Ingwer für Hunde: Wirkung, Anwendung und Dosierung

Eine Ingwerknolle auf einem Holztisch

Als Heilpflanze spielt Ingwer – oder auch zingiber – schon seit jeher eine wichtige Rolle. Was viele Hundehalter nicht wissen ist, dass Ingwer nicht nur für uns Menschen, sondern auch für unsere geliebten Vierbeiner gesund ist. In diesem Artikel verraten wir Ihnen, in welchen Fällen die Knolle helfen kann und worauf Sie bei der Fütterung achten sollten. 

Ingwer als Heilpflanze für Hunde

Während der Rest der Pflanze aus medizinischer Sicht „wertlos“ ist, steckt der unterirdische Hauptspross – auch Rhizom genannt – voller gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe.

Die frisch geriebene Knolle gilt als altbekanntes Hausmittel bei Erkältungen, Bauchschmerzen, Entzündungen sowie weiteren Gesundheitsproblemen.

Die wohltuende Wirkung der Ingwerwurzel war bereits vor tausenden Jahren bekannt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass man die Pflanze bis heute in der Naturheilmedizin verwendet.

Gingerol: Das macht Ingwer so gesund

Bei Gingerol handelt es sich um einen pflanzlichen Scharfstoff, der neben 100 anderen Wirkstoffen in der Ingwerknolle enthalten ist.

Untersuchungen zufolge liegt der Gingerole-Anteil zwischen 4 und 7,5 Prozent. Wie bei vielen anderen Naturheilmitteln konnte der genaue Effekt des Stoffes noch nicht abschließend geklärt werden.[1]

In welchen Fällen kann Ingwer meinem Hund helfen?

Ingwer ist extrem vielseitig und längst nicht nur ein Boost für das Immunsystem. Die gängigsten Anwendungsmöglichkeiten haben wir unten für Sie aufgelistet.

Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen beim Hund

Während einigen Hunden beim Autofahren schlecht wird, haben andere einen sensiblen Magen oder leiden unter einer Futtermittelallergie.

Damit es Ihrem Hund schnell wieder besser geht können Sie auf Ingwer als bewährtes Hausmittel zurückgreifen.

Um den Magen zu beruhigen genügt es meist ein wenig frischen Ingwer unter das Futter zu mischen. Alternativ können Sie Ihrem Hund Reisetabletten mit Ingwer geben.

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Ingwer gegen Blähungen beim Hund

In geringen Ausmaßen sind Blähungen beim Hund nichts Ungewöhnliches.

Stärkere Blähungen, beziehungsweise eine erhöhte Gasbildung im Magendarmtrakt können bei größeren Hunden zu einem ernsthaften – ja sogar lebensbedrohlichen – Problem werden.

So erhöht sich unter anderem das Risiko einer Magendrehung, welche ohne unmittelbare Behandlung zum Tod des betroffenen Hundes führen kann.

Ingwer kann Blähungen reduzieren oder gänzlich verhindern und damit auch die Gefahr einer Magendrehung reduzieren.

Dieser Effekt lässt sich auf die Verdauungsfördernde Wirkung der Ingwerwurzel zurückführen, welche bereits in diversen Studien nachgewiesen werden konnte.

Ingwer bei Arthrose und Gelenkschmerzen

Als Hausmittel gegen Arthrose beim Hund ist Ingwer sehr beliebt.

Ingwer hat eine entzündungshemmende Wirkung und lässt sich somit gut verwenden, um die Beschwerden Ihres Lieblings zu lindern.

Auch bei anderen Problemen mit dem Bewegungsapparat, wie beispielsweise HD oder Spondylose können Sie Ihrem Hund hin und wieder ein Stück Ingwer unter das Futter mischen.

Ingwer als Unterstützung bei einer Krebstherapie

Da beim Wachstum von Tumoren immer auch Entzündungen eine Rolle spielen empfiehlt sich die regelmäßige Fütterung von Ingwer.

Zudem stärkt Ingwer das Immunsystem ist somit zur unterstützenden Behandlung einer Krebserkrankung gut geeignet.

Die mit einer Chemotherapie einhergehende Übelkeit lässt sich mit Ingwer zwar nicht ganz verhindern aber dafür wesentlich reduzieren.[2]

Ingwer gegen den Herzwurm und andere Parasiten

Bei der Herzwurmerkrankung handelt es sich um eine potenziell tödliche Krankheit, welche durch den sogenannten Herzwurm ausgelöst wird.

