Hund hochheben: So geht es richtig

Ob ins Auto, auf den Behandlungstisch oder die Treppen hinauf – es gibt viele Gründe, warum Hundehalter ihre Vierbeiner tragen müssen. Wichtig ist, dass Sie Ihren Hund richtig tragen. Bei einer falschen Haltung oder Bewegung kann es schließlich zu erheblichen Folgen kommen. Wie Sie ihren Hund hochheben und wann es sinnvoll ist Ihren Vierbeiner zu tragen, möchten wir Ihnen gerne in diesem Artikel erläutern. 

Wie hebt man einen Hund hoch: Eine Anleitung

Damit Sie ihrem Hund nicht wehtun ist es wichtig, diesen richtig hochzuheben und korrekt zu halten. Wie genau das funktioniert und was Sie unbedingt beachten sollten, möchten wir Ihnen im folgenden Abschnitt genauer erläutern. 

Welpen richtig tragen

Welpen müssen öfters getragen werden als Junghunde oder erwachsene Hunde. In ihren ersten Lebensmonaten dürfen sie beispielsweise noch keine Treppen steigen und sollten nicht ins Auto oder aufs Sofa springen. 

Damit sie nichts falsch machen, wenn Sie Ihren Welpen tragen, haben wir die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst:

  • Nicht alle Welpen sind es gewohnt, von einem Menschen hochgehoben zu werden. Bereiten Sie sich darauf vor, dass der Hund eventuell Angst bekommt und zappelt. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass Sie den Hund fest und sicher greifen , damit er nicht herunterfällt.
  • Einen kleinen Hund hochheben ist naturgemäß nicht schwer. Trotzdem sollten Sie vorsichtig sein. Am besten ist es, wenn Sie eine Hand unter die Brust Ihres Hundes legen, um die Vorderbeine zu sichern und die andere Hand verwenden, um den den Hintern zu stützen.
  • Eine weitere Methode ist das Packen an der Halskrause des Welpen. Hundemütter machen dies, um ihren Nachwuchs transportieren zu können. Sobald eine Hundemutter ihre Welpen im Nacken hochhebt, lassen diese den Körper hängen. Es kann allerdings schnell passieren, dass man falsch packt und seinem Welpen Schmerzen zufügt, so dass wir dringend davon abraten, Ihren Hund auf auf diese Art und Weise hochzuheben.

Tipp: Falls Ihr Welpe ein Halsband oder ein Geschirr trägt, können Sie ihn dort zusätzlich festhalten.

Großen Hund tragen

Hundehalter von großen Hunden nehmen ihre Vierbeiner eher selten auf den Arm. Es kann in bestimmten Situationen jedoch notwendig sein, den Hund auf den Arm nehmen zu müssen. Folgendes müssen Sie dabei beachten:

  • Bei Hunden, die mehr als 18 kg wiegen, sollten Sie eine Hand unter den Brustkorb Ihres Vierbeiners und die andere Hand unter das Hinterteil legen. Nun können Sie ihren Hund langsam hochheben.
  • Besonders schwere oder alte/gebrechliche Hunde kann man mit einer Tragehilfe unterstützen. Ein Tragegeschirr kann auch als Gehhilfe, verwendet werden und sorgt für mehr Flexibilität im Alltag.
  • Um Ihre Knie und den Rücken zu entlasten, raten wir Ihnen selbst in die Knie zu gehen und den Hund dann kontrolliert hochzuheben. Diese Technik ist sowohl für Sie als auch für Ihren Vierbeiner angenehmer. Aber Achtung: Beugen Sie sich nicht über Ihren Hund. Diese Geste könnte einschüchternd/bedrohlich wirken. 

Tipp: Sie können Ihrem Vierbeiner dazu sogar ein Kommando beibringen oder bis drei zählen und ihn dann erst hochheben.

Vermeiden Sie diese Fehler, wenn Sie ihren Hund hochheben

In diesem Abschnitt möchten wir Ihnen nochmals Tipps und Hilfen geben, wie Sie ihren Hund richtig hochheben und typische Fehler vermeiden können.

  • Schützen Sie beim Hochheben Ihres Vierbeiners immer das Gesicht des Hundes. Viele Hunde neigen dazu, ihren Kopf beim hin und her zu bewegen, wenn sie getragen werden. Damit Sie eine bessere Kontrolle haben, können Sie ihren Liebling am Halsband fixieren. 
  • Sollte Ihr Hund verletzt sein, achten Sie beim Hochheben und Tragen immer darauf, dass Sie möglichst nicht an den verletzen Bereich/die Wunde kommen. Am besten heben Sie ihren Vierbeiner in einer solchen Situation zu zweit hoch, um Ihrem Vierbeiner Sicherheit zu geben. 
  • Heben Sie Ihren Hund niemals an den Achseln hoch. Dadurch würden Sie zu viel Druck auf den Körper des Hundes ausüben, was äußerst schmerzhaft sein kann.  
  • Bereiten Sie sich immer auf das Hochheben des Hundes vor und erschrecken Sie diesen nicht durch spontane oder ruckartige Bewegungen. Durch zu schnelles und unsachgemäßes Hochheben kann es passieren, dass Ihr Hund das Vertrauen verliert und gar nicht mehr tragen lässt. 
  • Das Hinterteil Ihres Hundes sollte niemals herunterhängen, sondern immer  gestützt werden. Dadurch schaffen Sie beim Hochheben und Tragen eine gute Stabilität und verteilen das Gewicht gleichmäßig. Sie werden selbst bemerken, dass es leichter ist, Ihren Hund mit zwei Händen zu tragen. 

