Türkische Hunderassen

Sie wollen sich über türkische Hunderassen informieren oder haben sogar vor, sich einen Hund anzuschaffen? In diesem Fall sind Sie bei uns an der richtigen Adresse. Wir haben uns intensiv mit den verschiedenen Hunderassen aus der Türkei auseinandergesetzt. Die bekanntesten türkischen Hunderassen haben wir im folgenden Artikel für Sie aufgelistet.

Kangal

Geschichte und Herkunft

Die wohl berühmteste türkische Hunderasse dürfte der Kangal darstellen. Auch wenn die Hunderasse erst im Jahr 2018 von der FCI anerkannt wurde, sind die Vierbeiner in ihrem Heimatland seit jeher etabliert. Hundeexperten vermuten, dass die ersten Kangals von asiatischen Nomaden gehalten wurden. Sowohl damals als auch heute wurden die Vierbeiner zum Schutz der Viehherden eingesetzt. Im Rahmen ihrer Aufgabe sind die Hunde zum Teil tagelang auf sich allein gestellt und verteidigen die Herden zuverlässig gegen Räuber und Raubtiere. In anderen Teilen der Welt ist der Kangal zwar bekannt aber relativ selten.

Wesen und Erziehung

Beim Kangal handelt es sich um einen waschechten Herdenschutzhund. Es ist folglich kein Wunder, dass die Hunde über einen stark ausgeprägten Territorialinstinkt verfügen und das Hab und Gut ihres Halters bedingungslos beschützen. Um Zwischenfälle zu vermeiden ist es wichtig, die Vierbeiner von klein auf zu erziehen und zu sozialisieren. Halter eines Kangals sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein und über Erfahrung im Umgang mit Hunden verfügen. In den richtigen Händen zeigen sich die Hunde als liebevoll und sensibel. Sie bleiben aber dennoch eigenständig und benötigen ein großes Grundstück zum Bewachen, um sich wohlzufühlen. In einer Stadtwohnung hat der Kangal nichts verloren.

Äußeres Erscheinungsbild

Mit einem Körpergewicht von 60 Kilogramm und mehr sowie einer Widerristhöhe von bis zu 78 Zentimetern ist der Kangal zweifelsfrei eine imposante Erscheinung. Typisch für das äußere Erscheinungsbild dieser majestätischen Hunde ist ein breiter Schädel, ein robuster Körperbau sowie eine buschige Rute, die meist locker herabhängt. Das dichte Fell ist in der Regel Zobelfarben und verfügt über eine üppige Unterwolle. Kangals haben eine schwarze Maske. Auch die Ohren und die Nase sind bei reinrassigen Exemplaren schwarz.

Kars-Hund

Geschichte und Herkunft

Der auch als „Anatolischer Hirtenhund“ bekannte Kars-Hund zählt ebenfalls zu den türkischen Hunderassen. Ursprünglich stammt der Kars aus der gleichnamigen Region im Norden der Türkei. Wie der Kangal hatte und hat der Kars-Hund die Aufgabe die Viehherden vor Gefahren zu schützen. Man geht davon aus, dass die ersten Kars-Hunde bereits vor mehr als 600 Jahren entstanden. Leider lässt sich die Geschichte der Hunderasse nicht mehr genau nachvollziehen, so dass die genaue Herkunft ein Rätsel bleiben wird. Auch wenn die Vierbeiner in der Türkei als eigenständige Rasse gelten gibt es nach wie vor kein anderes Land, dass die Rasse offiziell anerkennt.

Wesen und Erziehung

Auch vom Wesen her ähnelt der Kars-Hund dem Kangal. Der starke Beschützerinstinkt der Hunde erfordert eine Menge Hundeerfahrung und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Anatolische Hirtenhunde treffen eigenständige Entscheidungen. Ein Will to Please wie beim Border Collie ist den Hunden fremd. Als Halter eines Kars sollte man daher unbedingt frühzeitig mit der Erziehung beginnen. Um Auseinandersetzungen mit Artgenossen zu verhindern empfiehlt es sich auf eine entsprechende Sozialisierung zu achten. Wer ausreichend Platz hat und über das notwendige Wissen verfügt findet im Kars einen zuverlässigen Wachhund.

