Wundversorgung beim Hund

Kleinere Wunden beim Hund lassen sich in der Regel auch ohne tierärztliche Hilfe versorgen. Worauf Sie bei der Wundversorgung achten müssen, was Sie dazu benötigen und in welchem Fall Sie Ihren Liebling besser zum Tierarzt bringen sollten, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Wunde beim Hund versorgen

Ihr Vierbeiner hat sich beim toben verletzt? In diesem Fall ist es am wichtigsten, Ruhe zu bewahren und die Situation mit einem kühlen Kopf zu beurteilen. Die wichtigsten Maßnahmen zur Wundversorgung beim Hund haben wir im nächsten Abschnitt für Sie aufgelistet.

Sichern Sie Ihren Hund

Wenn sich Ihr Hund in Ihrem Beisein verwundet hat ist es am besten, diesen umgehend zu sichern. Nicht selten laufen verletzte Vierbeiner in Panik davon und verstecken sich dann irgendwo. Nehmen Sie Ihren Liebling daher umgehend an die Leine und halten Sie andere Hunde von diesem fern. Behalten Sie dabei im Hinterkopf, dass Ihre Fellnase eventuell vor Schmerzen nach Ihnen schnappen könnte. Zum Selbstschutz können Sie eine (improvisierte) Maulschlinge verwenden.

Machen Sie die Wunde zugänglich

Zunächst sollten Sie sich ein Bild von der Wunde beziehungsweise vom Ausmaß der Verletzung machen.

Häufig stellen sich vermeintlich schwere Verletzungen bei näherer Betrachtung als harmlos heraus.

Damit Sie besser einschätzen können, ob Sie mit Ihrem Hund zum Tierarzt fahren müssen oder es genügt, die Wunde selbst zu versorgen, empfehlen wir Ihnen die Verletzung unter Berücksichtigung dieser Kriterien zu begutachten:

  • Stehen Knochen hervor und/oder ist die Wunde so groß, dass Sie genäht werden muss?
  • Wie groß und tief ist die Wunde (besonders wichtig bei Bissverletzungen)
  • Blutet die Wunde stark? Ist eventuell sogar eine Arterie verletzt?
  • Handelt es sich um eine frische Verletzung? Wenn nicht: Ist die Wunde bereits infiziert?
  • Befindet sich die Verletzung an einer besonders sensiblen Stelle (Augen, Nase, Rachen, Bauch etc.)
  • Wie verhält sich Ihr Hund? Hat er Schmerzen? Nimmt er eine Schonhaltung ein?

Haben Sie ein Erste Hilfe Set?

Zur Wundversorgung beim Hund ist ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe Set am besten geeignet.

Um im Notfall reagieren zu können, sollten Sie dieses bei Spaziergängen sowie Ausflügen immer bei sich führen.

Bandagen, Tape, Desinfektionsmittel, eine Schere und eine Pinzette gehören zur absoluten Grundausstattung eines Erste-Hilfe Sets.

So ist sichergestellt, dass Sie sowohl kleinere als auch größere Wunden beim Hund reinigen und versorgen können.

Stoppen Sie die Blutung

Bei größeren Wunden und/oder einer verletzten Arterie gilt es keine Zeit zu verlieren.

Einen zu hohen Blutverlust können Sie verhindern, indem Sie mit einem sterilen Verbandstuch oder einem sauberen T-shirt Druck auf die Verletzung ausüben.

Wenn Sie die Blutung nicht umgehend unter Kontrolle bekommen besteht Lebensgefahr. Bringen Sie Ihren Vierbeiner in diesem Fall so schnell es geht zum Tierarzt.

Entfernen Sie das Fell rund um die Wunde

Bevor Sie die Wunde reinigen empfiehlt es sich, dass Fell rund um die Wunde kurzzuschneiden.

Insbesondere bei Vierbeinern mit langem Fell erleichtert dies die Versorgung und Beurteilung der Wunde ungemein.

Außerdem lässt sich auf diese Art und Weise eine Verunreinigung der Verletzung verhindern. Gehen Sie beim Scheren vorsichtig vor.

Bitten Sie bei Bedarf eine zweite Person darum, Ihren Liebling festzuhalten/zu beruhigen.

Reinigen Sie die Wunde

Selbst kleinere Wunden müssen ordentlich gesäubert und desinfiziert werden. Ohne entsprechende Maßnahmen kann es zu einer Infektion sowie weiteren Komplikationen kommen, die den Heilungsprozess verzögern.

Am besten lässt sich eine Wunde unter fließendem Wasser reinigen. Größere Fremdkörper – etwa Gras oder Steine – können Sie vorsichtig mit einer desinfizierten(!) Pinzette entfernen.

Zur Desinfektion der Wunde sollten Sie Octanisept oder ein ähnliches Mittel verwenden. Octanisept brennt nicht und ist somit deutlich angenehmer für Ihren Hund als ein Desinfektionsmittel mit Alkohol.

Wundsalbe

Nach der Reinigung und Desinfektion der Wunde können Sie eine Heilsalbe auftragen. Eine solche fördert die Heilung und empfiehlt sich speziell bei Schürfwunden und anderen kleinen Verletzungen.

Bewährt haben sich unter anderem Cremes mit Manuka Honig, Calendula und Kolloidales Silber.

Größere Wunden sowie Verletzungen die sich bereits infiziert haben müssen mit einer Antibiotischen Creme vom Tierarzt versorgt werden.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie eine Creme auftragen sollten oder ob es besser ist, Luft an die Wunde zu lassen muss letztendlich Ihr Tierarzt entscheiden.

Schützen Sie die Wunde mit einem Leckschutz

Nicht alle aber viele Hunde neigen dazu, an der Wunde zu lecken. Dieses Verhalten sollten Sie unbedingt unterbinden.

Die im Speichel enthaltenen Bakterien könnten die Wunde infizieren. Damit dies nicht passiert sollten Sie darauf achten, dass der Verband gut befestigt ist.

Zusätzliche Sicherheit bietet ein Leckschutz/Trichter, der es dem Hund unmöglich macht, sich an der Verletzung zu schaffen zu machen.

Quellen und weiterführende Informationen: alphatex – pixabay.com

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