Boerboel

Ein Boerboel liegt auf dem Boden und beobachtet die Gegend

Boerboel gelten als unbestechliche, treue Wachhunde. Mittlerweile hat die Afrikanische Hunderasse viele Fans auf der ganzen Welt gefunden. Was den Boerboel ausmacht erfahren Sie im folgenden Artikel. 

Herkunft und Geschichte

Zu Deutsch lässt sich „Boerboel“ mit „Bauernhund“ übersetzen.

Die aus Afrika stammende Rasse galt schon während des 17. Jahrhunderts als beliebter Wachhund der Bauern und Farmer.

Hauptaufgabe der kräftigen Vierbeiner war es, Vieh und Menschen vor den Gefahren der Wildnis zu beschützen. Dieser Aufgabe gehen die furchtlosen Hunde bis heute zuverlässig nach.

Die ersten Boerboels wurden durch den Niederländer Jan van Riebeecks gezüchtet, welcher stets durch einen „Bullenbjiter“ begleitet wurde. Diesen kreuzte er mit einheimischen Vierbeinern, Mastiffs sowie anderen Doggenähnlichen Hunden aus Europa. Das Resultat dieser Zuchtbemühungen war der Boerboel wie wir ihn kennen.

1983 wurde der Boerboel erstmalig als eigene Rasse definiert. Die offizielle Anerkennung des Boerboels durch die FCI lässt nach wie vor auf sich warten.

Nichtsdestotrotz erfreut sich der Boerboel auch außerhalb seines Heimatlandes wachsender Beliebtheit. Insbesondere Australische und amerikanische Hundeliebhaber nehmen sich der Zucht der Hunde an. Dabei wird nicht nur auf ein einheitliches Erscheinungsbild sondern auch auf das Wesen der Elterntiere geachtet.

In Deutschland ist der Boerboel selten.

Ein Boerboel sitzt hechelnd vor einem See

Äußeres Erscheinungsbild

Der Boerboel ist ein imposanter Hund mit einem muskulösen Körperbau.

Bereits durch die beeindruckende Präsenz eines solchen Vierbeiners werden wohl viele Einbrecher ins Zweifeln geraten. Die Hunde können eine Widerristhöhe von bis zu 72 Zentimetern erreichen und kommen auf ein Gewicht von bis zu 70 Kilogramm.

Das enganliegende Fell ist kurz und dicht. Es kann Braun, Cremefarben oder rötlich gefärbt sein und ist pflegeleicht.

Die breiten Ohren sind hoch angesetzt und nehmen jedes noch so kleine Geräusch wahr.

Seine breite, relativ kurze Rute trägt der Boerboel je nach Stimmungslage herabhängend oder aufrecht.

Wesen

Der Boerboel geht eine innige Bindung zu seinen Menschen ein und würde alles tun, um diese zu beschützen. Die Hunde sind extrem wachsam und haben ein gutes Gespür für Gefahren.

Im Alltag lässt es der Boerboel ruhig angehen, so dass man sich keine Sorgen um die Nerven der Nachbarn machen muss. Im Falle eines Falles kann der mutige Boerboel jedoch von jetzt auf gleich in den Verteidigungsmodus wechseln.

Boerboel die richtig sozialisiert wurden sind sanftmütig, liebevoll und frei von Aggressionen.

Konfrontationen mit Artgenossen lassen sich durch die Sozialisierung in der Welpenschule sowie regelmäßigen Hundekontakt gut vermeiden.

Nahezu alle Rassevertreter verfügen zeigen ein starkes Territorialverhalten.

Ist der Boerboel ein Listenhund?

Zum aktuellen Zeitpunkt (Mai 2022) wird der Boerboel in keinem deutschen Bundesland als Listenhund geführt.

Da es sich beim allerdings um einen großen, schweren Hund handelt, können in einigen Bundesländern gewisse Anforderungen an die Haltung gestellt werden.

In Nordrhein Westfalen beispielsweise muss man einen Sachkundetest bestehen, wenn man vorhat, einen Hund zu halten, der mehr als 20 Kilogramm wiegt.

Erziehung

Die Erziehung eines Hundes wie dem Boerboel sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Eigenständig wie die Vierbeiner sind, ist eine klare, konsequente Führung unerlässlich. Arbeiten Sie am allgemeinen Gehorsam sowie dem Rückrufsignal und bringen Sie den Schutztrieb Ihres Lieblings unter Kontrolle.

Boerboel in den falschen Händen neigen zu Verhaltensauffälligkeiten. Mit seiner schier unermesslichen Kraft ist der Afrikanische Molosser ohne weiteres dazu in der Lage, seinen Halter wie eine Puppe durch die Gegend zu ziehen.

An der Seite eines erfahrenen Hundehalters entwickelt er sich zu einem zuverlässigen Begleiter.

Hundeanfänger sollten sich nach einer anderen Rasse umsehen oder sich bei der Erziehung mit Rat und Tat von einem Hundetrainer unterstützen lassen.

Für die Haltung in einer Stadtwohnung sind die Hunde nicht geeignet.

Rassetypische Krankheiten

Zu den Typischen Gesundheitsproblemen, die beim Boerboel auftreten können, gehören Gelenkerkrankungen wie ED und HD. Des Weiteren haben viele Hunde mit Futtermittelunverträglichkeiten zu kämpfen. Auch kleinere Verletzungen wie beispielsweise ein Insektenstich, ein aufgerissener Ballen oder eine Verstauchung gehören dazu. Damit Ihr Vierbeiner nicht zum Dauergast beim Tierarzt wird, sollten Sie auf eine gesunde Ernährung und ein gesundes Maß an Bewegung achten. Eine Krankenversicherung für Hunde kann Sie vor finanziellen Engpässen im Notfall schützen. Denken Sie an die empfohlenen Impfungen und gehen Sie lieber einmal zu viel zum Tierarzt als einmal zu wenig.

Wie alt wird ein Boerboel?

Wenn man bedenkt, dass es sich beim Boerboel um einen großen, schweren Hund handelt, ist die Lebenserwartung mit 10 – 12 Jahren recht hoch.

Ernährung

Die Ernährung ist und bleibt ein Streitthema unter Hundehaltern. Während einige Ihren Liebling ausschließlich mit Feucht- oder Trockenfutter setzen, schwören andere auf die Ernährung mit frischem Fleisch, Innereien und Gemüse.

Wir raten Ihnen sich bei der Futterwahl beraten zu lassen. Ein Ernährungsexperte kann Ihnen einen Futterplan erstellen, der auf die Bedürfnisse Ihres Boerboels zugeschnitten ist. So ist sichergestellt, dass dieser alle wichtigen Nährstoffe erhält und gesund bleibt.

Kausnacks und Leckerlies sind gut geeignet, um Ihren Vierbeiner zu beschäftigen und beim Training zu motivieren.

Sowohl Übergewicht als auch die damit einhergehenden Probleme lassen sich durch regelmäßige Gewichtskontrolle und genügend Bewegung vermeiden.

Was kostet ein Boerboel?

Wer sich einen Boerboel kaufen möchte, sollte sich zunächst einen vertrauenswürdigen Züchter suchen.

Eingetragene Züchter verlangen zwischen 1300€ und 1600€ für einen Welpen. Dieser ist bei der Abgabe geimpft, gechippt und befindet sich in einem guten gesundheitlichen Zustand.

Bei „Schnäppchen-Welpen“ aus dubiosen Quellen ist dies häufig nicht der Fall. Diese sind oft krank, nicht geimpft und/oder werden zu früh vom Muttertier getrennt.

 

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