Hund alleine lassen: Tipps und Tricks

Kalte Ohren beim Hund sind nichts Ungewöhnliches. Die Ursache ist in den seltensten Fällen bedrohlich. Dennoch möchten wir Ihnen in diesem Beitrag verraten, warum es zu kalten Ohren beim Hund kommen kann und was Sie dagegen tun können.

So üben Sie das alleine lassen mit Ihrem Hund

Wenn Sie dass alleine lassen üben, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass es sich um ein langwieriges Training handelt, dass sich über Monate hinweg strecken kann.

Mit ausreichend Geduld, Einfühlungsvermögen sowie dem nötigen Sachverstand, kann man jedoch die meisten Hunde an das allein sein gewöhnen.

Folgende Trainingstipps haben sich bewährt: 

Ändern Sie Ihre Morgenroutine

Die meisten Hundehalter gehen morgens zur Arbeit und kehren Nachmittags zurück. Bevor es zum Arbeitsplatz geht, wird oft eine immer wiederkehrende Morgenroutine verfolgt. Diese bleibt natürlich auch dem Hund nicht verborgen.

Der weiß genau was passiert, nachdem sein Halter im Badezimmer war und Kaffee getrunken hat.

Für Hunde mit Trennungsangst fängt der Stress folglich nicht erst mit dem zuschließen der Eingangstür-, sondern schon deutlich früher an.

Damit Ihr Hund nicht schon gestresst ist, wenn Sie noch die Frühstücksreste wegbringen, sollten Sie Ihre Morgenroutine ändern.

So können Sie beispielsweise bereits einige Zeit vor dem Aufbruch die Autoschlüssel zur Hand nehmen und sich die Jacke anziehen.

Wenn Sie sich dann nochmal 10 Minuten vor den Fernseher setzen oder die Wäsche zusammenfalten, wird Ihr Liebling diese Aktivitäten nicht mehr mit Ihrem Verschwinden in Zusammenhang bringen.

Die Verlustängste Ihres Hundes werden so zwar nicht unmittelbar gestoppt, lassen sich aber mit der Zeit deutlich abschwächen.

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Machen Sie das Kommen und Gehen zu einer Selbstverständlichkeit

Viele Hundehalter schenken Ihrem Vierbeiner besonders viel Beachtung, wenn Sie nach der Arbeit nachhause kommen oder kurz davor sind die Wohnung zu verlassen.

Dieses Verhalten ist aus menschlicher Sicht zwar nachvollziehbar, kann die Verlustangst aber noch verstärken. Der Hund sieht diese als Belohnung und fühlt sich in seiner Angst bestätigt.

Dies können Sie verhindern, indem Sie Ihrem Hund eine halbe Stunde vor dem Gehen und nach dem Kommen keine Beachtung mehr schenken.

Auf diese Art und Weise geben Sie Ihrem Hund zu verstehen, dass das Kommen und Gehen zur Normalität gehört.

Begrüßen Sie Ihren Liebling erst dann, wenn dieser sich ruhig verhält.

Erhöhen Sie die Zeitintervalle Schritt für Schritt

Das Hunde nicht von heute auf Morgen 6 Stunden allein bleiben können, sollte jedem Hundehalter klar sein.

Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, die Zeit zwischen dem Verlassen der Wohnung und der Rückkehr Schrittweise zu erhöhen.

Dabei sollten Sie mit wenigen Minuten oder sogar Sekunden anfangen und den Zeitraum dann nach und nach ausdehnen.

Wichtig ist, dass Sie es langsam angehen lassen.

In manchen Fällen kann es Wochen und sogar Monate dauern, bis der Hund dazu in der Lage ist, mehrere Stunden am Stück allein zu bleiben.

Gewöhnen Sie Ihren Hund langsam ans alleine bleiben

Gehen Sie rein und raus

Verlassen Sie Ihre Wohnung zunächst nur für zwei bis drei Minuten (in besonders schweren Fällen nur für wenige Sekunden) und kommen Sie dann sofort wieder zurück.

Die Zeit sollte so kurz sein, dass Ihr Hund sich noch wohlfühlt. Indem Sie immer und immer wieder rein und rausgehen, wird dieser Prozess früher oder später zu einer Normalität.

Häufig kann man schon nach wenigen Tagen feststellen, dass der Hund das Interesse am permanenten rein und raus verliert.

Achten Sie darauf, dass Ihr Liebling entspannt ist, wenn Sie wieder reinkommen.

