Norwegische Hunderassen

Auch wenn es nicht viele Norwegische Hunderassen gibt, sind die Norweger stolz auf Ihre Vierbeiner. Welche Hunderassen aus Norwegen stammen und welche Eigenschaften diese haben verraten wir Ihnen im folgenden Beitrag. 

Norwegischer Lundehund

Herkunft und Geschichte

Der Lundehund zählt zu den ältesten norwegischen Hunderassen. Die ersten Lundehunde wurden im Hafenstädtchen Mastad gezüchtet. Dort – und auch an anderen Küstenabschnitten – setzte man die Hunde bei der Jagd auf Papageientaucher ein. Dieser, extrem anspruchsvollen Tätigkeit hat die Rasse auch ihren Namen zu verdanken („Lund“ bedeutet auf Norwegisch Vogel). Als man Mitte des 19. Jahrhunderts, damit begann, die scheuen Vögel mit Netzen einzufangen, wäre der Lundhund beinahe ausgestorben. Der Bestand hat sich bis heute kaum erholt, ist aber stabil. Wer sich hierzulande einen Lundehund wünscht, muss jedoch die Reise nach Norwegen antreten, da es innerhalb Deutschlands keine Züchter gibt.

Wesen und Erziehung

Lundehunde gelten als unkomplizierte und anpassungsfähige Vierbeiner mit einem hohen Bewegungsdrang und einem ausgeprägten Dickkopf. Lundehunde wurden darauf gezüchtet, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Bedingungslosen Gehorsam darf man folglich nicht erwarten. Mit Geduld und einer konsequenten Erziehung entwickelt sich der Lundehund zu einem liebevollen, anhänglichen Begleiter, der für jeden Spaß zu haben ist. Da der Lundehund dazu neigt, Besucher und Fremde durch lautes Bellen anzukündigen, sollte man entweder ländlich wohnen oder das Verhalten frühzeitig unterbinden. Mit Artgenossen hat der Norwegische Lundehund selten ein Problem.

Äußeres Erscheinungsbild

Bei einer Schulterhöhe von bis zu 38 Zentimetern kommt der Lundehund auf ein Gewicht von etwa 7 Kilogramm. Vom äußeren Erscheinungsbild her ähnelt der rötlich-braune Lundehund an einen Fuchs. Um bei der Jagd auf Papageientaucher möglichst erfolgreich zu sein, verfügt die norwegische Hunderasse über einige spezielle Merkmale. Zum einen sind die Schultergelenke beweglicher, als bei anderen Hunden und zum anderen lassen sich die Ohren zum Tauchen verschließen. Auffällig sind zudem die Pfoten. Lundehunde haben sechs Zehen und bis zu acht Ballen, so dass sie auch in unwegsamem Gelände ausreichend Grip haben.

Norwegischer Elchhund

Herkunft und Geschichte

Die Geschichte dieser norwegischen Hunderasse konnten Wissenschaftler bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Hundeskelette, welche man bei archäologischen Ausgrabungen in Norwegen fand wurden auf ein Alter von über 5000 Jahren geschätzt. Zu Mittelalterzeiten bezeichnete man den Norwegischen Elchhund als „Dyrehund“. Obwohl man die Hunde auch zum Schutz von Hab und Gut einsetzte, wurden sie überwiegend zur Jagd verwendet. Bis 1981 wurde der Norwegische Elchhund mit dem aus Schweden stammenden Jämthund gleichgestellt. Heutzutage wird er vom FCI als eigenständige Rasse anerkannt.

Wesen und Erziehung

Der Norwegische Elchhund ist stets gut gelaunt und zeigt sich sowohl Menschen als auch Artgenossen gegenüber freundlich. Da die Vierbeiner sehr intelligent sind benötigen Sie unbedingt geistige Auslastung. Rassebedingt zählen Mantrailing und die Jagd zu den idealen Beschäftigungsmöglichkeiten. Da der Norwegische Elchhund viel Auslauf benötigt ist er für die Stadthaltung eher ungeeignet. Für aktive Familien mit Hundeerfahrung ist der etwas eigensinnige Elchhund jedoch genau das richtige.

