Beißhemmung beim Hund

Ein Collie und ein Mischling beissen sich

Wir verraten Ihnen was es mit der Beißhemmung beim Hund auf sich hat und warum diese so wichtig für den Alltag ist. Alle Informationen über die Beißhemmung finden Sie in diesem Artikel. 

Was ist die Beißhemmung beim Hund?

Bei der Beißhemmung handelt es sich um ein Verhaltensmuster, dass nicht angeboren ist, sondern erlernt werden muss.

im wesentlichen geht es darum, dass der Welpe im Rahmen der Sozialisierung – also durch das Muttertier, den Umgang mit Wurfgeschwistern  sowie entsprechendes Training mit dem Besitzer – lernt, seine Beißintensität zu kontrollieren.

„Beißhemmung“ bedeutet folglich nicht, dass ein Hund überhaupt nicht beißt, sondern, dass er dosiert zubeißt ohne Schaden anzurichten.

Die Beißhemmung sorgt auch bei anderen wehrhaften Säugetieren im Tierreich dafür, dass sich Artgenossen untereinander nicht unnötig verletzen.

Weshalb ist die Beißhemmung so wichtig?

Ohne vorhandene Beißhemmung  kann es beim erwachsenen Hund zu gefährlichen Situationen im  Alltag kommen. Insbesondere dann, wenn Sie Kinder oder andere Haustiere haben ist die Beißhemmung besonders wichtig.

Auch im Umgang mit fremden Artgenossen ist die Beißhemmung elementar. Nur wenn Ihr Hund sein Gebiss unter Kontrolle hat, ist ein unbefangenes Spielen mit anderen Vierbeinern möglich.

Zwei Hunde mit Beisshemmung

Wann beginnt das Beißhemmungstraining?

Die Beißhemmung wird bereits im Alter von etwa vier Wochen trainiert. In

Zu diesem Zeitpunkt sind die Welpen bereits so agil, dass sie sich mit ihren Geschwistern messen und raufen.

Dabei zwicken die Kleinen zum Teil recht kräftig in die Lefzen, Pfoten, Ohren und Rute ihres Gegenübers.

Dies führt zu lautstarkem Quieken und Schreien. Beißt ein Welpe zu doll zu, wehrt sich das andere Hundekind in der Regel und beißt zurück.

So lernen die kleinen Vierbeiner, dass zu starkes Beißen zu unnötigem Ärger führen kann.

Passiert dies häufig, so wird der zu große Raufbold im Spiel von seinen Wurfgeschwistern ausgeschlossen.

Die Mutterhündin reagiert auf überzogenes Beißverhalten ihrer Welpen meist mit Lefzen zeigen, Knurren, einem erzieherischen Biss oder einem „über den Fang greifen“.

So lernen die Kleinen schon frühzeitig Ihre Grenzen kennen.

Erfahrene Züchter lassen ihre Mutterhündin gewähren. Ein gutes Muttertier ist der beste Garant dafür, dass die Welpen ordentlich sozialisiert werden.

Das bedeutet, dass bis zu dem Zeitpunkt, ab dem das kleine Kerlchen bei Ihnen einzieht, schon grundlegende Sozialisierungsprozesse abgelaufen sind, die es jetzt noch zu intensivieren und zu verfestigen gilt. Das Zeitfenster welches Sie hier zur Verfügung haben  ist kurz, es geht bis zum Alter von 18 Wochen. Nutzen Sie es intensiv. Hier werden die Grundsteine für das Zusammenleben des gesamten weiteren Lebens gelegt. 

Wie bringe ich meinem Hund die Beißhemmung bei? 

Da die „perfekte“ Beißhemmung nur im Alter von vier bis achtzehn Wochen erlernbar ist, ist dieser Zeitrahmen eng bemessen.

Da heißt es, ab dem Moment wo ihr neues Familienmitglied zu Ihnen kommt, mit dem Trainingsprogramm fortzufahren.

