Hund nimmt nicht zu: Ursachen und Maßnahmen

Ihr Hund nimmt nicht zu? Wenn ein Hund trotz ausreichender Futterversorgung untergewichtig ist, lässt sich dies häufig auf einen Wurmbefall oder das falsche Futter zurückführen. Welche Ursachen außerdem infrage kommen und was Sie tun können, damit Ihr Vierbeiner zunimmt erfahren Sie in diesem Beitrag.

Parasiten

Tierärzte raten nicht ohne Grund zu einer regelmäßigen Entwurmungskur. Da sich die unliebsamen Parasiten mithilfe entsprechender Präparate relativ leicht bekämpfen lassen, ist ein Befall meist nur halb so schlimm.

Lediglich für besonders alte Vierbeiner, geschwächte Hunde sowie Welpen kann ein Wurmbefall gefährlich werden.

Warum ist ein Wurmbefall dennoch so problematisch?

Natürlich ist es äußerst unappetitlich zu wissen, dass sich Würmer im Darm Ihres Lieblings tummeln. Darüber hinaus verhindern die Parasiten aber auch, dass Ihr Hund zunehmen kann.

Dies sind die typischen Indikatoren eines akuten Wurmbefalls:

  • Würmer im Kot
  • Husten
  • Antriebslosigkeit
  • Geschwollener Bauch
  • Durchfall

Tipp: Wenn Ihr Hund nicht zunimmt sollten Sie unbedingt eine Kotprobe analysieren lassen. So lässt sich am besten feststellen, ob Ihr Vierbeiner tatsächlich Würmer hat. Eine prophylaktische Entwurmung empfinden wir als nicht sinnvoll.

Probleme mit der Bauchspeicheldrüse

Hauptaufgabe der Bauchspeicheldrüse ist die Produktion von Verdauungssäften und Hormonen. Im Falle einer Unterfunktion können nicht ausreichend Verdauungssäfte gebildet werden.

Dadurch kann das Futter nicht richtig verwertet werden, so dass der betroffene Hund kein Gewicht auf die Rippen bekommt, sondern tendenziell dünner wird.

In der Fachsprache bezeichnet man diesen Zustand als „exokrine Pankreasinsuffizienz“. Eine solche kann angeboren sein oder durch eine Entzündung oder Innere Verletzung entstehen.

Zu den Symptomen einer exokrinen Pankreasinsuffizienz zählen:

  • Gelegentliches Übergeben
  • Extremer Hunger
  • Blähungen
  • Gewichtsverlust
  • Chronischer Durchfall

Achtung: Eine Pankreasinsuffizienz gilt als schwer heilbar. Die damit einhergehenden Probleme lassen sich jedoch durch die Fütterung spezieller Enzyme gut in den Griff bekommen.

Das Falsche Futter

Ob ein Hund sich wohlfühlt hängt maßgeblich mit der Ernährung zusammen. Bekommt ein Hund Futter, dass er – etwa aufgrund einer Unverträglichkeit – nicht richtig verwerten kann, führt dies schnell zu Gewichtsverlust, Antriebslosigkeit und weiteren Baustellen.

Insbesondere bei der Fütterung mit frischem Fleisch und Gemüse kann man leicht etwas falsch machen.

Daher sollten Sie diese Fütterungshinweise unbedingt beherzigen, wenn Sie Ihren Liebling BARFen:

Zu geringer Fettgehalt: Vierbeiner mit einem hohen Aktivitätslevel benötigen ausreichend Fette im Futter. Diese enthalten mehr als doppelt so viele Kalorien wie Kohlenhydrate und Eiweiße.

Zu hoher Ballaststoffgehalt:  Obwohl Ballaststoffe in geringen Mengen eine verdauungsfördernde Wirkung haben, sollte man es nicht übertreiben. Zu viele Ballaststoffe im Futter können zu Bauchschmerzen und Durchfall führen.

Zu viel Wasser: Zu einer ausgeglichenen Ernährung gehören Obst und Gemüse unbedingt dazu. Trotzdem raten wir Ihnen sich bezüglich der richtigen Menge von einem Ernährungsexperten beraten zu lassen.

