Seltene Hunderassen

Norwegischer Lundehund

Herkunft und Geschichte

Eine besonders seltene Hunderasse ist der Lundehund. Die aus Norwegen stammenden Vierbeiner kamen in den Küstenregionen bei der Jagd auf Papageientaucher und deren Nester zum Einsatz. Um auf den steilen Klippen nicht den Halt zu verlieren, mussten die Hunde über enorme Kletterfähigkeiten sowie eine hohe Trittsicherheit verfügen. Da man irgendwann dazu überging, die scheuen Vögel mit Netzen zu fangen, wären die Lundehunde fast in Vergessenheit geraten. Engagierten Züchtern gelang es, den fortbestand der Rasse sichern. Dennoch zählt der Lundehund nach wie vor zu den absoluten Exoten der Hundewelt.

Wesen und Erziehung

Auch wenn der Lundehund ein passionierter Jäger ist, der gerne in der Gegend herumstöbert, handelt es sich im Allgemeinen um eine unkomplizierte und anpassungsfähige Rasse. Als Halter sollte man mit dem Eigensinn, sowie dem hohen Bewegungsdrang der Hunde zurechtkommen. Wird der Lundehund mit Geduld und Einfühlungsvermögen erzogen zeigt er sich als gutgelaunt, anhänglich und wachsam. Wer empfindliche Nachbarn hat, sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Lundehund dazu neigt, viel zu bellen. Begegnungen mit Artgenossen stellen in der Regel kein Problem dar.

Äußeres Erscheinungsbild

Der offizielle Rassestandard fordert eine Widerristhöhe von maximal 38 Zentimetern und ein Maximalgewicht von 7 Kilogramm. Mit seinem rötlich braunen Fell und seinem länglichen Körperbau sieht der Lundehund fuchsähnlich aus. Um beim Jagen erfolgreich sein zu können sind die Schultergelenke des Lundehunds beweglicher als bei anderen Hunden. Zudem hat er sechs Zehen an jeder Pfote und bis zu 8 Ballen, mit denen er auch auf Algenbewachsenen Felsen ausreichend Grip hat. Wenn er seiner Beute ins Wasser folgen muss, kann er seine Ohren verschließen.

Otterhund

Geschichte und Herkunft

Der Otterhund ist eine seltene Hunderasse aus Großbritannien. Wie es der Name vermuten lässt wurden die Vierbeiner ursprünglich zur Otterjagd gezüchtet. Um ihre Fischteiche vor den Raubtieren zu schützen und/oder an das Fell der Otter zu gelangen kreuzte man britische Hound-Linien mit französischen Hunden. So entstand schließlich der wasseraffine Otterhund, welcher bei der Wasserjagd bis zu 5 Stunden am Stück arbeiten konnte. Durch die schrumpfende Otterpopulation wäre der Otterhund beinahe ausgestorben. 1979 wurde die Rasse durch die FCI anerkannt. Schätzungen zufolge existieren weltweit weniger als 1000 Exemplare dieser äußerst seltenen Rasse-

Wesen und Erziehung

Um sich wohlzufühlen, benötigt der Otterhund unbedingt direkten Familienanschluss. Mit seiner cleveren, aufgeweckten Art und seinem Bewegungsdrang hält er seinen Halter mächtig auf Trab. Wird er ausreichend beschäftigt zeigt er sich als Kinderlieber und freundlicher Hund, der am liebsten überall dabei ist. Bei gemeinsamen Erkundungstouren sollte man immer den Jagdtrieb der Vierbeiner im Hinterkopf behalten. Nimmt der Otterhund eine Spur auf ist er meist nicht mehr zu bremsen. Als Alternative zur Jagd eignen sich Agilitykurse, Flyball oder ähnliche Hundesportarten. Fürs Obedience ist die Rasse aufgrund ihres ausgeprägten Starrsinns eher ungeeignet.

Äußeres Erscheinungsbild

Der Otterhund ist ein großer, kräftiger Hund. Je nach Geschlecht erreichen die Vierbeiner eine Schulterhöhe zwischen 61 und 69 Zentimeter. Die langen Beine geben den Hunden die Möglichkeit, sich sowohl an Land als auch im Wasser schnell und sicher fortzubewegen. Wie der Neufundländer und der Labrador verfügt der Otterhund über eine Zwischenzehenhaut, die für zusätzlichen Vortrieb beim Schwimmen sorgt. Das lange, ölige Fell schützt die Vierbeiner vor Feuchtigkeit. Es kann grau, blond oder blau gefärbt sein. Weiße Abzeichen sind zulässig.

Pharaonenhund

Geschichte und Herkunft

Die Geschichte des Pharaonenhundes reicht bis zu 5000 Jahre in die Vergangenheit und lässt sich heutzutage nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Kynologen vermuten, dass die seltene Hunderasse schon in der Antike nach Malta gelangtem, wo man die Hunde unter dem Namen „Kelb tal-Fenek“ (zu Deutsch „Hund des Kaninchens“) kennt. Die Malteser setzen die Sichtjäger bis heute als Jagdbegleiter ein. Die Reinzucht der Vierbeiner begann in den 1960er Jahren. Seit dem Jahr 1974 wird der Pharaonenhund durch den britischen Kennel Club betreut.