Darum sollten Sie Ihren Hund nur im Ausnahmefall tragen

Wie bereits erwähnt sollten Hunde nur in Ausnahmefällen getragen werden. Warum Sie ihren Vierbeiner nicht dauerhaft tragen sollten und welchen Folgen, das haben kann, haben wir in diesem Abschnitt für Sie zusammengefasst.  

1. Bewegungsmangel 

Hunde brauchen Auslauf und Bewegung. Tragen Sie ihren Hund zu viel herum und lassen ihn nicht laufen, kann dies zu einem erheblichen Bewegungsmangel führen. Ihr Vierbeiner wird dadurch unausgelastet und fühlt sich nicht mehr wohl.

2. Gesundheitliche Folgen 

Ein permanenter Bewegungsmangel beim Hund kann gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Übergewicht oder Probleme mit den Gelenken sind nicht selten. 

3. Fördert unsicheres Verhalten 

Hunde, die nicht regelmäßig spazieren gehen und Ihre Umwelt nicht richtig kennenlernen, werden unsicher. Das ständige Tragen Ihres Vierbeiners kann dieses unsichere Verhalten fördern. 

4. Fehlende Erfahrungen und Sozialkontakte

Genauso wichtig wie ausreichend Bewegung sind Sozialkontakte mit Artgenossen. Jeder Hund muss seine eigenen Erfahrungen sammeln und andere Hunde kennenlernen. Wird er ständig getragen und bekommt keinen Kontakt zu anderen Vierbeinern, kann es zu Sozialisierungsproblemen kommen. 

5. Hunde laufen lieber selber

Grundsätzlich fühlen sich Hunde nicht wohl, wenn sie getragen werden. Sie wollen die Welt erkunden, am Boden schnuppern und selber laufen. Geben Sie Ihrem Vierbeiner diese Freiheiten.

Hund ins Auto heben

Ein Grund Ihren Hund zu tragen ist, diesen ins Auto zu heben. Natürlich schafft es Ihr Hund auch allein, in den Kofferraum oder auf den Rücksitz zu springen. Wenn Sie ihren Hund heben, ist dies mit einigen Vorteilen verbunden. 

Hunde, die dauernd hoch und runterspringen fordern ihre Gelenke. Es ist deutlich gelenkschonender für Ihren Vierbeiner, wenn Sie ihn ins Auto heben. Besonders im hohen Alter sollten Sie darauf wert legen. Außerdem brauchen Sie sich keine Gedanken machen, dass Ihr Hund an den Lack des Autos kommt oder mit seinen Krallen etwas kaputt macht.

Hund knurrt beim Hochheben

Alles was Ihr Hund lernen soll müssen Sie mit ihm trainieren. Das gilt auch für das Hochheben Ihres Vierbeiners. Oft hört man „Der Hund beißt beim Hochheben“. Doch warum tut er das? Es ist wichtig nicht den Hund dafür zu bestrafen, sondern die Ursachen für sein Verhalten zu finden.

Hunde beißen meistens aus Angst, aus Unsicherheit oder aufgrund von Schmerzen oder anderen Verletzungen. Haben Sie ihren Hund vielleicht falsch hochgehoben? Sind Sie an eine schmerzende Stelle gekommen?

Um solche oder ähnliche Reaktionen zu vermeiden empfiehlt es sich,  dass hochheben von kleinauf zu üben.  Belohnen Sie ihren Vierbeiner bei gutem Verhalten mit seinem Lieblingsleckerchen und nehmen Sie ihm die Angst vor dem Hochheben. 

Hund hochheben bei einem Angriff: Ja oder Nein?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Hebt man seinen Vierbeiner bei einem Angriff hoch, besteht die Gefahr, dass sich die Aggression gegen den Halter wendet.

Sollte es tatsächlich mal zu einem Angriff oder einer brenzligen Situation kommen, ziehen Sie ihren Vierbeiner an den Innenschenkeln zurück. Ihr Hund wird sich sofort zurückbewegen und aus der Gefahrensituation gehen.

Dies ist nicht nur für Ihren Vierbeiner, sondern auch für Sie die richtige Methode, um bei einem Angriff handeln zu können. 

Hund am Geschirr hochheben

Es gibt spezielle Hundegeschirre, die ein Hochheben ermöglichen. Bei Tragehilfen oder Wandergeschirren ist dies beispielsweise der Fall. Diese speziellen Vorrichtungen helfen Ihnen als Halter dabei, Ihren Vierbeiner beispielsweise beim Laufen von Treppen zu unterstützen oder sogar bei Felsvorsprüngen. 

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