Kanadische Hunderassen

Ein Hund steht an einem grossen See in Kanada

Sie sind auf der Suche nach einem Hund aus Kanada oder interessieren sich einfach für kanadische Hunderassen? Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen die berühmtesten Hunderassen mit kanadischen Wurzeln vor.

Kanadischer Eskimohund

Herkunft und Geschichte

Der Kanadische Eskimohund ist ein sehr ursprünglicher Hund, der schon vor langer Zeit an der Seite der Inuits lebte. Diese setzten den Eskimohund unter anderem bei der Jagd auf Seehunde ein. Um den Jägern beim Beutemachen zu helfen, spürten die Vierbeiner die Atemlöcher der Seehunde auf. Darüber hinaus beschützten die Hunde die Lagerstätten vor hungrigen Eisbären und anderen Raubtieren. Mit aufkommen des Schneemobils wurden immer weniger Kanadische Eskimohunde gezüchtet. Bis heute ist die Rasse äußerst selten und kaum bekannt. Die offizielle Anerkennung fand am 25. Juni 1959 statt.

Wesen und Erziehung

Mit dem typischen Haushund lässt sich der Kanadische Eskimohund nicht vergleichen. Um sich wohlzufühlen, benötigen die Vierbeiner eine Aufgabe und ausreichend Auslauf. Die Hunde haben kein Problem damit, große Distanzen zurückzulegen. Dabei kommen sie auch mit widrigen Wetterbedingungen und extremen Temperaturen klar. Wer das große Glück hat, einen Kanadischen Eskimohund halten zu dürfen, sollte diesen nach Möglichkeit beim Zughundesport oder ähnlichen Sportarten auslasten. Mit dem richtigen Beschäftigungsprogramm zeigt sich der Eskimohund als loyaler, verspielter und freundlicher Zeitgenosse. Fremde werden lautstark bellend angekündigt.

Äußeres Erscheinungsbild

Der kanadische Eskimohund ist ein mittelgroßer Vierbeiner, der dem Husky sehr ähnlichsieht. Typisch für die Rasse ist ein kräftiger Brustkorb, aufrechtstehende, spitzzulaufende Ohren und eine buschige Rute, die eingerollt über dem Rücken getragen wird. Das dichte Fellkleid stellt einen zuverlässigen Schutz vor Kälte und Nässe dar. Es kann weiß, schwarz, Leberbraun, Schwarz-weiß, rot oder grau gefärbt sein. Wie man es von einem Zughund erwarten würde, ist der Eskimohund stark bemuskelt und von kräftiger Statur.

Nova Scotia duck tolling retriever

Herkunft und Geschichte

Der Nova Scotia duck tolling retriever ist eine kanadische Hunderasse, die sich in letzter Zeit wachsender Beliebtheit erfreut. Wie bei vielen Rassen lässt sich die Entstehungsgeschichte des duck tolling retrievers nicht eindeutig nachvollziehen. Experten gehen davon aus, dass Spaniel, Setter und Collies zu den Vorfahren der Vierbeiner zählen. Ursprünglich züchtete man die Hunde zur Entenjagd.  Hauptaufgabe der Vierbeiner war es, die Wasservögel durch das Spielen am Ufer anzulocken. Zu größerer Bekanntheit, kam der duck tolling retriever zu beginn der 1980er Jahre. Heutzutage gilt er als kanadischer Nationalhund.

Wesen und Erziehung

Wer sich einen Nova Scotia Duck Tolling Retriever anschafft, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Vierbeiner hoch intelligent sind. Dementsprechend wichtig ist es, dass die wachsamen Hunde sowohl geistig als auch körperlich gefordert werden. Beim Apportieren und Schwimmen ist der Duck Tolling Retriever voll in seinem Element. Richtig ausgelastet kann man sich als Halter über einen zuverlässigen, kinderlieben und freundlichen Hund freuen, der sich am wohlsten fühlt, wenn er überall dabei sein darf. Bei Spaziergängen sollte man nicht den latenten Jagdtrieb vergessen. Im Umgang mit Artgenossen ist der Duck Tolling Retriever unkompliziert.

Äußeres Erscheinungsbild

Mit einer Schulterhöhe zwischen 48 und 51 Zentimetern sowie einem Maximalgewicht von etwa 23 Kilogramm gehört der Duck Tolling Retriever zu den mittelgroßen Hunderassen. Zu erkennen ist er insbesondere an seinem auffällig gefärbten, mittellangen Fell. Dieses kann verschiedene rot oder orangetöne haben und ist mit einer dichten Unterwolle versehen, die den Duck Tolling Retriever bei Wind und Wetter warmhält. Der tiefe Brustkorb passt zum kraftvollen, muskulösen Körperbau der athletischen Hunde. Weitere Erkennungsmerkmale sind sowohl die dreieckigen, hochangesetzten Schlappohren als auch mandelförmige Augen.

