Italienische Hunderassen

Wir möchten Ihnen 10 unterschiedliche Hunderassen aus Italien vorstellen. Unsere Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll Ihnen lediglich einen groben Überblick über italienische Hunderassen und deren Eigenschaften geben.

Mearemmen-Abruzzen-Schäferhund

Bis heute wird der Mearemmen-Abruzzen-Schäferhund von italienischen Schäfern zum Schutz vor Wolfsangriffen verwendet. Das die Vierbeiner äußerst wachsam sind und über einen ausgeprägten Schutztrieb verfügen kommt also nicht von ungefähr und ist weltweit bekannt. So werden Mearemmen-Abruzzen-Schäferhunde auch in Nordamerika und Australien als Wachhunde eingesetzt.

Bei einer Schulterhöhe von circa 73 Zentimetern erreichen die muskulösen Hunde ein Gewicht von 35 bis 45 Kilogramm. Das Fell ist lang rau und bildet rund um den Hals eine charakteristische Mähne, die den Mearemmen-Abruzzen-Schäferhunden als Schutz vor Bissen dient. Es ist weiß bis Cremefarben und muss gut durchgebürstet werden.

Mearemmen-Abruzzen-Schäferhunde sind intelligent, tapfer, ruhig und sehr loyal. Für Hundeneulinge sind die Vierbeiner eher ungeeignet.

Bergamasker Hirtenhund

Wie es der Name dieser italienischen Hunderasse erahnen lässt wurde der Bergamasker Hirtenhund ursprünglich zum Hüten und Bewachen von Nutztieren gezüchtet. Hierzu wurde er in erster Linie von den Bauern in den Bergen Norditaliens verwendet. Gegen die niedrigen Temperaturen waren die Vierbeiner mit ihrem einzigartigen Fell bestens geschützt. Die für Hunde ungewöhnlich langen Augenbrauen sorgen dafür, dass kein Schnee in die Augen gelangen kann.

Das Fell der muskulösen Hunde ist gräulich bis schwarz gefärbt und hat eine nahezu einzigartige Struktur. Bei einem Gewicht von bis zu 38 Kilogramm kommen die Hunde auf eine Schulterhöhe zwischen 54 und 63 Zentimetern.

Obwohl Bergamasker Hirtenhunde liebevolle Familienhunde sind, kommen sie heutzutage nur noch äußerst selten vor. Die herausragende Intelligenz sowie das selbstständige Wesen der Vierbeiner sind bewundernswert, machen aber gleichzeitig eine strikte Erziehung notwendig.

Cane Corso

Eine der wohl imposantesten Hunderassen aus Italien dürfte der Cane Corso darstellen. Die Molosserartigen Vierbeiner blicken auf eine lange Historie zurück. Früher wurde der Cane Corso als Wach- und Schutzhund eingesetzt, half aber auch bei der Jagd auf Großwild sowie bei der Bewachung der Vieherden. Durch die beiden Weltkriege wurde die Anzahl an Cane Corsos drastisch dezimiert. Seit den 70er Jahren ging die Zahl der Hunde jedoch wieder stark nach oben. Heutzutage gehört der Cane Corso zweifelsfrei zu den bekanntesten italienischen Hunderassen.

Cane Corsos sind große, kräftige Hunde, die vom äußeren Erscheinungsbild her dem Mastiff ähneln. Die Widerristhöhe der überwiegend schwarz, grau oder beige gefärbten Hunde beträgt zwischen 58 und 70 Zentimeter. Auch das Gewicht der Hunde kann sich sehen lassen. So wiegt ein ausgewachsener Rüde bis zu 55 Kilogramm und mehr. Das Fell ist kurz und benötigt relativ wenig Pflege.

Sie gelten allgemeinhin als loyale, sanfte Hunde, die eine enge Bindung zu Ihrem Besitzer eingehen und problemlos im Umgang mit Kindern sind. Aufgrund ihrer Größe, ihrer unbändigen Kraft sowie dem starken Schutztrieb gehören die Hunde ausschließlich in die Hand eines erfahrenen Besitzers und müssen entsprechend erzogen werden.  Halter eines Cane Corsos sollten neben ausreichend Platz auch genügend Zeit für die geistige Beschäftigung ihres Lieblings haben.

