Hilfe, mein Hund pinkelt viel

Ein Ruede pinkelt an einen Baum

Sie fragen sich, ob Ihr Hund mehr pinkelt als es normal wäre? Warum Hunde viel pinkeln und in welchen Fällen Sie mit Ihrem Liebling zum Tierarzt gehen sollten, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Mögliche Ursachen für häufiges pinkeln

Wenn Ihr Hund viel pinkelt, kann dies verschiedene Ursachen haben.

Die gängigsten Auslöser für einen verstärkten Harndrang beim Hund haben wir im folgenden Abschnitt für Sie zusammengefasst.

Erhöhtes Alter

Wenn Ihr Hund viel pinkelt, sollten Sie zunächst das Alter Ihres Lieblings als Ursache in Betracht ziehen. Tierärzte sind sich darüber einig, dass das Alter einen erheblichen Einfluss auf den Harndrang haben kann. Welpen und junge Hunde beispielsweise können ihre Blase noch nicht kontrollieren und urinieren deutlich häufiger, als dies bei erwachsenen Vierbeinern der Fall ist. Doch nicht nur Welpen sondern auch Hundesenioren müssen sich meist etwas häufiger erleichtern und können im Alter unsauber werden.

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Wetter

Während des Sommers steigt der Flüssigkeitsbedarf bei Mensch und Tier gleichermaßen. Insbesondere wenn sich Ihr Hund bei hohen Temperaturen im Garten und im Haus aufhält, kann es passieren, dass dieser auffällig oft pinkeln muss. Ursächlich hierfür ist die Art und Weise wie Hunde ihre Körpertemperatur regulieren. Im Gegensatz zu uns sind Hunde nicht dazu in der Lage zu schwitzen und leiten Hitze ab, indem sie anfangen zu hecheln. Zurück im kühlen Haus hört das Hecheln meist auf, so dass die zuvor aufgenommene Flüssigkeit nicht mehr abgeleitet wird und der Vierbeiner pinkeln muss.

Markieren

Um Ihr Revier zu markieren, greifen Hunde nicht auf Sprühdosen oder Aufkleber, sondern ihren Urin zurück. Obwohl es durchaus auch Hündinnen gibt, die ihr Territorium markieren sind es in erster Linie Rüden, die dieses Verhalten an den Tag legen. Unerfahrene Hundehalter sind sich oftmals unsicher, ob ihr Liebling viel pinkelt oder ob es sich um eine Form des Revierverhaltens handelt. Markieren und Urinieren lassen sich durch die abgesetzte Urinmenge leicht voneinander unterscheiden. Während ein Hund beim Urinieren über längere Zeit einen durchgehenden Urinstrahl ablässt, werden beim Markieren meist nur einige Tropfen abgegeben.

Inkontinenz

Nicht nur im hohen Alter, sondern auch nach einer Kastration können Hunde inkontinent werden. Besonders bei Hündinnen besteht das Risiko einer kastrationsbedingten Inkontinenz. Die betroffenen Vierbeiner verlieren die Kontrolle über Ihre Blase. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass der Hund besonders viel uriniert. Wenn Ihr Hund inkontinent ist, empfiehlt sich die Verwendung einer Hundewindel. Auch eine Hundetoilette auf dem Balkon kann in diesem Fall hilfreich sein.

Blasenentzündung

Wie wir Menschen können sich auch Hunde eine Blasenentzündung einfangen. Anatomie bedingt leiden ältere Hündinnen deutlich häufiger unter einer Blasenentzündung als männliche Vierbeiner. Zu den typischen Symptomen einer Blasenentzündung gehört ein erhöhter Harndrang sowie Blut im Urin. Aufgrund der Schmerzen, die mit einer Blasenentzündung einhergehen, winseln einige Hunde sogar beim Pinkeln. Falls Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund viel pinkelt, weil er eine Blasenentzündung hat, sollten Sie diesen umgehend zum Tierarzt bringen. Die Entzündung lässt sich mit Antibiotika gut behandeln.