Wesen und Erziehung

Der Pharaonenhund ist ein ausgezeichneter Jagdhund, kann aber auch als Hüte- oder Wachhund eingesetzt werden. Die robusten Tiere sind äußerst bewegungsfreudig, stets aufmerksam und sind für jedes Abenteuer zu haben. Als Halter eines Pharaonenhundes sollte man unbedingt für einen abwechslungsreichen Alltag sorgen. Im Freilauf sind die Hunde voll in ihrem Element. Schnelle Sprints und ausgelassenes Toben sind genau das, was der Pharaonenhund braucht, um sich wohlzufühlen. Darüber hinaus sind die verspielten Vierbeiner als intelligent, loyal und ausdauernd bekannt.

Äußeres Erscheinungsbild

Trotz einer durchaus beachtlichen Schulterhöhe von bis zu 63 Zentimetern erreicht der Pharaonenhund ein Maximalgewicht von lediglich 27 Kilogramm. Von seinem Körperbau her ähnelt der Pharaonenhund einem Windhund. Die langen Beine, die trockene Muskulatur sowie der tiefe Brustkorb sind ein Indiz für die Leistungsfähigkeit der Hunde. Das äußere Erscheinungsbild wird zudem durch einen länglichen Schädel, eine fleischfarbene Nase sowie große Stehohren geprägt. Der Pharaonenhund hat keine Unterwolle und ein feines, kurzes Deckhaar, welches verschiedene Brauntöne haben kann.

Löwchen

Geschichte und Herkunft

Eine weitere seltene Hunderasse, die sie unbedingt kennen müssen, ist das Löwchen. Vierbeiner, die dem Löwchen ähnlich sahen, existierten bereits während des Mittelalters. Die Rasse ist eng mit dem Bichon Frise verwandt und galt bei der adligen Bevölkerungsschicht als beliebter Begleithund. Dies ist auch der Grund, warum man das Löwchen auf vielen alten Zeichnungen entdecken kann. Im Rahmen der französischen Revolution und dem damit einhergehenden Umbruch wären die Hunde beinahe verschwunden. Es ist den Zuchtbemühungen engagierter Hundefreunde zu verdanken, dass die Rasse heute noch existent ist.

Wesen und Erziehung

Das Löwchen ist für seine quirlige Art und seine Anpassungsfähigkeit bekannt. Solange die Hunde bei ihrer Familie sein können, ist die Welt für sie in Ordnung. Fremden nähren sich die Vierbeiner vorsichtig und distanziert aber keineswegs aggressiv an. Trotz ihrer geringen Körpergröße sind die cleveren Tiere „vollwertige Hunde“, welche lange Spaziergänge ebenso sehr lieben, wie geistige Beschäftigung. Da sich Löwchen relativ leicht erziehen lassen, sind sie auch für Hundeanfänger gut geeignet. Die Hundeschule sollte man natürlich trotzdem besuchen. So lernt Ihr Löwchen nicht nur den Umgang mit Artgenossen, sondern auch die wichtigsten Grundkommandos.

Äußeres Erscheinungsbild

Das Löwchen ist ein kleiner Hund mit einem kompakten, nahezu quadratischen Körperbau. Dem offiziellen Rassestandard nach sollte die Widerristhöhe zwischen 20 und 35 Zentimetern liegen. Das Gewicht liegt bei ungefähr 6 Kilogramm. Das dichte Fell ist lang, leicht gewellt und hat keine Unterwolle. Es ist äußerst pflegeintensiv und muss mehrmals wöchentlich gebürstet werden. Ihre Rute tragen Löwchen über dem Rücken. An den tief angesetzten Schlappohren sowie den Füßen ist das Fell deutlich länger als am Rest des Körpers. Der Schädel ist kurz und breit.

Kanaan-Hund

Geschichte und Herkunft

Der Kanaan Hund ist eine besonders seltene Hunderasse aus dem afrikanisch-asiatischen Raum. Als Vorfahren der Hunde gelten Spitze, welche die ursprünglichste Hundefamilie darstellen und schon vor etwa 12.000 Jahren vorkamen. Kanaan-Hunde leben meist auf sich allein gestellt in der Nähe menschlicher Behausungen, wo sie sich von Essensresten oder Beutetieren ernähren. Bis heute gelten die wildlebenden Vierbeiner als Wachhunde der Beduinen, welche in einer Art Koexistenz mit den Tieren leben. Auch wenn die Kanaan- oder auch Pariahunde nicht als Haustiere im engeren Sinne gelten, wurden sie im Jahr 1966 als eigenständige Hunderasse anerkannt.