Italienisches Windspiel

Auch wenn die Wurzeln des italienischen Windspiels in Griechenland liegt, gelten die Vierbeiner offiziell als italienische Hunderasse. Dort erfreuten sich die Hunde nicht zuletzt aufgrund ihrer Agilität größter Beliebtheit und wurden von der gehobenen Bevölkerungsschicht zur Hetzjagd auf Kaninchen und Hasen verwendet. Wie viele weitere Rassen wären die Hunde während der Kriegsunruhen fast verschwunden. Der Erhalt des Windspiels ist größtenteils amerikanischen Hundezüchtern zu verdanken, die sich der Rasse annahmen.

Bei einer Höhe von ungefähr 33 bis 39 Zentimetern bei erwachsenen Hunden bringt es das Windspiel auf ein Gewicht von lediglich 3,5 bis 5 Kilogramm. Fettreserven sucht man bei dieser Hunderasse folglich vergeblich. Das braune-, schwarze-, beige- oder rötliche Fell ist weich, kurz und benötigt wenig Pflege.

Windspiele sind verspielte, clevere Hunde die hin und wieder ein wenig starsinnig sein können. Um ein Windspiel zu erziehen benötigt man folglich jede Menge Ausdauervermögen und jede Menge leckerlies. Da die Hunde einen starken Jagdtrieb haben sollte man rechtzeitig mit dem Training beginnen. Mit anderen – kleineren – Haustieren ist das italienische Windspiel nur bedingt verträglich

Lagotto Romagnolo

Der Lagotto Romagnolo stammt aus der Romagna-Region im Nordosten Italiens. Übersetzt bedeutet das Wort „Lagotto“ so viel wie „Entenhund“. Diese Bezeichnung lässt sich auf den ursprünglichen Verwendungszweck der wasseraffinen Hunderasse als Jagdhund zurückführen. Als die Jagd mit beginn des 19. Jahrhunderts in den Hintergrund trat, wäre der Lagotto Romagnolo fast in Vergessenheit geraten. Heutzutage werden die Vierbeiner auf der Suche nach Trüffeln eingesetzt.

Die Widerristhöhe des Lagotto Romagnolo liegt bei bis zu 48 Zentimetern. Die Hunde erreichen ein Maximalgewicht von etwa 14 Kilogramm und erinnern mit Ihrem dichten weiß-braunen- oder orangefarbenen Fell an einen Teddybären.

Vom Wesen her sind die Hunde anhänglich und entspannt. Auch hinsichtlich der Erziehung gilt der Lagotto Romagnolo als eher unkompliziert. Allerdings benötigt das wellige Fell jede Menge Pflege, um nicht zu verfilzen.

Bologneser

Die Geschichte dieser kleinen italienischen Hunderasse lässt sich bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Ursprünglich stammen die Vierbeiner aus der Provinz Bologna. Dort lebten die Vierbeiner in erster Linie als Schoßhunde bei der wohlhabenderen Bevölkerung. Als es in Europa zu einem kulturellen Umbruch kam wären die Bologneser fast von der Bildfläche verschwunden. Liebhaber der Rasse konnten den Bologneser allerdings durch intensive Zuchtbemühungen erhalten. Heute gelten die niedlichen, ruhigen und menschenbezogenen Hunde als ideale Familienhunde.

Bologneser wiegen zwischen 4,5 und 5 Kilogramm. Sie haben einen kompakten Körperbau und ein langes, weißes Fell, dass an Baumwolle erinnert. Um nicht zu verfilzen muss dieses unbedingt regelmäßig gepflegt werden.

Da Bologneser eine innige Bindung zu Ihrer Familie eingehen kann es zu Trennungsängsten kommen. Es ist daher empfehlenswert, das Alleinbleiben bereits im Welpenalter zu trainieren.

Bracco Italiano

Auch der Bracco Italiano gehört zu den offiziell anerkannten Hunderassen aus Italien. Experten gehen davon aus, dass es sich beim Italiano um einer der ältesten Pointer-Rassen Europas handelt. So sollen die Ursprünge der Rasse bis ins 5. Jahrhundert zurückreichen. Wie auch der Bologneser wäre der Bracco Italiano während des 18. Jahrhunderts fast in Vergessenheit geraten konnte aber durch kontinuierliche Zuchtbemühungen erhalten werden.

