Unsichere Hunde stärken: Anzeichen und Training

Ihr Hund ist unsicher, schreckhaft oder leider sogar unter Angstzuständen? In diesem Fall ist es wichtig, dass Sie Ihrem Hund Sicherheit geben. Wir geben Ihnen 10 Tipps an die Hand, damit Ihr Hund sich bei Ihnen sicher fühlt.

Unsicherheit beim Hund: Was ist das eigentlich?

Als Unsicherheit bezeichnet man die Vorstufe von Angst oder sogar Panik.

Obwohl Unsicherheit von Natur aus vorgesehen ist, um Tiere – und auch Menschen – vor potentiell gefährlichen Situationen zu bewahren, kann ein Übermaß gesundheitliche Problemen sowie Verhaltensauffälligkeiten zur Folge haben.

Den Vierbeinern fällt es schwer mit Stress umzugehen, so dass es zu unkontrollierbaren Reaktionen kommen kann. Unsichere Hunde neigen dazu, sich in entsprechenden Momenten aus dem Staub zu machen oder anzugreifen.

Um einem Hund Sicherheit zu geben, ist unter Umständen viel Training notwendig.

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Woher kommt Unsicherheit beim Hund?

Es gibt diverse Auslöser, die zu Unsicherheit beim Hund führen können. Oftmals sind es einschneidende Erlebnisse und/oder drastische Veränderungen, die einen Hund verunsichern.

Als gängige Ursachen kommen neben einem Umzug auch der Tod eines Familienmitglieds oder ein Unfall infrage. Häufig führen auch Verlustängste – etwa beim alleine bleiben – dazu, dass ein Hund plötzlich unsicher oder sogar ängstlich wird.

Wird ein Hund nicht richtig erzogen beziehungsweise  schlecht sozialisiert, kann dies ebenfalls Entwicklungsstörungen und Unsicherheit auslösen. Nicht selten haben die betroffenen Fellnasen Angst vor fremden Menschen, dem Autofahren oder lauten Geräuschen.

Besonders häufig lässt sich Unsicherheit bei Hunden aus dem Tierschutz beobachten. Diese haben nicht selten Gewalt erfahren und sind teilweise so stark traumatisiert, dass sie permanent fürchten, etwas falsch zu machen und bestraft zu werden.

Anzeichen für Unsicherheit beim Hund

Ob ein Hund unsicher ist lässt sich unter anderem an folgenden Signalen erkennen:

  • Ein eingeklemmter Schwanz, angelegte Ohren und geweitete Pupillen
  • Nervöses Bellen und aufgeregtes hin und herlaufen
  • Abducken oder erstarren
  • Zittern
  • Beschwichtigungssignale wie Lefzen lecken, Schnüffeln oder Kratzen

Hund Sicherheit geben: So geht´s

Im folgenden Abschnitt finden Sie 8 Strategien und Trainingsmöglichkeiten, die geeignet sind, um Ihrem Hund die Unsicherheit zu nehmen:

1. Sicherheit durch Routine

Hunde sind wie wir Menschen Gewohnheitstiere ein fester Tagesablauf bietet Ihnen die Struktur die sie benötigen damit sie sich sicher fühlen können.

Indem Sie Routine in Ihren Alltag bringen und feste Zeiten sowie Abläufe etablieren, helfen Sie Ihrem Vierbeiner dabei eben diesen Zustand zu erreichen.

2. Legen Sie den Fokus auf Ihren Hund

Fokussieren Sie sich bei gemeinsamen Spaziergängen voll und ganz auf Ihren Hund. Menschen tendieren dazu, sich ablenken- oder beeinflussen zu lassen.

Besonders als Halter eines eher unsicheren Hundes gerät man häufiger in Situationen, die von außen betrachtet befremdlich wirken können. Es ist wichtig sich davon nicht irritieren lassen und allen Umständen zum trotz mit seinem Hund zu arbeiten.

3. Beschützen Sie Ihren unsicheren Hund

Damit sich Ihr Hund bei Ihnen geborgen fühlen kann, müssen Sie Ihrer Rolle als Rudelführer gerecht werden. Ängstliche Vierbeiner wollen nicht mit jedem Hund Kontakt haben und lassen sich ungern anfassen.

