Die Hundeapotheke für Zuhause: Was muss rein?

Um Ihren Vierbeiner im Notfall schnell Versorgen zu können empfiehlt es sich, eine Hundeapotheke zuhause zu  haben. Was in eine gut ausgestattete Notfallapotheke gehört und was Sie noch tun können, um Ihrem Liebling bei Gesundheitsproblemen helfen zu können, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Diese Medikamente müssen in jede Hundeapotheke

Folgende Medikamente und Arzneimittel sollten Sie unbedingt besorgen:

  • Durchfallmittel
  • Beruhigungstropfen
  • Ohrreiniger
  • Euphrasia oder andere Augentropfen
  • Homöopathische Mittel

Antihistaminikum

Im Falle eines Insektenstichs können Antihistaminika lebensrettend sein. Viele Vierbeiner haben die gefährliche Angewohnheit nach Bienen, Wespen und anderen Insekten zu schnappen.

Um zu verhindern, dass im Falle eines Falles die Atemwege zuschwellen sollten Sie sich daher unbedingt ein Antihistaminikum besorgen. Welches Mittel sich für die Hundeapotheke am besten eignet kann Ihnen Ihr Tierarzt verraten.

Aktivkohle

Nicht nur bei Durchfall sondern auch bei akuten Vergiftungserscheinungen kann Aktivkohle helfen. Damit die Kohle ihre wirken kann, muss Ihr Hund jedoch viel Kohle nehmen (1 Milligramm/Kg Körpergewicht). Es empfiehlt sich, die benötigte Menge im Vorfeld auszurechnen und griffbereit in der Notfallapotheke zu lagern.

Traumeel

Traumeel gibt es als Tabletten und als Salbe. Das entzündungsregulierende Mittel wirkt schmerzhemmend und kann bei Prellungen, Blutergüssen, Knochenbrüchen, Schwellungen und weiteren Verletzungen helfen. Das apothekenpflichtige Arzneimittel gilt als schnell wirksam und wird in der Regel gut vertragen.

Schmerzmittel

Bei plötzlich auftretenden Schmerzen mit ungewisser Ursache bleibt Ihnen nur der Gang zum Tierarzt. Von Aspirin oder anderen Präparaten, die für Menschen gedacht sind, sollten Sie die Finger lassen. Falls Ihre Fellnase unter chronischen Schmerzen leidet – etwa aufgrund einer Arthrose oder ähnlichen Erkrankungen können Nahrungsergänzungsmittel wie Teufelskralle, Kurkuma oder CBD-Öl die Symptome lindern.

Heilmoor

Vorbeugende Mittel für die Hundeapotheke

Wurmkur

Parasitenprophylaxe

Weitere Artikel für die Hundeapotheke 

Da jeder Hund andere gesundheitliche Baustellen hat, sollte man die Hundeapotheke immer an die individuellen Gegebenheiten anpassen.

Welche Dinge auf gar keinen Fall fehlen dürfen erfahren Sie im folgenden Abschnitt:

  • Schere: Eine Schere ist insbesondere bei langhaarigen Hunden sinnvoll. So können Sie eine Wunde zur weiteren Behandlung freischneiden oder im Fell festhängende Äste und Grannen entfernen.
  • Augenspülung:  Mit einer Augenspülung können Sie Sand oder ähnliche Fremdkörper aus den Augen spülen. Da die Augen hoch sensibel sind, sollten Sie die Anwendung im Rahmen eines Erste-Hilfe-Kurses für Hunde üben.
  • Pinzette: Eine Pinzette darf in keiner Hundeapotheke fehlen. Splitter oder sogar Glasscherben lassen sich mit einer Pinzette sicher greifen und entfernen.
  • Zeckenzange: Obwohl sich Zecken im Notfall auch mit einer Pinzette entfernen lassen, ist eine Zeckenzange deutlich besser geeignet. Alternativ können Sie natürlich auch eine Zeckenschlinge benutzen.
  • Maulschlinge: Der Gedanke seinem eigenen Hund eine Maulschlinge umzulegen ist zunächst befremdlich. Bei starken Schmerzen und/oder in einer Schocksituation kann jedoch selbst der liebste Hund einmal zuschnappen. Eine Maulschlinge sorgt im Notfall für die nötige Sicherheit.
  • Ohrspülung: Auch wenn eine Ohrspülung nicht unbedingt in die Hundeapotheke muss, kann es praktisch sein, eine solche zuhause zu haben. Eine Ohrspülung eignet sich nicht nur für die regelmäßige Reinigung, sondern kann auch dann hilfreich sein, wenn Ihr Liebling einen Fremdkörper im Ohr hat.
Das könnte Sie interessieren: Wie gebe ich meinem Hund eine Tablette? 
  • Verbandsmaterial: Ob Bissverletzung, offener Cut oder Schnittverletzung, mit dem richtigen Verbandsmaterial sind Sie gut auf  die Wundversorgung beim Hund vorbereitet. Damit Sie große und kleinere Verletzungen adäquat versorgen können ist es ratsam mehrere Rollen Verbandsmaterial zu lagern.
  • Desinfektionsmittel: Bei Bissverletzungen ist ein Desinfektionsmittel das A und O. Um Ihrem Liebling unnötige Schmerzen zu ersparen, können Sie ein Mittel verwenden, dass beim Auftragen nicht brennt. Waschalkohol oder ähnliche Substanzen haben im der Notfallapotheke nichts verloren.
  • Handschuhe: Einweghandschuhe sind nicht nur aus hygienischen-/Infektionsschutzgründen wichtig, sondern können zudem für zusätzlichen Grip sorgen, wenn beispielsweise ein Fremdkörper im Rachen Ihres Hundes feststeckt.
  • Fieberthermometer: Die Körpertemperatur verrät viel über den Gesundheitszustand Ihres Hundes. Aus Hygienegründen sollten Sie ein Thermometer besorgen, dass nur für Ihren Vierbeiner ist.
  • Cool-Pack: Zur unterstützenden Behandlung bei Verbrennungen oder einem Insektenstich ist ein Kühlkissen ideal. Fürs Gassigehen eignen sich Kältekompressen. Diese lassen sich problemlos in der Handtasche transportieren und werden schnell kalt, wenn man sie stark schüttelt.

Tipp: In unserem Beitrag „Fieber beim Hund“ erfahren Sie, welche Körpertemperatur normal ist.

Die Hundeapotheke an die eigenen Bedürfnisse anpassen 

Nachdem Sie sich die Grundausstattung für das Erste-Hilfe-Set besorgt haben, ist es an der Zeit, dieses an die individuellen Bedürfnisse Ihres Hundes anzupassen.

Je nach RasseAlter und bestimmten Vorerkrankungen können sich bestimmte Medikamente als sinnvoll erweisen.

Hundehalter deren Liebling Diabetes hat sollten beispielsweise etwas Honig in das Erste-Hilfe Set tun, um etwas gegen einen abfallenden Blutzuckerspiegel tun zu können.

Welche Dinge genau in Ihrem Erste-Hilfe Set fehlen könnten klären Sie am besten mit Ihrem Tierarzt ab.

Zusätzliche Maßnahmen

Ein Erste-Hilfe-Set für Hunde zuhause zu haben kann in einem Ernstfall leben retten. Sie sollten allerdings weitere Maßnahmen treffen, um Ihrem Hund im Notfall schnellstmöglich helfen zu können.

Folgende Schritte sind empfehlenswert:

  • Schreiben Sie sich die Nummern der nächstgelegenen Tierklinik auf und speichern Sie sich deren Adresse in Ihrem Navigationssystem ab.
  • Nehmen Sie an einem Erste-Hilfe-Kurs für Hundehalter teil.
  • Kaufen Sie sich ein Buch über Erste-Hilfe beim Hund und legen Sie dieses nach dem Lesen in Ihre Notfallapotheke.
  • Um im Ernstfall Hilfe rufen zu können sollten Sie bei jedem Spaziergang mit Ihrem Hund Ihr Handy mitnehmen.
  • Machen Sie sich mit den gängigen Krankheitssymptomen vertraut. So verringert sich die Reaktionsdauer bei einer Magendrehung oder einem ähnlichen Notfall.

Wo bekomme ich Medikamente für meinen Hund? 

Statt sich die Hundeapotheke für Ihren zusammenzustellen können Sie sich auch ein komplett ausgestattetes Set kaufen. Solche gibt es in verschiedenen Ausführungen für unterschiedliche Bedürfnisse. Im Rahmen unserer Recherchen zu diesem Artikel fanden wir entsprechende Angebote bei Amazon und anderen großen Onlinehändlern. Auch in einigen Tierhandlungen werden Notfallsets verkauft.

Quellen und weiterführende Informationen: analogicus – pixabay.com

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