Wesen und Erziehung

Typischerweise ist der Kanaanhund eher zurückhaltend und vorsichtig. Ungewohnte Ereignisse werden von ihm oft als Bedrohung wahrgenommen. Wer einen Kanaanhund domestizieren möchte, sollte folglich frühzeitig an der Sozialisierung arbeiten. Sein Grundstück verteidigt der Kanannhund nachdrücklich und unter lautem Gebell. Wird er als Familienhund gehalten, sucht er sich eine Bezugsperson, an der er sich orientiert. Kanaanhunde sind außergewöhnlich reinlich und verspielt. Sie blühen förmlich auf, wenn sie Artgenossen um sich herumhaben. Für die Haltung in einer Stadtwohnung ist die seltene Hunderasse absolut ungeeignet.

Äußeres Erscheinungsbild

Die mittelgroßen Vierbeiner sind athletisch und erinnern vom Typ her an Straßenhunde. Bei einer Widerristhöhe zwischen 50 und 60 Zentimetern bringen die Vierbeiner bis zu 25 Kilogramm auf die Waage. Das raue, dichte Fell ist kurz bis mittellang. Die üppige Unterwolle schützt die Hunde vor Wind und Wetter. Zu den erlaubten Fellfarben gehören weiß, schwarz, beige sowie braun.

Puli

Geschichte und Herkunft

Der Puli sieht nicht nur sehr speziell aus, sondern ist auch sehr selten. Die aus Ungarn stammende Hunderasse, entstand aus den Hütehunden der Magyaren, einem Volksstamm, welcher vor über 1000 Jahren ins heutige Ungarn gelangte. In seinem Heimatland wurde der Puli als wachsamer Hütehund verwendet. So halfen die Hunde nicht nur beim Treiben der Viehherden, sondern beschützten diese auch vor Dieben und Raubtieren. Seit 1935 gilt der Puli als offiziell anerkannte Hunderasse.

Wesen und Erziehung

Unter Hundehaltern schätzt man den Puli für seine anhängliche, gut gelaunte Art. Mit einem Puli an seiner Seite muss man sich um Einbrecher keine Sorgen machen. Die wachsamen Hunde schlagen bei sich nährenden Fremden sofort Alarm und beschützen ihren Halter falls notwendig. Pulis lieben lange Spaziergänge sowie geistige Beschäftigung, welche sie brauchen, um richtig ausgelastet zu sein. Wer mit der Starrsinnigkeit der seltenen Hunderasse klarkommt kann sich über einen kinderlieben, freundlichen Begleiter fürs Leben freuen.

Äußeres Erscheinungsbild

Wichtigstes Erkennungsmerkmal des Pulis ist unzweifelhaft das Fell, welches in langen „Dreadlocks“ herabhängt. Es bedarf einiges Erfahrung und noch mehr Zeit, um das Fell zu pflegen. Wer keine Lust auf Fellpflege hat, sollte sich folglich keinen Puli anschaffen. Erlaubt sind die Farben schwarz, weiß oder Creme. Im Gegensatz zum Komondor kommt der Puli bloß auf eine maximale Schulterhöhe von ungefähr 45 Zentimetern. Das Gewicht liegt zwischen 10 und 15 Kilogramm.

Tschechischer Terrier

Geschichte und Herkunft

Beim tschechischen Terrier handelt es sich um eine seltene Hunderasse mit einer vergleichsweise kurzen Historie. Mit der Zucht der Hunde begann man ungefähr 1950. Ziel war es leichtführige Jagdhunde für die Jagd auf Dachse und Füchse zu erschaffen. Hierzu kreuzte man Scottish Terrier und Sealhyam Terrier miteinander, welchem er bis heute stark ähnelt. Wie es der Name erahnen lässt, kommt die Rasse aus Tschechien, wo man sie auch als Böhmische Terrier kennt. In letzter Zeit wird der tschechische Terrier zusehends beliebter. Insbesondere in seinem Heimatland gilt er mehr und mehr als freundlicher Familienhund.

Wesen und Erziehung

Der Tschechische Terrier ist ein unkomplizierter Zeitgenosse, der sich Menschen und Artgenossen gegenüber gleichermaßen freundlich verhält. Aufgrund des starken Jagdtriebs der Hunde empfiehlt es sich, frühzeitig am Rückruf zu arbeiten und an einem Antijagdtraining teilzunehmen. Seine Familie bedeutet dem Tschechischen Terrier alles! Zu ihr geht er eine enge Bindung ein und freut sich, wenn er im Mittelpunkt steht. Exemplare die ausreichend Beschäftigung erhalten sind leichtführig sowie ausgeglichen. Wenn Sie sich einen Welpen holen, sollten Sie bereits in den ersten Lebenswochen mit der Erziehung beginnen.

Äußeres Erscheinungsbild

Dem offiziellen FCI-Standard nach erreicht der Tschechische Terrier eine Schulterhöhe zwischen 25 und 32 Zentimetern. Das Gewicht beträgt 6 bis 10 Kilogramm. Optisch ist der Cesky Terrier ein muskulöser Hund mit kurzen Beinen und einem langen Fellkleid. Letzteres ist leicht gewellt und graublau oder hellbraun. Auffällig sind die mittelgroßen Kippohren, der keilförmige Kopf sowie die tiefliegenden Augen, welche von überhängendem Fell bedeckt werden. Die mittelgroßen Augen sind hell- bis dunkelbraun und machen einen freundlichen Eindruck.

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