Hund beim Tierarzt beruhigen: Maßnahmen gegen die Angst

Hund bekommt eine Spritze beim Tierarzt

Während einige Vierbeiner sich bei einem Tierarztbesuch vollkommen entspannt verhalten haben andere Angst oder gar Panik. Dies erschwert nicht nur die Behandlung, sondern stellt auch unnötigen Stress für Ihren Hund dar. Wie Sie Ihren Hund beim Tierarzt beruhigen können verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Hilfe mein Hund hat Angst vor dem Tierarzt

Warum Hunde Angst vor dem Tierarzt haben lässt sich pauschal nicht sagen. Häufig sorgt eine Kombination aus folgenden Faktoren dafür, dass Hunde sich fürchten.

  • Ungewohnte Umgebung: Unabhängig davon, ob es sich um einen Notfall- oder eine Routineuntersuchung handelt, stellt die Tierarztpraxis eine ungewohnte Umgebung dar. Fremde Gerüche, unbekannte Menschen sowie andere Haustiere können furchteinflößend wirken.
  • Menschliche Begleitung: Im Warteraum sieht man häufig besorgte Hundehalter sitzen, die sich aus lauter Sorge um Ihren Vierbeiner selbst kaum unter Kontrolle haben. Nervosität und Anspannung können sich auf Ihren Hund übertragen. Um diesem die Angst vor dem Tierarzt zu nehmen, sollten Sie versuchen Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen.
  • Schlechte Erfahrungen: Leider ist nicht jede Behandlung beim Tierarzt mit einer Spritze oder einer kurzen Routineuntersuchung getan. Wenn Ihr Hund bereits eine schmerzhafte/unangenehme Behandlung erlebt hat, führt dies zu einer negativen Verknüpfung und Angst vor dem Tierarztbesuch.
  • Sensibilität: Ob ein Hund Angst vor dem Tierarzt hat oder nicht ist auch eine Frage des Charakters. Während sich einige Hunde schon beim  Betreten der Praxis freuen, gibt es andere, die schon auf der Fahrt dorthin anfangen zu zittern.
  • Der Tierarzt persönlich: Wenn Ihr Hund Angst beim Tierarzt hat, kann es sich dabei  tatsächlich um ein persönliches Problem handeln. Vielleicht findet Ihre Fellnase den Doktor aus irgendeinem Grund nicht ganz so sympathisch wie Sie.

Nehmen Sie Ihrem Hund die Angst vor dem Tierarzt

Um Ihrem Hund die Angst vor dem Tierarzt zu nehmen gibt es verschiedene herangehensweisen.

Natürlich wird sich die Panik nicht von einem Tag auf den anderen in Luft auflösen und die meisten Vierbeiner werden wohl immer ein unwohles Gefühl im Magen haben. Dennoch sollten Sie versuchen, Ihren Liebling durch geeignete Trainingsmethoden auf den Tierarztbesuch vorzubereiten.

Die besten Tipps und Tricks haben wir im folgenden Abschnitt für Sie aufgelistet: 

Hausbesuche

Gegen einen Aufpreis bieten einige Tierärzte auch Hausbesuche an. Für viele Hunde ist die Untersuchung in den heimischen Wänden deutlich angenehmer.

Hausbesuche sind allerdings nur dann eine Option, wenn es sich um eine einfache Untersuchung handelt. Falls Ihr Liebling geröntgt oder sogar operiert werden muss kommen Sie um den Gang zur Praxis wohl nicht herum.

Kennlerntermine

In der Regel finden die ersten Tierarztbesuche schon in den ersten Lebenswochen statt. Zu diesem Zeitpunkt werden Hundewelpen erstmalig geimpft, gechippt und gründlich durchgecheckt.

Da sich Hunde in diesem Alter mitten in der Sozialisierungsphase befinden, ist dieser Termin eine gute Möglichkeit, um dass Fundament für eine gute Beziehung zum Tierarzt zu legen.

