Leonberger

Ausgewachsener Leonberger steht an einem See

In diesem Artikel präsentieren wir Ihnen den Leonberger. Alles was Sie über diese eindrucksvolle Hunderasse wissen müssen erfahren Sie hier. 

Herkunft: Deutschland
FCI: Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
Gewicht: 41 - 70 Kg
Widerristhöhe: 65 - 46 cm
Lebenserwartung: 9 Jahre
Fellfarbe: sandfarben, gelb, rotbraun
Besonderheiten: Löwenartiges Aussehen

Herkunft und Geschichte

Das der Leonberger dem Bernhardiner ähnlich sieht ist alles andere als Zufall. Tatsächlich handelt es sich bei dem auch als „Leo“ bezeichneten Vierbeiner um einen direkten Nachfahren der Schweizer Hunderasse.

Mit der Zucht der stattlichen Vierbeiner begann man ursprünglich, um der extremen Nachfrage nach Bernhardinern gerecht zu werden.

Den Züchtern und Hundehändlern des späten 19. Jahrhunderts war es nicht möglich, den Bedarf an Bernhardinerwelpen zu decken, so dass man damit begann, Bernhardiner mit anderen großen Hunden aus dem Süddeutschen Raum zu kreuzen.

Die Welpen, die nicht so aussahen, wie Bernhardiner wurden vom Leonberger Stadtrat und Hundehändler „Heinrich Essig“ als neue Rasse angepriesen und für einen entsprechend hohen Preis verkauft.

Essig verdiente sich so nicht nur eine goldene Nase, sondern legte auch das Fundament für die Zucht des Leonbergers, welcher heute als eine der ältesten deutschen Hunderassen gilt.

Obwohl man den Leonberger zunächst als Mischling belächelte und hinter vorgehaltener Hand als Leonhardiner bezeichnete erfreute er sich von Beginn an einer schnell wachsenden Fangemeinde.

Das sich der Leonberger heutzutage fest in der Hundewelt etabliert hat ist unter anderem den Bemühungen des Internationalen Klubs für Leonberger Hunde zu verdanken, der im Jahr 1895 gegründet wurde und sich für die offizielle Anerkennung des Leonbergers als eigenständige Rasse einsetzte.

Die Vertretung im VDH hat mittlerweile der „Deutsche Club für Leonberger Hunde e.v.“ übernommen.

Nahaufnahme von einem braunen Leonbergers

Äußeres Erscheinungsbild

Beim gassigehen zieht der Leonberger alle Blicke auf sich. Die Hunde haben eine nahezu majestätische Ausstrahlung und werden nicht umsonst gern mit einem Löwen verglichen.

Ausgewachsene Leonberger können eine Widerristhöhe von bis zu 80 Zentimetern und ein Maximalgewicht von 70 Kilogramm erreichen.

Charakteristisch für den Leonberger sind eine schwarze Schnauze und herabhängende Ohren.

Das leicht gewellte, lange Deckhaar verfügt über eine dichte Unterwolle, die die Hunde vor Nässe und Kälte schützt.

Rund um den Hals und die Brust bildet das Fell eine Art Mähne, die bei Rüden stärker ausgeprägt ist, als bei Hündinnen.

Der Rassestandard fordert eine sandfarbene, gelbe, rote oder rotbraune Färbung. Schwarze Haarspitzen sowie weiße Abzeichen auf der Brust sind in gewissem Rahmen zulässig.

Wesen

Leonberger sind sanftmütige, ausgeglichene Begleiter, die nur schwer aus der Reserve zu locken sind. Die loyalen Vierbeiner gelten als überaus freundlich und verspielt.

Als Welpen wickeln die tollpatschigen Fellnasen auch den größten Skeptiker um ihre Pfoten.

Wer über ausreichend Platz verfügt kann sich über einen loyalen Hund mit einem gesunden Wachtrieb freuen.

Der Leonberger benötigt zwar keine langen Spaziergänge, freut sich aber über regelmäßige Spaziergänge und ein Grundstück, auf dem er patrouillieren kann. Da der Leonberger alles andere als ein Kläffer ist, muss man sich dabei keine Sorgen um die Nerven der Nachbarn machen.

Ist ein Leonberger gefährlich?

Nein! Richtig erzogen und gut sozialisiert ist der Leonberger alles andere als gefährlich. Die gelassenen Vierbeiner treten weder Menschen noch Artgenossen gegenüber aggressiv auf. Das heißt jedoch nicht, dass ein Leonberger seine Familie nicht jederzeit konsequent verteidigen würde, sollte dies notwendig sein.

Ist ein Leonberger kinderlieb?