Äußeres Erscheinungsbild

Wer sich einen Anatolischen Hirtenhund anschaffen möchte sollte über ausreichend Kraft verfügen, um diesen auch zu halten. Mit einem Gewicht von bis zu 75 Kilogramm und einer Widerristhöhe von bis zu 90 Zentimetern gehören die Hunde ohne Zweifel zu den größten Hunderassen der Welt. Das imposante Auftreten wird durch den mächtigen Fellkragen rund um den Hals sowie den breiten Schädel unterstrichen. Das dichte Fell und Unterfell dienen als zuverlässiger Schutz bei Kälte und Feuchtigkeit.

Türkischer Mastiff

Geschichte und Herkunft

In seinem Heimatland wird der türkische Mastiff als Aksaray Malaklısı bezeichnet. Die mächtigen Hirtenhunde sind in der gesamten Türkei verbreitet, stammen aber ursprünglich aus der gleichnamigen Region „Aksaray“. Überreste von großen Hunden, welche man bei archäologischen Grabungen fand, deuten darauf hin, dass die Vorgänger des türkischen Mastiffs bereits vor Jahrhunderten in der Türkei vorkamen. Während die Hunde früher auch bei kriegerischen Auseinandersetzungen zum Einsatz kamen werden die Vierbeiner heute als Herdenschutzhunde gehalten.

Wesen und Erziehung

Das Wesen des türkischen Mastiffs ist typisch für einen Herdenschutzhund. Die Vierbeiner verfügen über einen extrem ausgeprägten Schutztrieb, sind äußerst territorial und sind daran gewöhnt eigenständige Entscheidungen zu treffen. Unausgelastete und/oder schlecht erzogene Rassevertreter neigen dazu unerwünschte Verhaltensweisen zu entwickeln. Um entsprechende Probleme von vornherein zu verhindern ist eine frühzeitige Sozialisierung wichtig. Für Hundeneulinge sowie die Haltung in der Stadt sind die Hunde nicht nur aufgrund ihrer Größe, sondern auch aufgrund des Schutztriebs ungeeignet.

Äußeres Erscheinungsbild

Vom Körperbau her ist der türkische Mastiff deutlich massiger als der Kangal. Die schwarze Maske, eine leicht gebogene Rute sowie stark ausgeprägte Lefzen gehören zu den Erkennungsmerkmalen des türkischen Mastiffs. Die Widerristhöhe bei Rüden beträgt bis zu 70 Zentimetern bei Rüden. Hündinnen sind meist etwas kleiner und kommen auf eine Widerristhöhe von ungefähr 65 Zentimetern. Das dichte Haarkleid ist kürzer als das anderer türkischer Herdenschutzhunde und stellt einen effizienten Schutz bei Hitze, Kälte und Nässe dar.

Akbas

Geschichte und Herkunft

Auch der Akbas ist ein Herdenschutzhund mit türkischen Wurzeln. Insbesondere in Ankara, Konya und Afyon sind die Hunde weit verbreitet. Darüber hinaus werden die Hunde In Holland, den USA und Kanada gehalten. In Deutschland hingegen sind die Hunde eher selten anzutreffen. Obwohl die FCI den Akbas nicht offiziell anerkennt, gelten die Hunde in Ihrem Herkunftsland als eigenständige Rasse.

Wesen und Erziehung

Hauptaufgabe eines Akbas-Halters ist es, dessen starken Schutztrieb in die richtigen Bahnen zu lenken. Die unerschrockenen und äußerst aufmerksamen Vierbeiner sind hervorragende Wächter, die allerdings frühzeitig ihre Grenzen kennenlernen sollten. Da der Akbas höchst eigenständig ist und über einen starken Willen verfügt gehören benötigt man als Besitzer eines Akbas einiges an Sachverstand und Durchsetzungsvermögen. Entsprechend sozialisierte Tiere zeigen sich im Alltag als mutige Beschützer, die sich ihren Menschen gegenüber liebevoll verhalten.

Äußeres Erscheinungsbild

Um den Akbas von einem Kangal oder einem Kars-Hund unterscheiden zu können benötigt man ein geschultes Auge. Doch auch wenn sich die drei Hunderassen sehr stark ähneln gibt es kleine, aber feine Unterschiede was das Äußere Erscheinungsbild anbelangt. Bei einer Höhe zwischen 71 und 81 Zentimetern liegt das Gewicht ausgewachsener Hunde bei bis zu 55 Kilogramm. Trotz ihrer kräftigen Statur wirken die Hunde in keiner Weise behäbig oder plump. Das dichte Haarkleid ist – je nach Variante – kurz bis mittellang und entweder enganliegend oder leicht wellig. Das Fell ist weiß bis gräulich.

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