Hilfe mein Hund legt sich auf meinen Platz wenn ich aufstehe

Warum legt sich mein Hund auf meinen Platz, wenn ich aufstehe?

1. Ein Indiz für Dominanzverhalten

Ist sein Verhalten auf der Grundlage von Dominanz zu bewerten, so möchte er damit sein Territorium aufzeigen. Indem er sich auf den von Ihnen verlassenen Platz legt, möchte er Ihren Geruch mit seinem überlagern. Allen  anderen Rudelmitgliedern wird dadurch verdeutlicht, dass er Anspruch auf diesen Ort hat.

Er könnte sich in diesem Zusammenhang auf Sie legen, seinen Kopf in Ihren Körper hineindrücken und Sie anbellen. Alles Zeichen von Dominanz und Besitzanspruch.

Sie haben an diesem Ort nichts verloren.

Ein weiteres Verhaltensmuster können gefletschte Zähne und anknurren sein, sobald Sie ihren Platz wieder aufsuchen wollen.

Weitere typische dominante Verhaltensweisen können

  • ziehen an der Leine

– sich verweigern das Bett oder Sofa zu verlassen

– Ihre Befehle nicht befolgen

  • Kontakt zu anderen Personen oder Hunden zu verhindern
  • Sie in der Bewegung hindern

Achtung: Sollte Ihr Hund derartige Verhaltensweisen zeigen, ist es zwingend notwendig mit ihm ein Gehorsamkeitstraining zu absolvieren.

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2. Er hat Angst, dass Sie gehen

Es kann sein, dass Ihr Hund mit Verlassenheitsängsten reagiert, wenn Sie den Raum verlassen, da Hunde sehr soziale Wesen sind. Um Trost zu finden, wird er sich auf den Platz setzen, den Sie vorher inne gehabt haben. So kann er Ihren Geruch wahrnehmen und Sie quasi noch „fühlen“.

Hunde, die derart gestrickt sind, zeigen Ihre Trennungsängste auf vielfältige Art und Weise, sobald sie keinen Sichtkontakt mehr haben.

Folgende Zeichen kennzeichnen eine solche Störung:

  • Er heult, zittert und wimmert
  • Obwohl eigentlich stubenrein, pinkelt er ins Haus
  • Er sabbert und speichelt vermehrt
  • Er kratzt an Türen und Fenstern und zerkaut Gegenstände
  • Er zeigt wenig Interesse an seinem Futter
  • Er möchte aus der Wohnung/Haus wegrennen

Zunächst sollten Sie analysieren, welche Symptome Ihr Hund zeigt, um an den Auslösern zu arbeiten. Es braucht Zeit und Geduld, Ihren Liebling umzuerziehen. Der Erfolg dieses Trainings hängt auch vom Alter Ihres Hundes ab. 

3. Ihr Hund genießt die Platzwärme

In diesem Fall verbindet Ihre Fellnase den verlassenen Platz mit wohliger Wärme, die ihm gut tut.

Achten Sie daher darauf, ob Ihrem Hund, besonders bei kühlem Wetter, kalt ist und er Möglichkeiten sucht, sich zu wärmen.

Anzeichen dafür sind:

  • Zittert Ihr Hund
  • Zeigt er eine gekrümmte Haltung mit eingezogenem Schwanz und wimmert dabei
  • Sucht er nach Möglichkeiten irgendwo unterzuschlüpfen
  • Ist er nicht interessiert daran raus zu gehen
  • Hebt er seine Pfoten vom Boden

All dies sind Kennzeichen dafür, dass Ihr Hund friert. Normalerweise können Hunde tiefe Temperaturen gut vertragen, aber Faktoren wie Alter, Fellstruktur und Größe des Hundes können diese Fähigkeit verändern.

Ältere Hunde, ab ca. zehn Jahren und kleine Hunderassen mit kurzem, dünnen Haarkleid benötigen eine zusätzliche Wärmequelle.

Eine zusätzliche Decke oder eine Wärmelampe für sein Körbchen könne hier Abhilfe schaffen. Draußen sollte er eine wärmende Hundejacke/Pullover tragen.

Auch ein Heizkissen ist hilfreich. Allerdings sollte er darauf nur ca. 30 min unter Aufsicht liegen. Sollte er Zeichen von Unwohlsein zeigen, entfernen Sie das Heizkissen.

4. Sie haben ihn unbewusst konditioniert

Es kann sein, dass Sie Ihren Hund durch die Gabe von Leckerlis in seinem Verhalten Ihren Platz einzunehmen versehentlich positiv bestärkt haben. Er ist nun der Auffassung er tut etwas Gutes, wenn er Ihren Platz nach Ihrem Verlassen besetzt. Ihr Hund möchte Ihnen stets gefallen, wird er durch ein Leckerchen darin bestärkt, wird er dieses Verhalten auch in Zukunft zeigen.

Mit dem Kommando „Geh weg“ sollten Sie Ihn dahingehend konditionieren den Platz auf Aufforderung zugelassen. Nachdem Ihr Hund dem Befehl nachgekommen ist, wird er mit einem Lob und einem Leckerli positiv in seinem Verhalten bestärkt. Trainieren Sie diese Verhaltensänderung mit ihm, bis er Lob und Verlassen des Sitzplatzes mit einander verknüpft hat.

5. Ihr Hund ist einfach neugierig

Aufgrund der in einem Rudel bestehenden Rangordnung geht Ihr Hund davon aus, dass da Alpha Tier – also in diesem Falle Sie – immer das beste Futter, die besten Schlafplätze und die besten Spielmöglichkeiten hat. Daher beobachtet er Sie stets genau, um auch seinen Anteil an den genannten Dingen zu erhalten.

Er wird gern Ihren Sitzplatz besetzen, da er denkt, dass dieser offensichtlich besonders komfortabel ist. Dieses neugierige, ausprobierende Verhalten ist Teil des Wesens eines Hundes.

6. Ihr Hund erfüllt seine Wachpflicht

Einige Hunderassen wie zum Beispiel Deutsche Schäferhunde oder Dobermannpinscher haben ein ausgeprägtes Schutzverhalten. Indem sie sich auf den verlassenen Platz ihres Besitzers setzen, schützen sie sein Territorium während seiner Abwesenheit.

Andere Menschen, die sich diesem Platz nähern werden angeknurrt.

Kehren Sie zurück, so räumt er freiwillig den solange bewachten Platz.

Fazit

Um das Verhalten des Hundes, Ihren Platz zu besetzen, nachhaltig zu ändern, müssen Sie anhand der oben angesprochenen Punkte herausfinden, welches die Auslöser seines Verhaltens sind. Anschließendes Training mit positiver Verstärkung ist dann der Schlüssel zum Erfolg.

Quellen und weiterführende Informationen: JillWellington – pixabay.com

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