Hund leckt sich die Pfoten? Ursachen und Behandlung

Ihr Hund leckt sich die Pfoten und Sie wissen nicht warum? In diesem Fall sind Sie bei uns genau richtig. Wir verraten Ihnen, warum Hunde sich die Pfoten lecken und was Sie dagegen tun können.

Warum leckt sich mein Hund die Pfoten?

Die häufigsten Ursachen für Pfoten lecken beim Hund haben wir im folgenden Abschnitt für Sie aufgelistet.

Hefepilze

Wenn man die Haut von Hunden unter dem Mikroskop betrachtet, wird man feststellen, dass dort unterschiedliche Pilze leben.

Hierzu zählt unter anderem auch der sogenannte Malassezia.

Dabei handelt es sich um einen – an und für sich harmlosen – Hefepilz.

Dieser kann sich unter gewissen Umständen jedoch so stark vermehren, dass es zu einem unangenehmen Juckreiz kommt.

Insbesondere Allergien, Feuchtigkeit (durch ständiges Lecken), sowie hormonelle Störungen begünstigen eine Vermehrung des Pilzes.

Um herauszufinden, ob sich Ihr  Hund die Pfoten leckt, weil er dort einen Hefepilz hat, nimmt der Tierarzt eine Probe der Hautzellen.

Zur Behandlung werden spezielle Shampoos und/oder Kortison verwendet.

Fremdkörper

Wenn sich ein Hund die Pfote leckt und/oder daran herumknabbert, liegt der Verdacht nahe, dass sich ein Fremdkörper in die Haut gebohrt hat oder zwischen den Ballen feststeckt.

Daher empfiehlt es sich, die betroffene Pfote gründlich zu untersuchen.

Um besser sehen zu können,  raten wir Ihnen das Fell zwischen den Ballen zu kürzen.

Sollte sich tatsächlich ein Splitter oder ein Kieselstein unter der Haut befinden,  können Sie versuchen, diesen mit einer Pinzette zu entfernen oder unter fließendem Wasser wegzuspülen.

Ist dies nicht möglich bleibt nur der Gang zum Tierarzt.

Hund

Stress, Trauer oder Langeweile

Auch psychologische Ursachen wie Stress, Trauer oder Langeweile können für das potenziell selbst schädigende Verhalten verantwortlich sein.

Häufig handelt es sich um ängstliche sowie unruhige Hunde. Es gibt aber auch  Vierbeiner, die sich schlichtweg unterfordert fühlen und aus purer Langeweile an ihren Pfoten lecken.

Um dem beknabbern der Pfoten entgegenzuwirken eignen sich verhaltenstherapeutische Maßnahmen sowie regelmäßiges Training.

Fachkundige Unterstützung erhalten Sie bei Bedarf von einem erfahrenen Trainer, der sich mit der Psyche von Hunden auskennt.

Verfilzungen

Bei langhaarigen Hunden kann das Fell zwischen den Ballen mit der Zeit verfilzen.

Dadurch gelangt weniger Luft an die Haut, was wiederum unangenehme Entzündungen auslösen kann.

Mit regelmäßiger Fellpflege lassen sich solche Probleme gut verhindern.

Herbstgrasmilben

Herbstgrasmilben sind während des Spätsommers aktiv und können zu einem starken Juckreiz an den Pfoten führen.

Während die ausgewachsenen Milben kein Problem darstellen, saugen sich die winzig kleinen Larven an den Pfoten fest. Dabei sondern sie ein Sekret ab, dass einen starken Juckreiz auslöst.

Hunde, die mit einer Milbenallergie zu kämpfen hatten, sollten in der Zeit zwischen Juli und Oktober möglichst nicht über hochgewachsene Wiesen laufen.

Wenn es dennoch zu einer Reaktion kommt, kann man mit Antiparasitikum gegen die Spinnentierchen vorgehen.

Welpe

Ist das Lecken der Pfoten ein Problem?

Wenn Ihr Hund sich hin und wieder die Pfoten leckt ist dies kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil! Dieses Verhalten gehört zur normalen Körperpflege und ist somit unbedenklich.

Sollte das Pfoten-lecken allerdings überhand nehmen, kann dies schnell zu einem gesundheitlichen Problem führen.

Schlimmstenfalls wird durch das permanente Lecken die Hautbarriere zerstört, so dass Pilze und Bakterien freie Bahn haben und sich die Situation zusätzlich verschlimmert.

Die betroffenen Hunde versuchen den mit einer Entzündung einhergehenden Juckreiz durch Lecken zu bekämpfen, so dass mit der Zeit ein schwer zu durchbrechender Teufelskreislauf entsteht.

Hinzu kommt, dass die Linderung des Juckreizes, welche durch das Lecken erreicht wird dazu führt, dass Endorphine freigesetzt werden.

