Kangal

Kangal auf einer straße

Sie interessieren sich für den Kangal? Bei uns erfahren Sie alles, was Sie über die Geschichte, das Wesen und die Erziehung des Kangals wissen müssen. 

Geschichte und Herkunft

Der Kangal ist eine türkische Hunderasse, deren Wurzeln in Anatolien liegen. Dort werden die Vierbeiner schon seit jeher als mutige Herdenschutzhunde eingesetzt.

Offiziell bezeichnet man den Kangal auch als Anatolischen Hirtenhund, während er zu früheren Zeiten als Karabash bekannt war.

Als Begründer der Kangalzucht gilt eine gleichnamige Adelsfamilie. Das besondere am Kangal ist, dass er bei seiner Arbeit vollkommen auf sich allein gestellt ist.

Die Hunde verfügen über ein stark ausgeprägtes Territorialverhalten und schützen die Schafsherden instinktiv vor Wölfen und anderen Gefahren.

Dabei sind Sie zum Teil wochenlang von ihren Haltern getrennt, so dass es kein Wunder ist, dass Kangals überaus selbständige Hunde sind.

Erstaunlich ist auch, dass Kangals trotz Ihrer Größe mit wenig Futter auskommen. Häufig besteht Ihre Mahlzeiten aus Agrarabfällen oder Kadavern.

Vermutlich entstand der Kangal bereits vor etwa 10.000 Jahren mit dem Aufkommen der Viehhaltung.

Während die Hunde in ihrem Heimatland problemlos zurechtkommen und der ganze Stolz ihrer Halter sind, kommt es im Urbanen Umfeld häufig zu unerwünschten Verhaltensauffälligkeiten. Dies ist mehr als verständlich, wenn man bedenkt, an welche Gegebenheiten der Kangal gewöhnt ist.

Nicht selten landen Kangals aufgrund überforderter Halter im Tierheim, wo sie zu einem Schatten ihrer selbst verkommen.

Obwohl der Kangal auf eine lange Geschichte zurückblicken kann, wurde die Rasse erst im Jahr 1989 anerkannt.

In Deutschland gilt der Kangal in nahezu jedem Bundesland als Listenhund und darf folglich gar nicht oder nur unter bestimmten Voraussetzungen gehalten werden.

Äußeres Erscheinungsbild

Wenn man sich den Kangal anschaut, gibt es keine Zweifel, dass dieser große Hund es problemlos mit Wölfen, ja sogar Bären aufnehmen kann.

Die staatlichen Vierbeiner erreichen eine Widerristhöhe von bis zu 82 Zentimetern und werden bis zu 65 Kilogramm schwer.

Kangals haben einen tiefen Brunstkorb, einen breiten Schädel und Hängeohren von mittlerer Größe. Ihre Rute tragen sie leicht eingerollt.

Das dichte Fell ist je nach Variante kurz bis mittellang und kann beige bis gräulich gefärbt sein.

In der Regel hat der Kangal eine schwarze Maske.

Wesen

Der Kangal ist durch und durch ein Herdenschutzhund. Wie bereits erwähnt sind die Hunde überaus territorial veranlagt und sehr wachsam. Bei Zusammentreffen mit Artgenossen neigen besonders Rüden zu Dominanzverhalten, so dass es immer mal wieder zu Auseinandersetzungen kommen kann.

Um sich wohlzufühlen benötigen die Hunde unbedingt ein großes Grundstück zum Bewachen.

Wie für Herdenschutzhunde üblich ist der Kangal ein Dickkopf. Seine Familie verteidigt der Kangal wenn nötig bis zum Tod.

Fremden begegnet der intelligente Vierbeiner mit Misstrauen.

Mit anderen Haustieren kommen die Hunde meist gut aus.

Bei kleinen Kindern im Haushalt sollte man schon allein aufgrund der Größe des Karabashs etwas vorsichtig sein.

Erziehung

Der Kangal ist ein absoluter Sturkopf, der sich nicht herumkommandieren lässt. Die souveränen Hunde benötigen eine klare Führung und gehören ausschließlich in erfahrene Hände.

Eine gute Sozialisierung im Umgang mit Fremden sowie Artgenossen ist unabdinglich, wenn man Zwischenfälle in der Zukunft verhindern will.

Eine Garantie für einen reibungslosen Alltag gibt es allerdings dennoch nicht. Da die Vierbeiner es gewohnt sind eigenständige Entscheidungen zu treffen lassen Sie sich besonders in – vermeintlich – heiklen Situation nicht zuverlässig abrufen.

Um Konfrontationen mit Passanten zu vermeiden, sollte man sich nur dann einen Kangal kaufen, wenn man weiß worauf man sich einlässt.

Am besten eignet sich der Kangal für konsequente, durchsetzungsstarke hundefreunde mit einem Wohnsitz auf dem Land.

Rassespezifische Krankheiten

Der Kangal ist ein widerstandsfähiger, gesunder Hund, der frei von Erbkrankheiten ist.

Größenbedingt neigt der Kangal zu Arthrose und anderen Problemen mit dem Bewegungsapparat. Entsprechenden Erkrankungen können Sie vorbeugen, indem Sie Ihren Liebling nicht unnötig viele Treppen laufen lassen.

Achten Sie zudem auf ein angepasstes Bewegungspensum und geben Sie Ihrer Fellnase Teufelskralle, Grünlippmuschelpulver oder andere Nahrungsergänzungsmittel, die sich zur Vorbeugung von Gelenkerkrankungen eignen.

Eine gesunde Ernährung sowie eine artgerechte Haltung wirken sich positiv auf die Gesundheit aus.

Wie alt wird ein Kangal?

Kangals werden zwischen 10 und 13 Jahre alt.

Ernährung

Trotz seiner Größe gibt sich der Kangal genügsam, was die Ernährung angeht. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie Ihren Liebling – wie es in der Türkei üblich ist – mit Essensresten ernähren sollten.

Gewürztes Fleisch, sowie große Mengen an Getreide können den Verdauungsapparat Ihres Hundes durcheinanderbringen und zu Durchfall führen.

Damit Ihr Kangal gesund und leistungsfähig bleibt, empfiehlt es sich die Ernährung an die Lebensumstände – also das Aktivitätslevel, den Gesundheitszustand und das Alter – anzupassen.

Gelenkprobleme lassen sich durch regelmäßiges Wiegen vermeiden.  Zudem eignen sich bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, um entsprechenden Erkrankungen vorzubeugen.

Damit Ihr Vierbeiner seinem Kautrieb nachgehen kann, sollten Sie ihm regelmäßig Rindersprossen oder Rinderkopfhaut geben.

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