Wenn Ihr Hund nicht zunimmt können Sie folgende Maßnahmen treffen:

  • Ergänzen Sie das Futter um Eigelb, Haferflocken oder gekochten Reis
  • Geben Sie Ihrem Hund einige Leckerlis mehr als üblich
  • Mischen Sie Rinderfettpulver unter das Futter
  • Wählen Sie Energiereiche Fleischsorten, wie Ente, Fisch oder Rind

Hohes Aktivitätslevel

Wenn die Futtermenge und Art nicht mir dem Bewegungsprofil Ihres Vierbeiners übereinstimmt ist es kein Wunder, dass dieser nicht zunimmt. Wie bei uns Menschen kann nur ein Kalorienüberschuss zu einer Gewichtszunahme führen.

Unter diesen Umständen benötigt Ihr Hund besonders energiereiches Futter:

  • Jagdlich geführte Hunde
  • Trächtige Hündinnen
  • Sporthunde
  • Bei einer Schilddrüsenüberfunktion
  • Cushing
  • Während des Winters

Chronisch Darmerkrankung

Bei einer chronischen Darmerkrankung ist es dem Organismus unmöglich, die aufgenommen Nährstoffe in Energie umzuwandeln. Die Konsequenzen die eine unbehandelte Darmerkrankung mit sich bringen kann sind vielseitig.

Dies sind die Hauptrisiken:  

  • Parasitenbefall
  • Geringe Abwehrkräfte
  • Beeinträchtigung der Darmflora
  • Allergien und Unverträglichkeiten
  • Stress

Hunde die mit einer chronischen Darmerkrankung zu kämpfen haben, können nicht- oder nur sehr schwer zunehmen. Eine umfassende Versorgung lässt sich in diesem Fall am besten durch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel/Medikamente sicherstellen.

Diabetes

Auch Hunde können zuckerkrank werden. Wie in der Humanmedizin unterscheidet man in der Veterinärmedizin zwischen Typ 1- und 2. Ist der Blutzuckerspiegel permanent zu hoch werden die Gefäßwände in Mitleidenschaft gezogen.

Um die Erkrankung in den Griff zu bekommen gibt es hoch wirksame Medikamente mit denen Hunde ein – fast – normales Leben führen können. Wenn ein Hund unter Diabetes leidet, hat dieser häufig großen Hunger, nimmt aber nicht zu.

Nervosität und Stress

Hunde sind äußerst sensibel und haben ein gutes Gespür dafür, wie unsere Stimmung ist. Auf plötzliche Veränderungen in ihrem Umfeld, Streit in der Familie sowie ähnliche Außeneinflüsse reagieren Sie oft mit Stresssymptomen.

Stress beim Hund lässt sich beispielsweise an Hecheln, Unruhe sowie erweiterten Pupillen erkennen. Dauerstress kann sogar dazu führen, dass der Hund sein Futter verweigert und nicht zunimmt.

Die Stressresistenz ist individuell verschieden. Während sich manche Vierbeiner kaum aus der Ruhe bringen lassen, fangen andere schon bei Kleinigkeiten an Nervös zu werden.

Appetitlosigkeit

Der überwiegende Teil der Hundehalter dürfte mit Appetitlosigkeit beim Hund keine Erfahrung haben. Es gibt aber tatsächlich Vierbeiner, die man regelrecht zum Fressen animieren muss. Das ein Hund, der nicht fressen will nicht zunimmt ist nicht weiter verwunderlich.

Als Halter sollte man der Ursache für das ungewöhnliche Verhalten auf den Grund gehen. Bei Zahnschmerzen, einer Hormonstörung oder etwa einer Autoimmunerkrankung dürfte sich der Hunger durch eine Behandlung wieder wecken lassen.

In anderen Fällen kann es hilfreich sein, dass Futter zu wechseln. Verweigert ein Hund die Nahrungsaufnahme für länger als 24 Stunden raten wir Ihnen, einen Tierarzt zu konsultieren.

Chronischer Durchfall

Nahezu jeder Hund dürfte hin und wieder mal Durchfall haben. Bleibt es bei einer Ausnahme, muss man sich als Halter keine Sorgen machen. Bei chronischem Durchfall sieht die Lage anders aus. Da der Speisebrei nicht richtig verdaut wird, kann es zu Untergewicht und Mangelerscheinungen kommen.

Zu den gängigen Auslösern von chronischem Durchfall und Erbrechen gehören folgende Krankheiten:

  • Nierenprobleme
  • Magen-Darminfekt
  • Infektion der Bauchspeicheldrüse
  • Morbus Addison
  • Lebensmittelunverträglichkeit

Quellen und weiterführende Informationen: Peggy_Marco – pixabay.com

Weitere Beiträge