Äußeres Erscheinungsbild

Mit einer Widerristhöhe zwischen 42 und 52 Zentimetern reiht sich der Norwegische Elchund in die Reihe mittelgroßer Hunderassen ein. Das Gewicht der Hunde liegt bei 18 bis 25 Kilogramm. Durch den kraftvollen Körperbau machen die Hunde einen robusten Eindruck. Die aufrechten Ohren gehören wie die eingerollte Rute und der keilförmige Kopf zu den typischen Erkennungsmerkmalen der Rasse. Das mittellange Fell ist entweder grau oder schwarz und fühlt sich sehr kräftig an.

Hygenhund

Herkunft und Geschichte

Die relativ junge Hunderasse wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts erschaffen. Als Urvater des Hygehundes gilt H.F. Hygen. Dieser kreuzte Holsteiner Bracken mit Bracken-artigen Hunden aus dem Norden und kreierte so den Hygenhund wie wir ihn heute kennen. In der Vergangenheit dienten Hygenhunde überwiegend als Begleiter bei der Jagd auf Hasen und Füchse. Heutzutage ist der Hygenhund auch als Familienhund zu finden. Die Anerkennung dieser leider sehr seltenen Rasse fand am 06.10.1965 statt.

Wesen und Erziehung

Hygenhunde sind gerne bei ihren Menschen und genießen ausgiebige Streicheleinheiten. Wenn der Hygenhund genügend Bewegung bekommt, zeigt er sich im Alltag als ausgeglichen und ruhig. Fremden gegenüber ist er zurückhaltend, aber nicht aggressiv. Da er als sehr folgsam und leicht erziehbar gilt ist der Hygenhund auch für unerfahrene Hundehalter geeignet. Da viele Rassevertreter ein Problem mit dem Alleinbleiben haben sollte man dies so früh wie möglich trainieren. Zudem empfiehlt es sich bereits im Welpenalter am ausgeprägten Jagdtrieb zu arbeiten.

Äußeres Erscheinungsbild

Der Hygenhund kommt auf eine Schulterhöhe, von bis zu 58 Zentimetern und kann bis zu 25 Kilogramm schwer werden. Vom Körperbau her ist er muskulös, aber athletisch. Die langen, herabhängenden Ohren und das keilförmige Gesicht prägen das Erscheinungsbild der Rasse. Das kurze Fell der Hunde kann die verschiedensten Farben haben.

Norwegischer Buhund

Herkunft und Geschichte

Der Norwegische Buhund zählt zu den Nordischen Spitzen. Bereits vor mehreren hundert Jahren wurden die Vierbeiner als wachsame Haus- und Hofhunde von der ländlichen Bevölkerung Norwegens geschätzt. Dieser Aufgabe haben die Hunde auch ihren Namen zu verdanken. „Bu“ bedeutet „Vieh“ und „Hof“. Obwohl sich die genaue Geschichte der Buhunde nicht mehr rekonstruieren lässt, gilt es als gesichert, dass sie von den Vierbeinern der Wikinger abstammen. Nach einer erstmaligen Vorstellung der Hunde auf einer Landwirtschaftsmesse im Jahr 1913 stieg die Zahl der Züchter in Norwegen. Im Gegensatz zu manch anderen Hunderassen ist der Buhund dennoch ein Exot.

Wesen und Erziehung

Das Motto des Buhunds ist mittendrin statt nur dabei. Die kinderlieben, anhänglichen Vierbeiner stecken voller Energie und brauchen sowohl körperliche als auch geistige Beschäftigung, um sich wohlzufühlen. Wie viele andere Hunderassen aus Norwegen ist auch der Buhund für seine Bellfreudigkeit bekannt. Diese Eigenschaft macht ihn zwar zu einem guten Wachhund, kann aber auch zu Stress mit genervten Nachbarn führen. Wie alle Hunde benötigt der Buhund eine konsequente Erziehung und eine klare Führung. Unausgelastete und/oder schlecht erzogene Hunde neigen dazu, sich ein Ventil für ihre Langeweile zu suchen.

Äußeres Erscheinungsbild

Der Norwegische Buhund ist eindeutig als Spitz erkennbar. Das Äußere Erscheinungsbild wird durch einen quadratischen Körperbau, spitzzulaufende Stehohren sowie eine eingerollte Rute geprägt. Buhunde erreichen ein Gewicht zwischen 16 und 19 Kilogramm und ein Stockmaß von bis zu 47 Zentimeter. Das Fell verfügt über eine dichte, weiche Unterwolle. Das Deckhaar ist von mittlerer Länge und hat eine raue Struktur. Der Rassestandard fordert eine beige-gelbliche oder schwarze Farbe.

