Hund lässt Rute hängen: Ursachen und Maßnahmen

Ihr Hund lässt seine Rute hängen. Dann ist er entweder verunsichert oder hat sich eine Wasserrute zugezogen. Zudem kann ein herunterhängender Schwanz auf einen Bruch, Schmerzen sowie Stress hindeuten. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die 7 häufigsten Ursachen für dieses Verhalten vor.

Unterwürfigkeit

Die Rangordnung spielt nicht nur bei Wölfen, sondern auch bei Hunden eine wesentliche Rolle. Speziell wenn viele Hunde aufeinandertreffen, die sich nicht kennen muss zunächst geklärt werden, welcher Hund der Ranghöchste ist.

Einige Hunde sind so unsicher, dass Sie permanent ihre Rute hängen lassen, um anderen ihre bedingungslose Unterwürfigkeit zu signalisieren.

Weitere Indikatoren für ein unterwürfiges Verhalten sind:

  • Angelegte Ohren
  • Geduckte Körperhaltung
  • Schlecken der Lefzen
  • Auf den Rücken drehen

Tipp: Insbesondere bei Hunden aus schlechter Haltung oder dem Tierschutz sind häufig verstört und haben ein geringes Selbstbewusstsein. In diesem Fall raten wir Ihnen, sich einem Hundetrainer anzuvertrauen um Ihrem Liebling durch gezielte Übungen mehr Sicherheit zu geben.

Angst

Wenn ein Hund seine Rute hängen lässt, kann dies ein Signal für Angst sein. Speziell wenn der jeweilige Vierbeiner weitere Signale zeigt – etwa angelegte Ohren, geduckte Körperhaltung und/oder weite Pupillen – ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Fellnase Angst hat.

Die gängigsten Auslöser für Ängstlichkeit:

  • Unbekannte Umgebung
  • Lärm
  • Fremde Menschen
  • Dominante Artgenossen
  • Körperliche Züchtigung
  • Ein traumatisierendes Ereignis in der Vergangenheit

Um Ihrem Liebling dabei zu helfen, wieder selbstsicherer und angstfrei zu werden, sollten Sie zunächst herausfinden, wovor sich dieser fürchtet.

Im nächsten Schritt können Sie damit beginnen, Ihren Hund an die vermeintliche Bedrohung zu gewöhnen. Hierbei kann ein erfahrener Hundepsychologe behilflich sein.

Achtung: Hunde, die permanent Angst haben, heben ihre Rute gar nicht mehr an. Da chronischer Stress extrem negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann, gilt in diesem Fall dringender Handlungsbedarf.

Stress

Stress hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Befinden und die Körpersprache. Wenn ein Hund seine Rute hängen lässt, diese aber weder gebrochen- noch verrenkt ist, besteht die Möglichkeit, dass die betroffene Fellnase gestresst ist. Bei Stress schüttet der Organismus die Hormone Adrenalin und Cortisol aus.

Faktoren die zu Stress führen können, sind:

  • Trennungsangst
  • Dauerlärm
  • Mobbing unter Hunden
  • Schlechte Sozialisierung
  • Eifersucht beim Hund
  • Ungewohnte Umgebung

Steht ein Hund unter Dauerstress, wirkt sich dies auf die Gesundheit und die Körpersprache aus. Charakteristische Symptome sind:

  • Hund lässt Rute hängen
  • Unruhiges Verhalten
  • Beschwichtigungssignale
  • Übersprungshandlungen
  • Winseln und Jaulen

Tipp: Am besten ist es, zunächst den Auslöser ausfindig zu machen. Im nächsten Schritt kann man seinem Vierbeiner dann an die Situation gewöhnen handelt und/oder versuchen dem Auslöser aus dem Weg zu gehen.

 

Gebrochene Rute

Klemmt sich ein Hund die Rute ein, kann es passieren, dass dabei die Schwanzwirbel brechen. Folgende Situationen sind besonders kritisch:

  • Starkes Wedeln auf beengtem Raum
  • Ein Auto- oder Fahrradunfall
  • Einklemmen der Rute

Ob sich Ihr Liebling tatsächlich den Schwanz gebrochen hat, lässt sich an diesen Anzeichen erkennen:

  • Berührungsempfindlichkeit
  • Jaulen, Winseln und Zittern
  • Im Kreis laufen
  • Hund lässt Rute hängen
  • Knubbel an der Rute
  • Schonhaltung

Zur Behandlung einer gebrochenen Rute genügt es oftmals, diese zu schienen. Je nach Schweregrad der Verletzung kann allerdings auch ein operativer Eingriff- oder sogar eine Amputation von Nöten sein.

Wichtig: Falls sich Ihr Hund wirklich die Rute gebrochen hat, müssen Sie unbedingt zum Tierarzt. Wenn die Rute nicht richtig verheilt kann es zu unangenehmen Spätfolgen kommen.

Verrenkte Rute

Auch wenn die Rute „nur“ verrenkt ist, wird der betroffene Hund diese nicht heben, um keine Schmerzen zu haben.

Von einer Verrenkung ist immer dann die Rede, wenn sich die Wirbel in der Rute verschieben. Dies passiert beispielsweise, wenn der Hund beim toben in den Schwanz gebissen wird oder wenn er sich die Rute einklemmt. Wird dabei ein Nerv abgeklemmt, ist dies besonders schmerzhaft.

Die Symptome ähneln denen eines Bruchs. Beim Tierarzt wird man versuchen, die Wirbel wieder in ihre ursprüngliche Position zu bringen. Da eine Verrenkung zu einer eingeschränkten Blutzirkulation führen kann, raten wir Ihnen dringend einen Veterinär aufzusuchen.

Rückenschmerzen

Hunde sind deutlich härter im Nehmen und zeigen ihre Schmerzen nur dann, wenn diese unerträglich sind. Dies liegt daran, dass wildlebende Wölfe und Hunde vom Rudel zurückgelassen oder sogar attackiert werden, wenn sie geschwächt sind.

So kann es passieren, dass ein verschobener Rückenwirbel oder ein Bandscheibenvorfall wochenlang nicht auffallen. Da sich Probleme mit dem Rücken auch auf die Rutenhaltung auswirken, lassen sich Rückenschmerzen mit einem aufmerksamen Auge dennoch erkennen

Anhand dieser Signale lassen sich Rückenschmerzen beim Hund erkennen:

  • Schnappen, zucken oder Winselt bei Berührungen des Rückens
  • Hund lässt Rute hängen
  • Schwanken und Taumeln
  • Probleme beim Kot absetzen
  • Nervosität
  • Schonverhalten und Abgeschlagenheit
  • Hund macht einen Katzenbuckel

Wasserrute

Eine Wasserrute beim Hund ist eher selten. Erkennbar ist eine Wasserrute daran, dass der Hund seine Rute nach unten hängen lässt und auf Berührungen sensibel reagiert. Weitere Symptome sind:

  • Ständiges beknabbern und belecken der Rute
  • Ungewöhnliche Sitzhaltung (Schonhaltung zur Vermeidung von Schmerzen)
  • Abgeschlagenheit
  • Gesträubtes Fell
  • Das Koten und Urinieren wird vermieden
  • Schmerzlaute

Wie es zu einer Wasserrute kommt ist bislang ungeklärt. Man vermutet, dass sich das Phänomen auf eine Überbelastung im kalten Wasser zurückführen lässt.

Daraus resultiert eine Muskelentzündung, welche zur Folge hat, dass sich die Durchblutung der Muskeln in der Rute verschlechtert. Die Mangelversorgung verursacht ein Micro-Traumata, welches unbedingt behandelt werden muss.

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