Rüden erreichen bei einer Widerristhöhe zwischen 58 und 67 Zentimetern ein Gewicht von bis zu 40 Kilogramm. Hündinnen sind geringfügig kleiner und werden etwa gleich schwer. Das glänzende Fell der Hunde ist dicht und entweder reinweiß-, weiß-orange- oder bräunlich gefärbt.

Bracco Italianos gehören zu den größeren Hunderassen. Sie haben eine athletische Statur und sind äußerst intelligent. Bei ausreichend geistiger Beschäftigung sowie Bewegung sind die Vierbeiner ruhige und menschenbezogene Hunde. Als Halter eines Italianos sollte man frühzeitig am ausgeprägten Jagdtrieb der Hunde arbeiten.

Mastino Napoletano

Diese italienische Hunderasse wurde – wie der Cane Corso – schon von den alten Römern gezüchtet. Der Mastino Napoletano diente nicht nur als Kampfhund im Krieg, sondern wurde zudem auch bei Gladiatorenkämpfen auf Menschen und wilde Tiere gehetzt. Heutzutage werden die faltigen Vierbeiner als freundliche und sanfte Familienhunde gehalten. Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Mastino Napoletano etwas von seiner Wachsamkeit verloren hat.

Der Mastino Napoletano ist mit einem Gewicht von bis zu 70 Kilogramm ein wahrer Koloss. Die kräftigen Hunde haben einen robusten Körperbau und einen großen, faltigen Kopf. Das kurze, dichte Fell ist schwarz oder bläulich gefärbt und ist pflegefreundlich

Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, sein Grundstück zu bewachen handelt es sich beim Mastino um einen eher zurückhaltenden, sanften Riesen der fremden gegenüber misstrauisch reagiert, seiner Familie aber treu ergeben ist. Um Infektionen oder andere Hautprobleme zu vermeiden muss die faltige Haut gut gepflegt werden.

Spinone Italiano’s

Auch wenn es leicht zu Aussprachefehlern kommen kann hat der Spinone Italiano mit „Spionen“ nichts am Hut. Stattdessen lässt sich die Bezeichnung auf das dornige (Dorn bedeutet „Spino auf Italienisch) Unterholz zurückführen das die Hunde bei der Jagd in Ihrer Herkunftsregion – Piedmont – überwinden mussten. Dabei hatten die Hunde in erster Linie die Aufgabe geschossenes Wild am Land und im Wasser aufzufinden und dieses zu apportieren.

Spinones Italianos können eine Widerristhöhe von bis zu 70 Zentimetern erreichen. Bei dieser stattlichen Größe bringen die muskelbehafteten Vierbeiner ein Gewicht von circa 30 – 39 Kilogramm auf die Waage. Der Körperbau ist quadratisch. Das lange struppige Fell kann folgende Farben haben: Braunschimmel, Orangeschimmel oder weiß.

Heutzutage erlebt der Spinone einen wahren „Boom“. Viele Hundefreunde wissen die freundliche, unaufgeregte Art zu schätzen. Wie viele Jagdhunde entwickelt der Spinone eine feste Bindung zu seinem Besitzer was durchaus zu einem Problem werden kann, wenn es um das Alleinbleiben geht.

Volpino

Der Volpino ist die letzte italienische Hunderasse, die wir Ihnen vorstellen möchten. Obwohl die Rasse den meisten gänzlich unbekannt ist kann der Volpino auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 15. Jahrhundert begann man mit der Zucht kleiner Spitzähnlicher Hunde die dem Volpino wie wir ihn heute kennen ähnelten. Früher waren die Vierbeiner nicht nur bei Frauen der oberen Gesellschaftsschicht- sondern auch bei einfachen Arbeitern als Wachhund beliebt. Es gibt sogar eine Legende, die besagt, dass der berühmte Zeichner Michelangelo einen Volpino an seiner Seite hatte.

Mit einer Höhe von 25 bis 30 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 5,5 Kilogramm gehört der Volpino ohne Zweifel zu den kleineren Rassen. Das Fell kann neben schwarz und weiß auch Beige-, honig- oder champagnerfarben sein.

Obwohl sie so aussehen mögen sind Volpinos alles andere als Schoßhündchen. Ganz im Gegenteil! Die Vierbeiner verfügen über jede Menge Temperament und stecken voller Power. Sie sind für jeden Spaß zu haben und sind äußerst wachsam. Da Volpinos zum Kläffen neigen sollte man entsprechendem Verhalten von Anfang an einen Riegel vorschieben.

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