Damit Ihr Liebling auch als erwachsener Hund keine Angst hat, sollten Sie Ihren Tierarzt möglichst oft besuchen. So kann Ihre Fellnase das Praxispersonal,  das Behandlungszimmer und den Tierarzt kennenlernen.

Ein Leckerli und/oder ein ausgedehnter Abenteuer-Spaziergang nach jedem besuch können die positive Verknüpfung verstärken.

Medical Training zuhause

Wenn Ihr Hund Angst vor dem Tierarzt hat, ist Medical Training genau das richtige.

Beim Medical Training wird der Hund durch verschiedene Übungen sowie regelmäßiges Training auf den Tierarztbesuch- und die damit einhergehende Untersuchung vorbereitet.

Hierzu können Sie Ihren Hund zuhause „untersuchen“ und diesen nach und nach an die ungewohnten Berührungen sowie gängige Handgriffe – etwa die Kontrolle der Zähne – gewöhnen.

Kontrollieren Sie die Ohren, tasten Sie den Bauch ab und bringen Sie Ihrem Liebling bei, sich auf Kommando auf die Seite zu legen. Damit Ihr Vierbeiner dabei nicht die Motivation verliert sollten Sie mit ausreichend Leckerlis arbeiten und diesen ausgiebig loben.

Mit der nötigen Geduld ist Medical Training ideal, um Ihrem Hund die Panik zu nehmen.

Gehen Sie morgens zum Tierarzt

Wenn es sich nicht gerade um einen akuten Notfall handelt, sollten Sie früh morgens- beziehungsweise direkt nach der Öffnung zum Tierarzt gehen.

In den Morgenstunden ist das Wartezimmer meist noch relativ leer und ruhig.

Alternativ können Sie auch spontan in der Praxis anrufen und nach dem aktuellen Betrieb fragen. So können Sie Ihrem Hund unnötig lange Wartezeiten im Vorraum ersparen.

Schimpfen Sie nicht

Um ihren Hund beim Tierarzt beruhigen zu können, schimpfen manche Hundebesitzer. Dies ist jedoch genau so verkehrt wie ein permanentes „ist doch gut“ oder „keine Angst“.

Versuchen Sie stattdessen sich vollkommen normal zu verhalten.

Natürlich können Sie Ihren Liebling streicheln. Sie sollten dabei aber stets versuchen neutral zu bleiben und Ruhe auszustrahlen.

Nehmen Sie einen zweiten Hund mit

Wenn Sie einen zweiten Hund haben, der keine Angst vor dem Tierarzt hat, sollten Sie diesen – nach Rücksprache – mit in die Praxis nehmen. Ein souveräner Artgenosse kann Ihrer Fellnase zusätzliche Sicherheit geben und dafür sorgen, dass dieser sich wohler fühlt. Falls Sie persönlich keinen zweiten Hund haben, raten wir Ihnen einen bekannten Hundehalter um Unterstützung zu bitten.

Lasten Sie Ihren Hund aus

Bevor Sie zum Tierarzt fahren, sollten Sie Ihrem Liebling die Möglichkeit geben, sich ein wenig auszupowern. Laufen Sie eine Runde durch den Wald und/oder lassen Sie Ihren Hund mit Artgenossen toben. So ist dieser ausgeglichener und entspannter. Achten Sie darauf, dass Ihr Vierbeiner vor der Untersuchung seine Blase erleichtern kann.

Wechseln Sie den Tierarzt!

In manchen Fällen kann ein Praxiswechsel dabei helfen, die Angst vor dem Tierarzt zu lindern. Nicht nur bei uns- sondern auch bei unseren vierbeinigen Begleitern spielt die zwischenmenschliche Chemie eine Rolle. Wenn Ihr Liebling den aktuellen Tierarzt aus welchem Grund auch immer nicht ausstehen kann, könnte ein Wechsel die Angst deutlich reduzieren.

Quellen und weiterführende Informationen

Titelbild: depositphotos.com – Syda_Productions

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