Hund hat kalte Ohren: Ursachen und Maßnahmen

Kalte Ohren beim Hund sind nichts Ungewöhnliches. Die Ursache ist in den seltensten Fällen bedrohlich. Dennoch möchten wir Ihnen in diesem Beitrag verraten, warum es zu kalten Ohren beim Hund kommen kann und was Sie dagegen tun können.

Mögliche Ursachen für kalte Ohren beim Hund

Im folgenden Abschnitt haben wir die gängigsten Auslöser für Sie aufgelistet:

Schutzmechanismus

Wenn die Ohren Ihres Lieblings im Winter kalt sind, ist dies ein Indiz für eine Unterkühlung. Der Organismus reduziert die Durchblutung der Extremitäten um so die lebenswichtigen Organe weiter versorgen- und schützen zu können. Dieser Schutzmechanismus lässt sich nicht nur bei Hunden, sondern auch bei vielen anderen Säugetieren sowie uns Menschen beobachten.

Speziell Vierbeiner mit wenig Fell und Stehohren sowie dünne Hunde bekommen schnell kalte Ohren. Dies lässt sich auf die fehlende Isolationsschicht in Form von Haaren und Fett zurückführen. Damit Ihr Liebling sich keine Erkältung einfängt raten wir Ihnen diesen mit einem geeigneten Hundepullover/Mantel warmzuhalten.

Schilddrüsenprobleme

Obwohl die Schilddrüse winzig klein ist, hat sie enorme Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Sie ist für die Herstellung der Schilddrüsenhormone verantwortlich, welche für eine Störungsfreie Funktion der Organe benötigt werden.

Einige Hunde leiden – meist genetisch bedingt – unter einer Funktionsstörung der Schilddrüse. Bei einer sogenannten Schilddrüsenunterfunktion werden nicht ausreichend Hormone ausgeschüttet. Dies wiederum wirkt sich negativ auf den Stoffwechsel aus.

Charakteristische Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind unter anderem ein niedriger Puls, ein erhöhter Schlafbedarf, Kalte Ohren, Trockene Haut sowie Depressive Verstimmungen.

Zu den kalten Ohren kommt es in Verbindung mit dem reduzierten Stoffwechsel, welcher dazu führt, dass der betroffene Hund seine Körpertemperatur schlechter regulieren kann.

Erkältung

Obwohl Hunde in der Regel deutlich widerstandsfähiger sind, als Menschen, kann es hin und wieder zu einer Erkältung kommen. Erfahrungsgemäß lässt sich eine Erkältung beim Hund anhand dieser Anzeichen erkennen:

  • Warme oder kalte Ohren
  • Tropfende Nase
  • Apathisches Verhalten
  • Probleme mit den Atemwegen
  • Husten
  • Erhöhte Temperatur/Fieber
  • Schwäche

Falls sich Ihr Hund tatsächlich eine Erkältung eingefangen hat, müssen Sie sich um eine etwaige Übertragung keine Gedanken machen.

Wichtig ist, dass Sie Ihrem Vierbeiner ausreichend Flüssigkeit zuführen und diesen zum trinken animieren.

Durchblutungsstörungen

Die Ohren enthalten nur wenige, extrem dünne Blutgefäße. Darüber hinaus bestehen sie aus Knorpeln, Fett sowie Haut.  Wenn ein Hund ohne erkennbaren Grund kalte Ohren hat, könnte dies auf eine akute Durchblutungsstörung hindeuten. Einer solchen muss nicht immer eine Herzschwäche zugrunde liegen. Auch Lebererkankungen, Krebs, Blutarmut und andere Krankheiten können Durchblutungsproblemen auslösen.

Um eine potenziell lebensbedrohliche Ursache ausschließen zu können, sollten Sie Ihre Fellnase vom Tierarzt untersuchen lassen. Dies ist besonders dann wichtig, wenn Ihr Hund nicht nur kalte Ohren, sondern auch kalte Pfoten hat, antriebslos ist und zittert.

Niedriger Blutdruck

Ein niedriger Blutdruck – in Fachkreisen auch als Hypotonie bezeichnet – kann diverse Ursachen haben. Neben einer Dehydrierung oder einer Allergie kommen unter anderem auch eine Vergiftung, Nierenprobleme, Blutarmut als Auslöser infrage.

Durch den reduzierten Blutdruck kommt es zu einer Unterversorgung der Organe. Damit einhergehend lassen sich folgende Symptome beobachten:

  • Blasse Schleimhäute
  • Schwäche
  • Orientierungslosigkeit
  • Kalte Ohren
  • Extremer Durst

Da ein dauerhaft niedriger Blutdruck gefährlich werden kann, sollten Sie mit Ihrem Vierbeiner unbedingt beim Tierarzt vorstellig werden. In den meisten Fällen lässt sich der Blutdruck mit Medikamenten wieder normalisieren.

Alter

Wenn ein Hund älter wird, wirkt sich dies nicht nur auf das Hör- und Sehvermögen aus. Auch die kognitiven Fähigkeiten sowie die Durchblutung werden durch das zunehmende Alter beeinträchtigt. Dies führt dazu, dass die Kapillargefäße im Ohr nicht mehr so gut mit Blut versorgt werden, wie es bei einem jungen Hund der Fall ist.

Die Ohren von Hundesenioren sind daher besonders nach dem Aufwachen meist etwas kälter. Weitere Gründe für kühle Ohren bei älteren Hunden sind das dünner werdende Fell sowie die schmelzende Fettschicht. Wann ein Hund als Senior gilt hängt von der Größe ab.

Panik und Stress

Sollte Ihr Hund an Silvester oder nach einer Konfrontation mit einem Artgenossen kalte Ohren haben, liegt dies daran, dass sich bei Stress und/oder Angst die Blutgefäße im Körper zusammenziehen.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es zu diesem Phänomen kommt, weil bei Gefahr Stresshormone ausgeschüttet werden, die den Körper auf einen Kampf oder die Flucht vorbereiten.

Um so gut wie möglich auf die Bedrohung reagieren zu können, sind in einem solchen Moment alle Muskeln angespannt. Dies hat zur Folge, dass sich die Blutgefäße verengen und sich die Durchblutung verschlechtert.

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