Die Grundsteine wurden bereits durch die Hundemama, die Geschwister und den Züchter gelegt, nun heißt es dranbleiben.

Folgende Tipps können dabei helfen Ihrem Hund die Beißhemmung beizubringen: 

„Zurückzwicken“

Hierbei setzt man bei den hündischen Maßregelungen an. Sowohl die Hundemutter, als auch die Geschwister würden ein übermütiges Hundekind zurückzwicken.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass bei richtiger Intensität der Kleine sehr rasch erkennt und lernt, was es bedeutet zu fest zuzubeißen.

Geschieht das Zwicken allerdings zu zaghaft, kann der Kleine dadurch noch mehr gepusht werden. wird zu hart gekniffen, wird er eventuell eingeschüchtert und verliert das Vertrauen zu Ihnen.

Es erfordert also Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen, diese Methode einzusetzen.

Ignoranz des falschen Verhaltens

Die Beißattacke deines Lieblings wird einfach ignoriert. Man lässt den Hund mit seinem Beißen ins Leere laufen.

Ein zweifelhaftes Unterfangen. Schlimmstenfalls erhöht Ihr Welpe die Intensität beim zubeißen, da ihm der Spiegel fehlt, dass er die Toleranzgrenze überschritten hat.

Obwohl einige Hundebesitzer darauf schwören, ist diese unser Meinung nach eher ungeeignet um Ihrem Hund die Beißhemmung beizubringen.

Der Welpe kommt auf die „Strafbank“

Beim Beißen wird er sofort aus der entsprechenden Situation genommen. Kurzfristig in seine Hundebox verfrachtet oder in ein extra Zimmer gesperrt.

Diese Form der Maßregelung ist nicht körperlich, hat aber mit hündischem Verhaltensrepertoire gar nichts gemein.

Daher ist es fragwürdig, ob der Welpe mit diesen menschlichen Maßregelungen etwas anfangen kann und ein verändertes Verhalten zeigt.

Ob Ihr Hund auf diese Art und Weise die Beißhemmung lernt, können Sie testen.

Sollte Sie die Methode Sie nicht weiter bringen, raten wir Ihnen, es mit einer anderen Übung zu versuchen.

Den Raum verlassen

Dies ist eine Verhaltensmaßnahme, die dem hündischen Verhalten nicht entspricht. Man nimmt sich zwar aus der Situation heraus und unterbricht die nicht gewünschte Verhaltensweise.

Diese Art der Erziehung kann schlimmstenfalls zum Bumerang werden, wenn der Hund merkt, dass er mit diesem Verhalten „seinen Menschen“ bei Bedarf auf Abstand schicken kann.

Schmerzenslaute von sich geben

Zwackt Ihr Hundekind zu stark, so imitieren Sie Welpengejaule oder rufen „aua“, was in diesem Fall nicht schwer fallen sollte, da es ja tatsächlich weh tut.

Bei Hunden, die bereits in den ersten Wochen durch Hundemutter und Geschwister sozialisiert wurden eine gut wirksame, einfache Methode, um unerwünschtes Verhalten zu unterbinden.

Wichtig: Jedes Hundekind hat seine eigene Persönlichkeit. Daher ist es immer gut, sich bei individuellen Problemen und/oder Fragen an den Züchter oder einen erfahrenen Hundetrainer zu wenden.

Wie lange dauert das Erlernen der Beißhemmung?

Hierbei gibt es keine allgemeingültige Angabe.

Viele Komponenten spielen eine Rolle: das Temperament Ihres Lieblings, Dominanzverhalten, Gelehrsamkeit, Intelligenz und so weiter.

Ganz egal wie schnell oder langsam es funktioniert, wichtig ist, dass Sie nicht die  Geduld verlieren und konsequent bleiben.

Mit Ausdauer und dem nötigen Training wird Ihr Hund die Beißhemmung schnell erlernen. Bei Problemen mit der Beißhemmung – oder der Erziehung allgemein – sollten Sie sich an einen Hundetrainer wenden.

Weitere Beiträge