Dunker

Herkunft und Geschichte

Der Dunker wird unter anderem als „Norwegischer Laufhund“ bezeichnet. Ursprünglich wurden die Hunde bei der Hasenjagd verwendet. Als Begründer der Dunker-Zucht (und Namensgeber der Rasse) gilt Wilhelm Conrad Dunker. Er verpaarte talentierte Hunde aus seinem Bestand mit russischen Harlekin Bracken und schaffte es schließlich den Dunker wie wir ihn heute kennen zu erschaffen. Obwohl die norwegische Hunderasse während des 2. Weltkrieges fast verschwunden wäre, wurde sie im Jahr 1956 offiziell anerkannt.

Wesen und Erziehung

Der Dunker ist ein freundlicher Hund mit einem ausgeglichenen, friedvollen Charakter. Sowohl im Umgang mit Kindern als auch mit Artgenossen ist er unkompliziert, so dass er sich gut als Familienhund eignet. Der Dunker geht eine enge Bindung zu seinen Menschen ein und benötigt dessen Aufmerksamkeit, um sich wohlzufühlen. Wer keinen Wert auf Wachhund-Eigenschaften legt und selbst gern aktiv ist, dürfte mit einem Dunker gut zurechtkommen. Lediglich der Jagdtrieb kann unerfahrene Hundehalter vor eine Herausforderung stellen.

Äußeres Erscheinungsbild

Während Rüden eine Schulterhöhe zwischen 50 und 56 Zentimetern erreichen, kommen Hündinnen auf etwa 46 bis 53 Zentimeter. Das Gewicht ausgewachsener Hunde liegt bei 20 bis 26 Kilogramm. Typisch für den Dunker sind lange, muskulöse Beine ein athletischer Körperbau sowie glatte Hängeohren. Das dichte Fell ist kurz und bietet einen zuverlässigen Schutz vor Nässe und Kälte. Es ist entweder weiß oder schwarz mit beigefarbenen Flecken und pflegeleicht. Der Dunker hat große, dunkle Augen, denen man kaum wiederstehen kann.

Haldenstover

Herkunft und Geschichte

Unter Hundefreunden ist der Haldenstover auch als norwegische Bracke bekannt. Zeitweilig bezeichnete man die Hunde auch als Hare- oder Rävehund. Über die Entstehungsgeschichte der Rasse ist nur wenig bekannt. Man geht davon aus, dass englische Foxhounds sowie andere Jagdhunderassen eingekreuzt wurden. Es gilt als gesichert, dass die gezielte Zucht des Haldenstovers im gleichnamigen Ort Halden begann. Die offizielle Anerkennung der Vierbeiner als eigenständige Rasse erfolgte im Jahr 1950. Obwohl der Haldenstover nicht mehr vom Aussterben bedroht ist, er sehr selten.

Wesen und Erziehung

Haldenstover strahlen eine stoische Ruhe aus. Doch auch wenn die meisten Rassevertreter eher zu den entspannteren Zeitgenossen zählen, benötigen Haldenstover viel Bewegung. Für die Haltung in einer kleinen Stadtwohnung sind die Hunde somit eher ungeeignet. Wer sich einen loyalen, wachsamen, intelligenten und aktiven Vierbeiner wünscht, sollte sich etwas näher mit dem Haldenstover beschäftigen. Als Halter hat man die schwierige Aufgabe, den starken Jagdtrieb der Rasse unter Kontrolle zu bekommen.

Äußeres Erscheinungsbild

Der Haldenstover erreicht eine Widerristhöhe zwischen 51 und 59 Zentimetern und wird bis zu 30 Kilogramm schwer. Er ist gut bemuskelt und hat einen tiefen Brustkorb. Erkennbar ist er unter anderem an seinem rauen, auffällig gezeichneten Fell. Dieses hat eine weiße Grundfarbe und ist mit schwarzen, sowie lohfarbenen Abzeichen versehen. Die langen Schlappohren sind hoch angesetzt. Die Augen des Haldenstovers sind von mittlerer Größe und haben eine dunkelbraune Farbe. Seine Rute ist gerade und reicht bis zu den Sprunggelenken.

Weitere Beiträge
Menü