Der Leonberger gilt als kinderlieber Zeitgenosse, der viel Geduld mit dem Nachwuchs hat und diesen vor jeder Gefahr beschützt.

Hundefreunde mit Kindern sollten Regeln für den Umgang mit dem Familienhund aufstellen und dafür sorgen, dass diese auch eingehalten werden. So fördert man ein harmonisches Zusammenleben und vermeidet Zwischenfälle.

Ein Leonberger rennt auf die Kamera zu

Erziehung

Auch wenn der Leonberger ein friedlicher Zeitgenosse ist, benötigt er eine konsequente Erziehung. Unnötige Härte oder sogar körperliche Gewalt haben in der modernen Hundeerziehung – zum Glück – keinen Platz mehr.

Um Ihrem Leo beizubringen, was Sie von ihm erwarten benötigen Sie neben Geduld und Empathie auch etwas Sachverstand.

Falls Sie keine Erfahrung im Umgang mit großen, kräftigen Hunden haben sollten, raten wir Ihnen sich einen guten Hundetrainer zu suchen, der auf der Grundlage der positiven Bestärkung arbeitet.

Dieser kann Ihnen wertvolle Tipps geben und Ihnen bei eventuell auftretenden Verhaltensauffälligkeiten helfen.

Damit Sie sich auf Ihren Leonberger verlassen können, wenn dieser ausgewachsen ist, sollten Sie zudem frühzeitig mit der Sozialisierung beginnen. Gewöhnen Sie Ihren Liebling an den Umgang mit anderen Hunden, den Staubsauger, das Autofahren, den Postboten und weitere Alltagssituationen.

Rassetypische Krankheiten

Obwohl die meisten Leonberger gesund sind, weist die Rasse ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen auf. So erkranken leider einige Leonberger an dilativer Kardiomyopathie. Dabei handelt es sich um eine potenziell tödliche Krankheit, die zu einer Unterversorgung der Organe und einer verminderten Leistungsfähigkeit führt.

Auch die Bildung von Ödemen gehört zum Krankheitsverlauf.

Zu den Symptomen einer dilativen Kardiomyopathie zählen Apathisches Verhalten, Husten und bläulich gefärbte Schleimhäute.

Leonberger, bei denen eine dilative Kardiomyopathie diagnostiziert wird, benötigen neben Medikamenten auch ein spezielles Futter.

Gelenkerkrankungen, wie sie bei vielen größeren Hunden vorkommen können, lassen sich unter anderem durch gutes Futter und gezielten Muskelaufbau vermeiden/hinauszögern.

Wie alt wird ein Leonberger?

Die Lebenserwartung von großen Hunderassen wie dem Leonberger ist naturgemäß deutlich kürzer als die kleinerer Rassen. Bei guter Pflege bis zu 9 Jahre alt werden.

Ernährung

Der Leonberger ist ein kräftiger, großer Hund mit einem dementsprechend hohen Energiebedarf.

Falls Sie einen Leo bei sich zuhause aufnehmen wollen, sollten Sie daher finanziell dazu in der Lage sein, Ihren Liebling ausgewogen zu ernähren.

Es ist wichtig, dass das Futter an die Lebensphase, das Gewicht und das Aktivitätslevel angepasst wird.

Bei Welpen ist darauf zu achten, dass das Futter nicht zu energiereich ist. Auf diese Art und Weise ist sichergestellt, dass Ihr Leonberger nicht zu schnell wächst, da ein unnatürlich schnelles Wachstum zu Problemen mit dem Bewegungsapparat führen kann.

Bei Durchfall, schuppiger Haut oder erbrechen liegt der Verdacht nahe, dass Ihr Leonberger sein Futter nicht verträgt. In diesem Fall ist es am besten eine Ausschlussdiät durchzuführen und sich auf die Suche nach einem verträglichen Futter machen.

Wenn Sie vorhaben, Ihren Vierbeiner zu barfen können Sie sich einen Ernährungsplan erstellen lassen.

Was kostet ein Leonberger?

Leonberger Welpen, die von einem registrierten Züchter stammen, kosten zwischen 1200€ und 1400€.

Für diese Summe erhalten Hundefreunde einen Welpen, der unter besten Bedingungen großgezogen- und bereits geimpft wurde.

Die Angebote, welche man auf den einschlägigen Onlineportalen findet sollte man bei seiner Suche nicht weiter berücksichtigen. Diese stammen oftmals von Hobbyzüchtern oder sogar skrupellosen Vermehrern, die ausschließlich schnelles Geld verdienen wollen, sich aber nicht für das Wohl der Welpen interessieren.

Quellen und weiterführende Informationen

Titelbild: depositphotos.com – slowmotiongli

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