Labrador Retriever

Herkunft und Geschichte

Obwohl der Labrador offiziell aus England stammt, liegen die Wurzeln der Hunderasse in Kanada. Als direkter Vorfahre des Labradors gilt der sogenannte St.-John´s Hund, welcher mittlerweile ausgestorben ist. Die Apportierfreudigen Vierbeiner dienten als Jagdbegleiter und halfen den Fischern bei ihrer Arbeit. Durch das weiche Maul waren und sind die Vierbeiner dazu in der Lage, die vom Jäger erlegte Beute zu apportieren, ohne diese dabei zu beschädigen. Mit der gezielten Zucht der Hunde begann man nicht in Kanada, sondern in England, wo die Rasse bis heute ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala steht. Nach der offiziellen Anerkennung des Labradors im Jahr 1903 wurde dieser zunehmend als Familienhund gehalten.

Wesen und Erziehung

Labradore gelten als clever, zugewandt, neugierig und arbeitsfreudig. Durch ihre hohe Reizschwelle und ihre ausgeglichene Art sind die Vierbeiner als aktive Familienhunde prädestiniert. Fremden gegenüber verhält sich der Labrador nahezu ausnahmslos freundlich, so dass er keinen guten Wachhund darstellt. Die Rasse ist sowohl für engagierte Anfänger als auch erfahrene Hundehalter geeignet und lässt sich aufgrund ihres starken „will top lease“ gut erziehen. Wie bei anderen Rassen auch ist es am besten so früh wie möglich mit dem Training zu beginnen. So wird aus dem Labrador ein zuverlässiger Begleiter, den man überall mithinnehmen kann, ohne negativ aufzufallen.

Äußeres Erscheinungsbild

Während Hündinnen eine Widerristhöhe zwischen 50 und 55 Zentimeter erreichen, kommen Rüden auf eine Schulterhöhe von bis zu 58 Zentimetern. Das Gewicht ausgewachsener Exemplare liegt bei bis zu 33 Kilogramm. Wie seine Vorfahren ist der Labrador ein massiger Hund mit einem tiefen Brustkorb, einem breiten Schädel und einer kräftigen Hinterhand. Charakteristisch für die kanadische Hunderasse sind enganliegende Schlappohren, mittelgroße Augen und eine dicke Rute, welche auch zum Manövrieren beim Schwimmen dient. Das Fell kann gelblich, braun und schwarz sein. Es ist von mittlerer Länge und relativ pflegeleicht. Das dichte Unterfell hält die Vierbeiner beim Schwimmen in kaltem Wasser zuverlässig warm.

Landseer

Geschichte und Herkunft 

Wie die anderen Hunderassen aus Kanada entstand der Landseer an der kanadischen Ostküste. Der Landseer stammt direkt vom Neufundländer ab und gilt erst seit rund 100 Jahren als eigenständige Rasse. Geschichten und Legenden über ein direktes Verwandtschaftsverhältnis zu den Hunden der Wikinger konnten nicht bestätigt werden. Man vermutet, dass die Vorfahren des Landseers beziehungsweise des Neufundländers mit den europäischen Siedlern nach Kanada gelangten. Die mutigen, kräftigen Hunde halfen diesen bei der Jagd und als Zughunde. Seit 1960 wird der Landseer durch den FCI anerkannt. Einige Zeit später, im Jahr 1976 wurde der Deutsche Landseer Club gegründet.

Wesen und Erziehung

Landser sind eigenständige Hunde, mit einem ausgeprägten Schutztrieb. Die Vierbeiner entwickeln eine starke Bindung zu ihrer Familie. Im Umgang mit Kindern sind die sanftmütigen, geduldigen Hunde unkompliziert. Wer über ausreichend Platz verfügt und Erfahrung im Umgang mit großen Hunden hat bekommt einen treuen Begleiter, der sich mit gemütlichen Spaziergängen zufriedengibt. Im Alltag sollten die Hunde regelmäßig die Möglichkeit bekommen ins Wasser zu gehen. Entsprechend ausgelastet zeigt sich der Landser als aufmerksam, umgänglich und ausgeglichen. Fremde werden reserviert aber keinesfalls ängstlich in Augenschein genommen. Eine harte Hand und unnötige Strenge sind bei der Erziehung fehl am Platz. Deutlich besser funktioniert es mit Einfühlungsvermögen sowie liebevoller Konsequenz.

Äußeres Erscheinungsbild

Der Rassestandard fordert eine Schulterhöhe von 72 bis 80 Zentimetern bei Rüden. Hündinnen erreichen eine Schulterhöhe zwischen 66 und 71 Zentimetern. Das Gewicht liegt bei bis zu 75 Kilogramm. Der kräftige Körperbau wirkt Eindruck erweckend und passt zum großen Schädel der Vierbeiner. Das leicht gewellte, flauschig weiche Fell ist besonders dicht und hat eine weiße Grundfarbe. Am Hals, der Brust, dem Bauch und dem Schwanz ist es schwarz. Das üppige Unterfell schützt die Tiere auch vor widrigsten Wetterbedingungen.

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