Viele haben Schwierigkeiten damit, zur Ruhe zu kommen. Wenn Ihr Welpe Sie mitten in der Nacht zum Spielen auffordert, liegt dies daran, dass Ihr Liebling sich erst an den Schlafrhythmus gewöhnen muss. Am besten ist es, entsprechende „Ausbrüche“ zu ignorieren und dem kleinen Vierbeiner einen kuschligen schlafplatz zur Verfügung zu stellen, in dem er zur Ruhe kommen kann.

Mangelnde Beschäftigung

Wenn Ihr Hund nicht schlafen will, kann dies auch an mangelnder Beschäftigung liegen. Insbesondere junge Vierbeiner brauchen ausreichend Bewegung sowie geistiges Training, um gut schlafen zu können. Ohne ein entsprechendes Beschäftigungsprogramm kann es nicht nur zu Schlaflosigkeit, sondern auch Depressionen beim Hund kommen.

Schlafapnoe

Leider werden einige Hunde nach wie vor mit einer zu kurzen Schnauze gezüchtet. Besonders die Französische Bulldogge, der Mops und weitere Rassen sind von der sogenannten Brachycephalie (Kurzköpfigkeit) betroffen. Dabei sind die Atemwege zum Teil so stark verkümmert, dass die Vierbeiner unter chronischen Atemproblemen leiden. Die daraus resultierende Schlafapnoe führt zu Schlaflosigkeit beim Hund und lässt diesen immer wieder aufschrecken.

Demenz

Wenn Ihr Hund nach und nach älter wird, besteht die Möglichkeit, dass dieser mit der Zeit dement wird. Wie bei uns Menschen wirkt sich die Demenz nicht nur auf das Gedächtnis, sondern unter anderem auch auf das Schlafverhalten aus. Hundesenioren, die dement sind wandern nachts durch die Gegend, finden schwer in den Schlaf und leiden häufig unter Orientierungsproblemen.

So schläft Ihr Hund wieder besser

Wenn Ihr Hund nicht schlafen kann oder will, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir haben die hilfreichsten Tipps zusammengefasst und unten für Sie aufgelistet.

Mentale und körperliche Beschäftigung

Indem Sie Ihrem Liebling dabei helfen, überschüssige Energie loszuwerden, können Sie dessen Schlafverhalten positiv beeinflussen. Aktive Hunde brauchen ein gewisses Mindestmaß an Bewegung, um in den Schlaf zu finden. Ein gemütlicher Spaziergang um den Block reicht hierzu nicht aus. Deutlich besser eignen sich gemeinsame Radtouren, ausgiebiges Toben oder ein Agility-Parcours im Garten. Körperlich eingeschränkte Hunde lassen sich beispielsweise mit Intelligenzspielzeugen auslasten.

Sorgen Sie für eine Tagesroutine

Ein strukturierter Tagesablauf gibt Ihrem Hund die Möglichkeit, sich an diesen anzupassen. Indem Sie feste Fütterungs-, Gassi- und Schlafenszeiten etablieren, stellt sich Ihr Vierbeiner auf diese ein. Schon nach kurzer Zeit, wird sich die innere Uhr Ihres Lieblings an den Tagesablauf gewöhnen, so dass Sie nachts wieder in Ruhe schlafen können.

Ein sicherer Schlafplatz

Oft sind es ängstliche/nervöse Hunde, die mit Schlafproblemen zu kämpfen haben. Insbesondere Sirenen, Feuerwerk oder ein nächtliches Gewitter können solchen Vierbeinern den Schlaf rauben. Mit einer gemütlichen Hundehöhle, einer Beruhigungsweste sowie extra Streicheleinheiten können Sie Ihrem Liebling zusätzliche Sicherheit geben.

Neuer Schlafplatz

Wenn Ihr Hund nicht schläft, kann dies schlicht und ergreifend daran liegen, dass dieser unter Verlustängsten leidet. Wie Wölfe bevorzugen es viele Hunde, bei ihrem „Rudel“ zu schlafen. Falls Sie das Gefühl haben, dass Ihr Hund lieber bei Ihnen im Schlafzimmer liegen würde, müssen Sie diesen nicht gleich ins Bett lassen. Platzieren Sie stattdessen einfach eine gemütliche Hundedecke neben Ihrem Bett auf der es sich Ihre Fellnase bequem machen kann.

Kaufen Sie ein gemütlicheres Bett

Würden Sie in einem zu harten Bett schlafen wollen? Auch Hunde schlafen deutlich besser, wenn Sie es sich in einem weichen Bett bequem machen können. Dies gilt speziell für Hunde bei denen Arthrose oder HD diagnostiziert wurde. Damit Ihr Liebling die Nacht durchschläft können Sie ihm ein orthopädisches Hundebett kaufen. Diese passen sich an den individuellen Körperbau an und entlasten die Gelenke.

Beruhigende Nahrungsergänzungsmittel

Eine weitere Möglichkeit zur Bekämpfung von Schlafmangel beim Hund stellen beruhigende Nahrungsergänzungsmittel dar. Natürliche Produkte wie CBD-Tropfen oder bestimmte Kräutermischungen können täglich verabreicht werden und fördern das Schlafverhalten. Falls Sie nicht genau wissen, welches Nahrungsergänzungsmittel am besten ist, sollten Sie Ihren Tierarzt um Rat fragen.

Verdunkeln Sie den Raum

Wenn es im Sommer lange hell bleibt oder Straßenlaternen Ihre Wohnung erhellen, kann dies zu Schlaflosigkeit beim Hund führen. In diesem Fall sollten Sie versuchen mit Vorhängen oder einer Jalousie für Dunkelheit zu sorgen. Auch eine Hundehöhle kann hilfreich sein. Diese lassen sich mit einer leichten Decke verhängen und lassen Ihren Vierbeiner auch dann schlafen, wenn es draußen hell ist.

Beruhigende Musik

Klassische Musik, eine Audioaufnahme mit beruhigenden Walgesängen oder ähnliche Klänge haben eine schlaffördernde Wirkung. Wenn es draußen donnert oder knallt, können Sie die Außengeräusche mit Beruhigungsmusik übertönen und Ihrem Liebling so beim Entspannen helfen.

Fellpflege als Einschlafhilfe

Indem Sie Ihren Hund vor dem Schlafengehen bürsten, beugen Sie nicht nur Verfilzungen vor, sondern beruhigen diesen auch. Natürlich ist dieser Trick nur dann sinnvoll, wenn Ihr Hund die Fellpflege genießt. Vierbeiner, die schon beim Anblick der Bürste wegrennen, lassen sich auf diese Art und Weise nicht zum Einschlafen bewegen.

Gehen Sie zum Tierarzt

Bei länger anhaltenden Schlafproblemen ist ein Besuch beim Tierarzt unumgänglich. Dieser kann der Ursache für die Schlaflosigkeit auf den Grund gehen und Ihnen unter Umständen ein schlafförderndes Medikament mitgeben. Zudem gibt ein gründlicher Check Aufschluss über eventuell vorliegende Gesundheitsprobleme.

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