Dieser kommt in südlicheren Gefilden vor und wird durch Mücken sowie die Ausscheidungen bereits infizierter Tiere übertragen.

Hat der Herzwurm einen Wirt gefunden, siedelt sich dieser in den großen Gefäßen von Herz und Lunge an und gibt seine Larven in den Blutkreislauf ab.

Die Behandlung eines Herzwurm-Befalls ist langwierig sowie risikoreich. Bei entsprechenden Tests ließ sich der Befall durch Ingwer stark reduzieren.

Wie gebe ich meinem Hund Ingwer?

Folgende Möglichkeiten gibt es:

Tabletten: Lassen sich leicht dosieren und transportieren. Wenn Sie Ihrem Hund Tabletten geben möchten, können Sie diese in ein Stück Käse oder Wurst einrollen.

Frischer Ingwer: Beim BARF oder frisch gerieben über dem regulären Nassfutter wird die rohe Knolle problemlos gefressen. Kaufen Sie bitte ausschließlich BIO-Ingwer.

Pulver: Kann einfach über das Hundefutter gestreut werden, ist lange haltbar und kann mithilfe eines Messlöffels oder einer Waage portioniert werden. Häufig sind neben Ingwer auch Kurkuma und andere Bestandteile enthalten.

Dürfen Hunde Ingwertee trinken?

Ja, Hunde dürfen milden Ingwertee trinken. Vor allem ältere Fellnasen profitieren von der antibakteriellen Wirkung sowie dem positiven Effekt auf die Abwehrkräfte.

Zur Zubereitung müssen Sie lediglich ein kleines Stück Ingwer für etwa 5-10 Minuten in heißem Wasser ziehen lassen.

Wenn Sie Ihrem Liebling Ingwertee geben sollten Sie natürlich darauf achten, dass dieser nicht mehr heiß ist. Falls Ihr Hund den Tee pur verweigert können Sie das Ingwer-Wasser auch unter das Futter mischen.

Achtung: Geben Sie Ihrem Hund keinen eingelegten Ingwer. Dieser enthält Zucker sowie Essig und ist daher nicht so gut bekömmlich.

Ingwer für Hunde dosieren

Auch wenn es sich bei Ingwer um ein Naturheilmittel handelt sollten Sie vor der Fütterung Rücksprache mit Ihrem Tierarzt und/oder einem erfahrenen Tierheilpraktiker halten.

Zur Behandlung von Gelenkproblemen beim Hund empfiehlt sich – aus eigener Erfahrung – eine dünne Scheibe Ingwer pro 10 Kilogramm Körpergewicht.

Falls Sie Ingwerpulver verwenden können Sie stattdessen eine Messerspitze verwenden.

Für ein möglichst gutes Ergebnis sollten Sie Ihrem Hund drei Wochen lang täglich Ingwer geben und anschließend für etwa einen Monat pausieren.

Tipp: Wenn Ihr Hund besonders starke schmerzen hat können Sie die Dosis auch verdoppeln.

In diesem Fall ist Ingwer für Hunde tabu

Wenn Ihr Hund Anzeichen einer allergischen Reaktion zeigt nachdem Sie ihm Ingwer gegeben haben sollten Sie in Zukunft auf die Fütterung verzichten und sich im Zweifelsfall an einen Tierarzt wenden.

Gleiches gilt für den Fall einer bevorstehenden Operation. Ingwer verdünnt das Blut und sollte in den Tagen vor einem Eingriff vom Speiseplan gestrichen werden.

Trächtige Hündinnen dürfen ebenfalls keinen Ingwer bekommen, da dieser die Wehen auslösen kann. Darüber hinaus sind keine Nebenwirkungen bekannt.[3]

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Quellen und weiterführende Informationen

Titelbild: depositphotos.com – grafvision

[1]: https://utopia.de/ratgeber/gingerol-wirkung-und-wie-du-es-nutzen-kannst/

[2]: https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/hilft-ingwer-gegen-krebs-102.html#:~:text=Ingwer%20kann%20%C3%9Cbelkeit%20bei%20Chemotherapie%20lindern

[3]: https://dog-feeding.de/aber-bitte-mit-ingwer-so-kann-ingwer-beim-hund-zum-einsatz-kommen

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