Mein Hund will immer zu anderen Hunden

Wenn Sie Gassigehen will Ihr Hund immer zu anderen Hunden? Ein solches Verhalten ist nicht nur für den Hundehalter, sondern auch für den jeweiligen Vierbeiner äußerst stressig. Was Sie unternehmen können, wenn Ihr Hund immer zu anderen Hunden will verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Warum will mein Hund immer zu anderen Hunden?

  • Neugier: Die meisten Hunde sind von Natur aus äußerst neugierig. Wenn Ihr Hund immer zu anderen Hunden will, sich dabei aber friedlich verhält und nach einem kurzen beschnuppern wieder das Interesse verliert, lässt sich das starke Interesse an anderen Artgenossen wahrscheinlich auf Neugier zurückführen.
  • Hormone: Wenn ein potenter Rüde urplötzlich sein gutes Benehmen vergisst und an der Leine zu anderen Vierbeinern hinzieht, handelt es sich dabei meistens um läufige Hündinnen. Ein ähnliches Verhalten lässt sich auch bei Hündinnen während der Stehzeit beobachten.
  • Spieltrieb: Besonders junge Hunde ziehen häufig zu anderen Hunden, um mit diesen zu toben. Auch unausgelastete und/oder gelangweilte Hunde könnten in einem vorbeilaufenden Artgenossen einen potenziellen Spielpartner sehen.
  • Aggressionen: Aggression bei Hunden ist ein großes Thema. Wenn Ihr Hund seine Zähne fletscht und in diesem Modus zu anderen Hunden will sollten Sie dies unbedingt verhindern. Ein Hundetrainer kann dabei helfen das Problem in den Griff zu bekommen.

Hund will immer zu anderen Hunden – mögliche Probleme

Wenn ein Hund immer zu anderen Hunden will stellt dies im Alltag ein Problem dar.

Insbesondere bei ungehorsamen Hunden die stark an der Leine ziehen kann das übermäßige Interesse an anderen Vierbeinern schnell anstrengend werden.

Zudem ist das Risiko einer Auseinandersetzung sehr hoch.

Unter Hunden ist es ein absolutes „No go“ auf einen Artgenossen zuzustürmen. Vierbeiner nähren sich einander eher verhalten und in einem leichten Bogen.

Ein Hund der – mit oder ohne Leine – auf einen anderen zu prescht wird häufig als Bedrohung empfunden.

Dementsprechend oft erhalten Hunde, die dieses Verhalten zeigen eine Abreibung und/oder versetzen ihren Gegenüber in Panik.

Auch für andere Hundebesitzer ist eine solche Situation äußerst unangenehm und schwer einzuschätzen.

Um unerwünschte Auseinandersetzungen mit unbekannten Hundehaltern- oder sogar einen Tierarztbesuch zu vermeiden sollte man vorrausschauend Handeln.

Professionelle Hilfe sowie ein gezieltes Training können dazu beitragen, dass das Gassigehen wieder Spaß macht.

Problemlos an anderen Hunden vorbeigehen – so geht’s

Wenn Ihr Hund immer zu anderen Hunden will sollten Sie ihm dieses Verhalten schnellstmöglich abgewöhnen. Um in Zukunft ohne weiteres an anderen Hunden vorbeigehen zu können empfehlen sich folgende Maßnahmen

Kein Hundekontakt an der Leine

Ihr Hund muss lernen, dass es an der Leine keinen Kontakt zu anderen Hunden gibt.

Es liegt daher in Ihrer Verantwortung entsprechende Begegnungen konsequent zu unterbinden.

Dies gilt sowohl für den Fall, dass Ihr Liebling Sie zu anderen Hunden ziehen will als auch für Situationen in denen andere Hunde (angeleint oder im Freilauf) auf Sie zukommen.

Ängstliche Hunde merken auf diese Art und Weise, dass Sie bei Ihrem Halter sicher sind, während neugierige Vierbeiner lernen, dass es keinen Sinn macht zu anderen Hunden zu ziehen.

Machen Sie sich interessant

Um an anderen Hunden vorbeigehen zu können, ohne dass Ihr Vierbeiner sich in die Leine hängt müssen Sie sich interessanter machen. Gemeinsame Spiele sowie regelmäßige Trainingseinheiten stärken die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund.

Indem Sie die Spaziergänge mit Ihrem Liebling interessanter gestalten wird dieser seinen Außenfokus nach und nach ablegen.

Ziel entsprechender Maßnahmen ist es, dass Ihr Hund sich mit der Zeit nicht mehr- beziehungsweise nicht mehr so stark für andere Hunde interessiert.

Übung macht den Meister

Damit Sie entspannt an anderen Hunden vorbeilaufen können, sollten Sie so oft es geht mit anderen Hundehaltern üben.

Hierzu können Sie sich entweder in einer Hundeschule anmelden oder sich privat verabreden.

Eine mögliche Übung besteht darin, andere Hunde (und deren Halter) in einem Slalomkurs zu umgehen.

Dabei sollten Sie mit einem größeren Bogen beginnen und den Abstand nach und nach verringern. Fordern Sie während des Trainings immer wieder einen Blickkontakt von Ihrem Hund ein und vergessen Sie nicht ihn zu loben.

Falls das Slalomtraining noch zu schwer ist können Sie mit ihrem Hund an der Seite frontal auf einen anderen Hundehalter zugehen.

Bleiben Sie einige Meter voneinander entfernt stehen, lassen Sie Ihren Hund absitzen und drehen Sie wieder ab.

Wiederholen Sie die Übung mit immer geringer werdendem Abstand.

Entspannte Hundebegegnungen an der Leine

Wenn Ihr Hund sich entspannt verhält und beide Parteien einer Leinenbegegnung zustimmen, darf Ihr Liebling seinen Gegenüber begrüßen.

Dabei ist es wichtig, dass Sie die Leine lockerlassen und Ruhe ausstrahlen. Leinenaggressionen beim Hund können häufig auf die Anspannung des Halters zurückgeführt werden und lassen sich nur schwer wieder abgewöhnen.

Während Ihr Hund den anderen beschnuppert sollten Sie Körpersignale beider Parteien im Blick behalten.

Eine lange Nase, freundliches Schwanzwedeln sowie eine entspannte Haltung sind ein Indiz dafür, dass alles Ok ist.

Quellen und weiterführende Informationen

Bilder: Pixabay/icsilviu

Weitere Beiträge
Menü