Ist dies nicht der Fall, war die Zeit zu lange und sollte verkürzt werden.

Erhöhen Sie die Intervalle

Zunächst sollten Sie nur für wenige Augenblicke vor die Tür treten. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Liebling schon für einige Minuten allein sein kann, können Sie die Zeit behutsam erhöhen.

Es ist empfehlenswert, die Intervalle zu variieren. Bleiben Sie beispielsweise zunächst für sechs Minuten draußen und kehren Sie im nächsten Schritt schon nach drei Minuten zurück.

Hilfe mein Hund kann nicht alleine bleiben

Sollte Ihr Hund trotz aller Maßnahmen in Panik geraten, wenn er allein ist, können Sie folgende Maßnahmen in Erwägung ziehen:

  • Wenden Sie sich an einen erfahrenen Hundetrainer
  • Pflanzliche Beruhigungsmittel oder sogenannte Pheromon Sprays können Hunden bei der Stressbewältigung helfen.
  • Ein souveräner Zweithund, der bereits an das Alleinsein gewöhnt ist, kann Ihrem Hund dabei helfen, seine Angst zu überwinden.
  • Mithilfe einer Überwachungskamera für Hunde  können Sie Ihren Liebling während Ihrer Abwesenheit beobachten. So können Sie herausfinden, wie dieser sich verhält und das Training bei Bedarf anpassen.
  • Bei Hunden mit extremer Trennungsangst empfiehlt es sich zunächst nur den Raum zu verlassen und die Tür zu schließen.

Wie lange kann ich meinen Hund alleine lassen?

Dies hängt von den individuellen Umständen ab. Allgemein sollte kein Hund länger als 8 Stunden alleine bleiben. Erfahrungsgemäß sind 6 Stunden bereits kritisch, da sich viele Hunde nach einer so langen Zeit erleichtern müssen.

Welpen beziehungsweise Junghunde tun sich mit dem allein sein oft deutlich schwerer als erwachsene Fellnasen und sollten daher – je nach Trainingsstand – maximal 2 Stunden Zuhause warten müssen.

Halter mit einem Zweithund können sich meist etwas mehr Zeit mit dem Nachhause kommen lassen, da sich Hunde in Gesellschaft mit einem Artgenossen wohler fühlen als alleine. 

Darauf müssen Sie achten, wenn Sie Ihren Hund alleine lassen 

Bevor Sie die Wohnung verlassen, sollten Sie sicherstellen, dass es Ihrem Hund an nichts fehlt und das dieser sicher ist.

Achten Sie dabei in erster Linie auf folgende Dinge: 

  • Schließen Sie Türen und Fenster 
  • Sperren Sie gefährliche/Steile Treppen ab 
  • Stellen Sie Ihre Schuhe in den Schrank 
  • Entfernen Sie herumliegende Medikamente, Essensreste und Reinigungsmittel 
  • Räumen Sie Kleinteile auf dem Boden und/oder herumliegendes Kinderspielzeug weg
  • Füllen Sie den Napf mit frischem Wasser  

Tipp: Um für zusätzliche Sicherheit zu sorgen, empfehlen wir Welpenbesitzern alle Stecker aus der Steckdose zu ziehen.

Ab wann kann ich einen Welpen alleine lassen? 

Welpen sind daran gewöhnt rund um die Uhr von ihren Geschwistern und dem Muttertier umgeben zu sein. Aus diesem Grund sollten Sie bereits ab der 10. Lebenswoche damit beginnen, dass alleine sein zu trainieren.

Wird diese entscheidende Lebensphase nicht für das Training genutzt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es später zu Trennungsangst kommt.

Wichtig ist jedoch, dass Sie Ihren Welpen zunächst ankommen lassen und ihm ausreichend Zeit geben, sich an sein neues Heim zu gewöhnen. Ist Ihr Welpe erstmal aufgetaut, können Sie langsam und ohne Stress anfangen zu üben. 

In diesem Fall sollten Sie Ihren Hund nicht alleine lassen 

Nicht alle Hunde können alleine bleiben. Falls Ihre Fellnase unter Epilepsie leidet, chronisch krank ist oder gerade frisch operiert wurde, sollte immer jemand anwesend sein.

Fragen Sie in diesem Fall Ihre Freunde oder Familienmitglieder um Hilfe oder beauftragen Sie einen erfahrenen Hundesitter mit der Beaufsichtigung Ihres Vierbeiners. 

Quellen und weiterführende Informationen: dramitkarkare – pixabay.com

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