Melatonin für Hunde

Wie Sie Ihrem Hund mit Melatonin helfen können, was Sie bei der Anwendung berücksichtigen müssen und in welchem Fall Sie Ihrem Vierbeiner lieber kein Melatonin geben sollten erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist Melatonin eigentlich?

Melatonin ist ein Hormon, dass sowohl von Menschen als auch von Hunden produziert wird. Verantwortlich für die Herstellung von Melatonin ist die Zirbeldrüse – eine Zapfenförmige Struktur im Zentrum des Gehirns -.

Wenn es um die Funktion der inneren Uhr geht, spielt Melatonin eine wesentliche Rolle. Das sogenannte „Schlafhormon“ wird bei Sonnenuntergang ausgeschüttet. Es fährt den Organismus herunter und wirkt schlaffördern. In Form von Pulver oder Tabletten kann das Hormon als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Während Menschen auf entsprechende Mittel zurückgreifen, um besser schlafen zu können, verschreiben Tierärzte Melatonin, wenn ein Hund nervös, unruhig oder ängstlich ist.

Dürfen Hunde Melatonin bekommen?

Ja, wie Sie es sich wahrscheinlich bereits dachten gibt es Melatonin-Präparate für Hunde. Allerdings kommt es bei der Anwendung von Melatonin beim Hund maßgeblich auf die Dosierung sowie das Präparat an sich an.

Um auf Nummer sicher zu gehen, raten wir Ihnen daher, sich an Ihren Tierarzt zu wenden, bevor sie Ihrem Hund Melatonin geben.

So können Sie Ihrem Hund mit Melatonin helfen

Obwohl es zu diesem Thema bislang kaum wissenschaftliche Studien gibt, haben viele Hundehalter bereits positive Erfahrungen mit Melatonin gemacht.

In diesen Fällen können Sie Ihrem Liebling mit dem Schlafhormon helfen:

  • Trennungsangst: Wenn Ihr Hund Probleme mit dem allein sein hat, kann dies nicht nur zu Stress mit den Nachbarn, sondern auch zu zerstörten Möbeln oder zerkratzten Türen führen. Um das Training zu unterstützen und Ihren Hund gelassener zu machen ist Melatonin genau das richtige.
  • Stresssituationen: Reisen, Besuche beim Tierarzt, Feuerwerk, ein Umzug sowie viele andere Situationen können zu extremem Stress beim Hund führen. Melatonin kann Ihrem Hund dabei helfen, mit dem Stress umzugehen und sich der Situation zu fügen, ohne in Panik zu geraten.
  • Schlafstörungen: Auch Hunde können unter Schlafstörungen leiden. Speziell ältere Vierbeiner haben oftmals Probleme damit zur Ruhe zu kommen und neigen dazu, in der Nacht durch die Wohnung zu laufen. Melatonin fördert ein gesundes Schlafverhalten, so dass Ihr Hund und Sie wieder durchschlafen können.
  • Gesundes Fell: Nach dem Fellwechsel oder bei Haarausfall ist Melatonin ein wahres Wundermittel. Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass das Hormon positive Auswirkung auf das Fell von Hunden hat. Woran das liegt konnte man bis dato nicht herausfinden.
  • Cushing Syndrom: Auch bei dieser – zum Glück – seltenen Hormonerkrankung beim Hund kann Melatonin die Symptome lindern. Man geht davon aus, dass Melatonin die übermäßige Produktion von Cortisol verhindert, zu welcher es bei erkrankten Vierbeinern kommt.

Melatonin verabreichen – so geht´s

Melatonin für Hunde gibt es flüssig, aber auch in Pulver-, Tabletten- sowie Kapselform. Als Halter haben Sie somit verschiedene Möglichkeiten, das Hormon zu verabreichen.

Da die meisten Vierbeiner Tabletten im Futter erkennen und wieder ausspucken, ist es ratsam, Melatonin-Pulver zu verwenden. Dieses lässt sich ohne weiteres unter das Futter mischen und wird problemlos genommen.

Kapseln und Tabletten mit Melatonin geben Sie Ihrem Hund am besten in einer Scheibe Wurst oder Käse.

Wie lange dauert es, bis Melatonin anfängt zu wirken?

Wie lange es genau dauert, bis das Melatonin seine Wirkung zeigt lässt sich schwer sagen.

Mit der richtigen Dosierung und in einer ruhigen Atmosphäre dauert es erfahrungsgemäß zwischen 10 und 20 Minuten, bis die Wirkung eintritt.

Die Wirkdauer liegt bei bis zu 8 Stunden. Da Melatonin sehr schnell wirkt, eignet es sich hervorragend als akutes Notfallmittel.

Melatonin für Hunde dosieren

Damit das Melatonin den gewünschten Effekt erzielen kann, ist es wichtig, dieses genau zu dosieren. Bei der Dosierung kommt es in erster Linie auf das Alter, das Gewicht und den Gesundheitszustand Ihrer Fellnase an.

Fehler bei der Dosierung lassen sich am besten durch aufmerksames Lesen der Packungsbeilage vermeiden.

Im Zweifelsfall sollten Sie sich von einem Tierarzt beraten lassen.

Nebenwirkungen von Melatonin für Hunde

Wie schon erwähnt gibt es nicht viele Studien über Melatonin und die Anwendung bei Hunden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass kaum Informationen zu möglichen Nebenwirkungen des Schlafhormons existieren.

Generell scheinen Nebenwirkungen zu einer absoluten Ausnahme zu gehören. Folgende Nebenwirkungen können dennoch auftreten:

  • Lethargie
  • Übelkeit
  • Gewichtszunahme
  • Durchfall

Wichtig: Wenn Ihr Hund nach der Einnahme von Melatonin Anzeichen einer Unverträglichkeit zeigt, sollten Sie die Anwendung stoppen und umgehend einen Tierarzt konsultieren.

Melatonin für Hunde kaufen – Ratgeber

Sie möchten Ihrem Hund Melatonin kaufen? Dabei sollten Sie diese Kriterien beachten:

  • Hersteller: Auch wenn „No-Name-Produkte“ nicht immer schlecht sein müssen, sind es in der Regel, die etablierten Marken, die mit ihrer Qualität überzeugen.
  • Laborgeprüft: Damit Sie das Produkt Ihrer Wahl ohne schlechtes Gewissen Ihrem Hund geben können, sollten Sie darauf achten, dass das Melatonin-Präparat durch ein unabhängiges Labor geprüft wurde.
  • Herstellungsland: „Made in Germany“ steht für Qualität. Nach Möglichkeit sollten Sie Ihrem Hund daher Melatonin geben, dass in Deutschland produziert wurde.
  • Hundefreundlich: Bitte geben Sie Ihrem Hund nur Melatonin, dass extra für die Anwendung beim Hund hergestellt wurde. Präparate für Menschen enthalten oft Zusatzstoffe wie beispielsweise Xilit, welche der Gesundheit Ihres Hundes schaden könnten.
  • Zusammensetzung: Manche Präparate enthalten neben Melatonin weitere Wirkstoffe wie etwa Ashwagandha. Ob- und wenn ja welche Wirkstoffe sinnvoll sein könnten, sollten Sie nach Rücksprache mit Ihrem Tierarzt entscheiden.
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