Diabetes

Diabetes, speziell Diabetes Mellitus bei Hunden kann sich durch einen erhöhten Harndrang äußern. Ursächlich für diese Diabetes Form ist eine Stoffwechselstörung, die es dem Hund unmöglich macht, Futter richtig zu verwerten und in Energie umzuwandeln. Hunde mit Diabetes Mellitus pinkeln nicht nur besonders viel, sondern wirken auch antriebslos und haben einen gesteigerten Appetit. Darüber hinaus trinken Hunde mit Diabetes mehr Wasser als gesunde Vierbeiner, so dass das viele pinkeln nicht weiter verwunderlich ist. Diabetes ist leider unheilbar, lässt sich mit einem speziellen Ernährungsplan gut in den Griff bekommen.

In diesem Fall sollten Sie zum Tierarzt

Wenn ein Hund auffällig oft und viel uriniert ist dies nicht selten ein Indiz für eine Erkrankung. In diesen Fällen sollten Sie mit Ihrem Vierbeiner umgehend zum Tierarzt fahren.

Blut im Urin: Blut im Urin kann auf eine Blasen- oder Nierenentzündung aber auch viele weitere ernsthafte Erkrankungen hindeuten. Um eine eindeutige Diagnose zu bekommen und Ihren Liebling schnellstmöglich behandeln zu lassen, raten wir Ihnen zu einem sofortigen Besuch beim Tierarzt.

Auffälliger Geruch: Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Urin Ihres Hundes anders riecht als üblich, sollten Sie Ihren Tierarzt anrufen und eine Urinprobe abgeben. Nicht selten ist eine Infektion für die Geruchsveränderung verantwortlich.

Exzessives Trinken: Bei Hitze oder körperlicher Anstrengung ist es nicht weiter verwunderlich, wenn Ihr Liebling mehr trinkt als üblich. Sollte Ihr Hund allerdings permanent viel trinken, sollten Sie Ihren Vierbeiner durchchecken lassen.

Probleme beim Urinieren: Ihr Hund muss pinkeln, kann aber nicht? Falls Ihre Fellnase Probleme und/oder schmerzen beim Urinieren hat, liegt ein medizinischer Notfall vor.

Diagnose und Behandlung

Um herauszufinden, warum Ihr Hund so viel uriniert, wird Ihr Tierarzt mit ziemlicher Sicherheit um eine Urinprobe bitten.

Sollte diese unauffällig sein, ist eine tiefergehende Untersuchung unumgänglich.

Damit der Veterinärmediziner eine gesicherte Diagnose stellen kann, sollten Sie diesen mit so vielen Informationen wie möglich versorgen.

Zu den wichtigsten Informationen zählen Auskünfte über etwaige Veränderungen im Tagesablauf, Wesensveränderungen sowie Ernährung und Trinkverhalten.

Die weitere Behandlung hängt vom Befund ab. Lässt sich der starke Harndrang Ihres Hundes auf eine einfache Blasenentzündung zurückführen genügt oft ein Antibiotikum.

Es kann allerdings auch sein, dass Ihr Vierbeiner schwerkrank ist und folglich anders behandelt werden muss.

So halten Sie den Harntrakt gesund

Zu den wohl häufigsten Auslösern eines erhöhten Harndrangs beim Hund zählt eine bakterielle Infektion.

Um einer solchen vorzubeugen können Sie diese Maßnahmen treffen:

  • Stellen Sie Ihrem Hund immer frisches Wasser zur Verfügung und reinigen Sie den Napf Ihres Lieblings. So verhindern Sie, dass Ihr Vierbeiner unnötig viele Bakterien aufnimmt.
  • Achten Sie auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Wichtig ist, dass Ihre Fellnase alle wichtigen Nährstoffe erhält und nicht überfüttert wird. Ein Ernährungsberater für Hunde kann Ihnen bei Fragen weiterhelfen.

Wann pinkelt ein Hund zu oft?

Da jeder Hund anders ist, lässt sich diese Frage nur schwer beantworten.

Wie oft ein Hund pinkeln muss, hängt unter anderem von dem Alter, den Außentemperaturen dem Aktivitätslevel sowie weiteren Faktoren ab.

Erfahrungsgemäß müssen erwachsene, gesunde Hunde etwa alle 4-7 Stunden nach draußen, um sich zu erleichtern.

 

 

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