Hilfe mein Hund will nicht Gassi gehen: was kann ich tun?

Husky an der Leine will nicht gassigehen

„Hilfe mein Hund will nicht Gassigehen“. Da die meisten Hunde sich aufs Gassigehen freuen hört man Sätze wie diesen eher selten. Welche Ursachen es haben kann, wenn ein Hund nicht raus will, und was Sie dagegen unternehmen können verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Warum will mein Hund nicht Gassi gehen?

Diese Frage stellen sich nicht nur Hundefreunde mit einem Welpen sondern auch Besitzer eines alten Hundes.

Die häufigsten Ursachen für dieses Verhalten haben wir unten für Sie zusammengefasst.

Krankheiten oder gesundheitliche Probleme

Wenn Ihr Hund nicht Gassi gehen will, liegt der Verdacht nahe, dass er ein gesundheitliches Problem hat.

speziell ältere Hunde mit Arthrose oder anderen Gelenkproblemen versuchen Schmerzen zu vermeiden, indem sie sich schonen.

Auch eine Zerrung oder ein Splitter in der Pfote könnte dafür verantwortlich sein, dass Ihr Hund nicht raus will.

Um sicherzustellen, dass Ihr Liebling fit ist, sollten Sie ihn gründlich untersuchen lassen.

Dies bedeutet nicht, dass Sie direkt zum Tierarzt fahren müssen, wenn Ihr Hund an einem heißen oder regnerischen Tag nicht raus will. Sollte das Verhalten länger als 2 bis 3 Tage anhalten ist ein Besuch beim Tierarzt allerdings ratsam.

Schlechte Erfahrungen

Eine Auseinandersetzung mit Artgenossen, ein Verkehrsunfall oder ein ähnlich traumatisches Erlebnis könnte dafür verantwortlich sein, dass Ihr Hund nicht raus will.

Insbesondere Angsthunde aus dem Ausland haben oft eine bewegte Geschichte und reagieren auf vermeintliche Bedrohungen mit Meideverhalten.

Um Ihrem Liebling die Angst vor dem Gassi gehen zu nehmen ist es wichtig, dass Sie dessen Selbstbewusstsein aufbauen.

Gehen Sie mit gutem Vorbild voran und signalisieren Sie Ihrem Hund durch ein souveränes Auftreten, dass alles in Ordnung ist.

Wenn Sie Sicherheit ausstrahlen, statt Ihren Hund zu bemitleiden wird dieser sich an Ihnen orientieren und in Zukunft gerne mit Ihnen Gassi gehen.

Regen, Schnee und Sturm

Während Bernhardiner, Berner Sennenhund, Husky und Co ein dichtes Fell haben, gibt es viele Hunde, die von Natur aus weniger gut geschützt sind.

Auch Hundesenioren sowie kranke Vierbeiner fangen schnell an zu frieren und gehen bei Kälte ungern spazieren.

Da es manchmal keine Option ist auf besseres Wetter zu warten sollten Sie Ihren Liebling in diesem Fall mit einem Hundemantel vor Kälte und Feuchtigkeit schützen.

Hitze

Wenn die Temperaturen während des Sommers ins unermessliche steigen und die Sonne scheint, stellt dies für viele Hunde eine Belastung dar.

Besonders ältere- sowie große Hunde machen es sich bei Hitze am liebsten im Schatten gemütlich.

Sollte Ihr Hund nicht vor die Tür wollen ist es ihm draußen vielleicht einfach zu warm.

Verlegen Sie die Spaziergänge in diesem Fall auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden. Tagsüber sollten Sie nur kurze Strecken laufen.

Dunkelheit

Ihr Hund will bei Dunkelheit nicht rausgehen? Dieses Problem kommt häufiger vor, als Sie sich wahrscheinlich denken.

Ursächlich für dieses Verhalten ist meistens eine Sehschwäche, die dazu führt, dass sich der betroffene Hund unsicher fühlt.

Es gibt allerdings auch Hunde, die nicht raus wollen, weil sie im Dunkeln einfach Angst haben.

Unabhängig von der Ursache sollten Sie eine Taschenlampe mit nach draußen nehmen.

Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, den Weg auszuleuchten und Ihrem Hund das Gassi gehen angenehmer zu machen.

Langeweile

Falls Ihr Hund nicht spazieren will, kann dies auch an fehlender Abwechslung liegen. Hunde lieben es neue Gebiete zu erkunden und Abenteuer zu erleben.

Die tägliche Runde durch den städtischen Park kann auf die Dauer so langweilig werden, dass Ihr Hund keine Lust mehr aufs Gassi gehen hat.

Das Geschirr oder das Halsband ist nicht komfortabel

Es kann passieren, dass Hunde aufgrund eines neuen, sich schlecht anfühlenden Halsbandes oder Geschirrs keine Lust zum Laufen haben. Auch eine neue Leine oder Hundeschuhe, die getragenen werden sollen, können dieses Verhalten auslösen.

Das Problem ist oftmals einfach zu lösen. Achten Sie darauf, dass weder Halsband noch Geschirr scheuern. Der Sitz sollte zwar sicher sein aber den Hund ohne Beschränkung atmen lassen.

Eine Polsterung sowie ein geringes Gewicht erhöhen den Tragekomfort, so dass Ihr Hund gerne wieder spazieren gehen wird.

Welpe will nicht Gassi gehen

Das Welpen nicht nach draußen gehen wollen liegt häufig daran, dass Hundewelpen instinktiv darauf bedacht sind, in der Nähe der Elterntiere und ihrer Wurfgeschwister zu bleiben.

Häufig dauert es einige Wochen, bis sich ein Welpe an sein neues Umfeld gewöhnt. Mit der Zeit erhöht sich der Radius, bis das Gassi gehen irgendwann kein Problem mehr ist.

Sollte Ihr Welpe partout nicht nach draußen wollen, können Sie ihn von Zuhause wegtragen oder fahren.

Achtung: Damit Ihr Welpe weder körperlich noch geistig überfordert wird sollten Sie die Spaziergänge zu Beginn kurz halten.

Was tun, wenn der Hund nicht Gassi gehen will?

Um Ihren Hund zum laufen zu animieren gibt es verschiedene Möglichkeiten. Folgende Maßnahmen sind erfahrungsgemäß gutgeeignet um die Fellnase vor die Tür zu locken.

Abwechslungsreichere Spaziergänge

Sollte ihr vierbeiniger Freund keine Lust am Spazieren gehen haben, ist Abwechslung dringend erforderlich.

Wählen Sie bislang unentdeckte Routen aus, um die Neugier Ihres Hundes und dessen Abenteuerdrang zu wecken.

Laden Sie befreundete Hundehalter zum gemeinsamen Gassi gehen ein. Dies erhöht den Spassfaktor und gibt Ihrem Liebling die Möglichkeit, mit Artgenossen zu toben, während Sie sich unterhalten können. Eine klassische „win win“ Situation.
Auch gemeinsame Trainingseinheiten können das Gassi gehen interessanter machen. Üben Sie neue Kommandos, Tricks oder verstecken Sie einige Leckerlis im Unterholz.

Vermeidung von Stress

Sollten Sie das Gefühl haben, dass Ihr Hund Stress beim Spazieren gehen empfindet, sollten die Auslöser ausfindig gemacht- und vermieden werden.

Starten Sie mit Ihrem Liebling zunächst nur sehr kleine Runden und belobigen Sie ihn überschwänglich. Jeder noch so kleine Fortschritt darf ausgiebig gefeiert werden.

Ist die Freude am gemeinsamen Spaziergang bei Ihrem Vierbeiner zurückgekehrt, versuchen Sie den nächsten Schritt.

Meiden Sie nun die vermeintlichen Stressfaktoren nicht länger, sondern beziehen Sie die Gefahrenquellen, allerdings zunächst mit Abstand, bei Ihren Spaziergängen mit ein.

Mit etwas Geduld und Ausdauer wird sich Ihr Hund schon bald unerschrocken und selbstbewusst an Ihrer Seite bewegen.

Quellen und weiterführende Informationen

Titelbild: depositphotos.com – fotokostic

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