Es ist daher Ihre Aufgabe, für Ihren Vierbeiner einzustehen und diesen zu „beschützen“. Blocken Sie heraneilende Artgenossen von Ihrer Fellnase ab. Geben Sie hundebegeisterten Passanten zu verstehen, dass Ihr Liebling nicht gestreichelt werden will.

4. Schicken Sie Ihren Hund auf Beobachtungsposten

Ein ängstlicher Hund muss immer dazu in der Lage sein, seine Umgebung zu beobachten. Dies gilt insbesondere bei Spaziergängen in der Stadt und unbekannten Gegenden.

Indem Sie Ihrem Liebling den nötigen Freiraum lassen, kann dieser sich vergewissern, dass keine Gefahr droht und entspannen.

Hundehalter, die permanent Aufmerksamkeit von ihrem Vierbeiner fordern nehmen ihrem Liebling die Chance sich abzusichern.

5. Berühren Sie Ihren Hund

Wenn Sie einem ängstlichen Hund Sicherheit geben wollen, können Sie hierzu eine Beruhigungsweste nehmen. Zu den berühmtesten Herstellern in diesem Bereich gehört die amerikanische Firma „Thundershirt“.

Die Westen schmiegen sich – ähnlich wie eine Gewichtsdecke für Menschen – an den Körper an und lösen ein wohliges Gefühl aus. Sie sind für Tierarztbesuche, Silvester sowie Gewitter oder ähnlich aufregende Situationen gedacht.

Die Wirksamkeit der Produkte konnte im Rahmen wissenschaftlicher Studien belegt werden.

6. Sorgen Sie für einen sicheren Rückzugsort

Unsichere Hunde brauchen einen geschützten Rückzugsort. Dabei sollte es sich um einen Platz handeln, an dem die Fellnase bei Bedarf vollkommen(!) ungestört liegen kann.

Um eine positive Verknüpfung mit diesem Platz herzustellen, können Sie Ihren Hund mit Leckerlis und Streicheleinheiten konditionieren. Indem Sie Ihren Vierbeiner auf eine Decke konditionieren, lässt sich dieser Rückzugsort sogar überallhin mitnehmen.

7. Stellen Sie sich der „Gefahr“

Die plötzlich am Straßenrand stehende Mülltonne oder der sich knarzend schließende Rollladen kann bei so manchem Vierbeiner für Panik sorgen.

Gehen Sie auf die vermeintliche Gefahr zu, statt die Flucht anzutreten und Ihren Hund damit in seiner Angst zu bestätigen.

So kann sich Ihr Hund davon überzeugen, dass die Mülltonne ungefährlich- und die Welt nicht so schrecklich wie gedacht ist.

8. Loben Sie Ihren Hund bei Unsicherheit

Mit einem unsicheren Hund hat man es als Halter nicht einfach. Damit Ihr Liebling wieder sicherer wird und mehr Selbstbewusstsein bekommt, sollten Sie diesen für jeden noch so kleinen Fortschritt ausgiebig loben.

Mit jedem Leckerli und jedem positiven Feedback, dass Sie Ihrem Liebling geben, wächst dieser ein kleines Stück weiter über sich hinaus.

Speziell an schwierigen Tagen sollten Sie für Erfolgserlebnisse sorgen, die Ihre Fellnase animieren.

Weitere Fragen zum Thema „Unsicherheit beim Hund“

Unsicherer Hund geht nach vorne: Was kann ich tun?

Während die meisten unsicheren Hunde versuchen, sich einer unangenehmen Situation durch Flucht- oder ein Unterwerfen zu entziehen, gibt es auch Exemplare, die stattdessen nach vorne gehen und zuschnappen.

Da ein solches Verhalten nicht nur für andere Menschen und Artgenossen, sondern auch den betroffenen Hund hochgradig gefährlich ist, sollte man dem schnell entgegenwirken.

Suchen Sie sich in diesem Fall einen Hundetrainer und sichern Sie Ihren Liebling notfalls mit einem Panikgeschirr und einem Maulkorb.

Quellen und weiterführende Informationen: PicsbyFran – pixabay.com

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