Dadurch entsteht eine positive Verknüpfung zwischen dem Belecken der Pfote und dem einsetzenden Glücksgefühl, so dass sich Zwangshandlungen entwickeln können.

Pfoten lecken beim Hund verhindern: 5 Tipps

1. Entfernen Sie potenzielle Auslöser aus Ihrer Wohnung

Stoffe, die die Pfoten reizen finden sich nicht nur im Wald und auf der Straße, sondern auch im eigenen Haushalt. Neben Putzmitteln und Schmutz kommen Hausstaubmilben sowie Hautpilze als Auslöser für das Pfotenlecken beim Hund infrage. Um entsprechende Allergene aus der Wohnung zu verbannen, ist es am besten, ausschließlich hundefreundliche Putzmittel zu verwenden. Zudem kann es helfen, das Hundebett und andere Liegeunterlagen wöchentlich zu waschen. Durch gründliches bürsten lässt sich das Wohlbefinden des Vierbeiners zusätzlich verbessern.

2. Pfoten säubern und schützen

Beim Gassi gehen kommen die Pfoten zwangsläufig mit unterschiedlichen Allergenen in Berührung. Dabei kann es sich um Düngemittel, Reinigungsmittel, Pollen oder Streusplit handeln. Um einem Pfotenlecken beim Hund vorzubeugen, sollten Sie es sich zur Gewohnheit machen, die Pfoten nach dem Spaziergang mit klarem Wasser zu waschen. Während des Winters können Sie für zusätzlichen Schutz sorgen, indem Sie nach der Reinigung etwas Hirschtalg auf die Pfoten auftragen.

3. Ausgewogene, artgerechte Ernährung

Wenn es um die Gesundheit geht, spielt die Ernährung eine maßgebliche Rolle. Häufig ist eine Futtermittelunverträglichkeit dafür verantwortlich, dass ein Hund unter Juckreiz leidet, stumpfes Fell hat oder sich an den Pfoten leckt. Glutenfreies Hundefutter sowie frisches Fleisch gelten als hoch bekömmlich und stärken die natürlichen Abwehrkräfte. Als Halter können Sie durch eine gezielte Anpassung der Ernährung zur Reduzierung der beschriebenen Symptome beitragen.

4. Die richtige Klimatisierung gegen Pfotenlecken beim Hund

Speziell Hunde, die sehr sensibel sind, neigen bei hoher Luftfeuchtigkeit oder trockener Heizungsluft zu Hautreizungen. Der Einsatz von Luchtbefeuchtern sowie eine angemessene Klimatisierung kann unerwünschten Reaktionen der Haut vorbeugen.

5. Versorgen Sie Ihren Hund mit Omega Fettsäuren

Lachsöl ist reich an Omega-3 und Omega-6 und wird von vielen Tierärzten zur Nahrungsergänzung empfohlen. Die ungesättigten Fettsäuren unterstützen, die Haut und das Fell. Zudem hat die regelmäßige Einnahme einen positiven Effekt auf das Immunsystem, so dass sich die Wahrscheinlichkeit und Intensität allergischer Reaktionen reduziert.

Hund leckt Pfoten – 4 hilfreiche Hausmittel

Kamillentee: Kamillentee ist nicht nur zur inneren-, sondern auch zur äußeren Anwendung geeignet. Ein Umschlag mit Kamillentee kann die Entzündung bekämpfen und wirkt antibakteriell. Lassen Sie den Tee eine Weile ziehen. Warten Sie, bis dieser abgekühlt ist, bevor Sie den Umschlag auflegen. Alternativ können Sie eine kleine Schüssel mit Kamillentee füllen und darin die Pfoten Ihres Vierbeiners baden.

Kokosöl: Rissige, spröde Pfoten sind kaum geschützt und daher besonders gefährdet zu einer Brutstätte für Bakterien oder Pilze zu werden. Massieren Sie in diesem Fall etwas Kokosöl in die Pfoten ein. Dadurch bildet sich ein hauchdünner Film, der die empfindlichen Ballen schützt und den Heilungsprozess unterstützt.

Honig: Die antibakteriellen Eigenschaften von Honig machten sich bereits die alten Ägypter zunutze. Insbesondere Manukahonig kann gegen den starken Juckreiz und das Lecken der Pfoten helfen. Sie sollten allerdings darauf achten, dass Ihr Hund den Honig nicht gleich wieder abschleckt.

Hundeschuhe: In manchen Fällen ist der Juckreiz so stark, dass sich der betroffene Hund die Pfoten wund leckt. Ein Hundeschuh kann dies verhindern. Da unter dem Schuh ein feuchtes-, warmes Klima entsteht, sollte man diesen jedoch immer wieder mal abnehmen um frische Luft an die Pfoten zu lassen.

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