Alter Hund ist blind und taub: Ist das noch lebenswert?

Mein alter Hund ist blind und taub, ist das noch lebenswert?

Um diese Frage sachlich und im Sinne des Hundes zu beurteilen, sollten Sie acht Kriterien anwenden und beurteilen.

1. Hat Ihr Hund starke Schmerzen?

Um die Lebensqualität eines Tieres zu beurteilen ist Schmerz das wichtigste Kriterium. 

Leidet Ihr Hund an Schmerzen? Bekommt er Schmerzmittel, die in der Höhe ihrer Dosierung nicht ausreichend sind? Überwiegen die damit verbundenen Nebenwirkungen gegenüber den positiven Auswirkungen? Dies sind Fragen, die Sie in diesem Zusammenhang ehrlich und emotionsfrei beantworten sollten.

2. Hat Ihr Hund noch Appetit?

Essen ist ein essentielles Bedürfnis. Hat Ihr Liebling noch Freude am Fressen? Frisst er alleine oder muss er zwangsernährt werden? Es gibt Medikamente, die den Appetit des Hundes steigern können. Geht es ihm damit besser? Muss eine Magensonde gelegt werden, um ihn am Leben zu erhalten?

Auch diese Fragen sollten im Sinne Ihres treuen Gefährten ehrlich beantwortet werden.

3. Trinkt Ihr Hund Wasser?

Die Aufnahme von Wasser ist lebensnotwendig und unabdingbar. Sollte Ihr Hund Zeichen von Dehydrierung zeigen, muss gehandelt werden. Klares Anzeichen dessen ist, wenn die Haut Ihres Hundes, die Sie an den Schultern hochziehen, nicht schnell zurückspringt. Dauert dies eine Weile oder bleibt sie in einer erhabenen Stellung deutet dies auf eine Dehydrierung hin. Hier besteht die Möglichkeit Flüssigkeit per Tropf oder unter die Haut gespritzt hinzuzufügen. 

4. Ist Ihr Hund in der Lage seine Grundfunktionen auszuführen?

Riecht das Fell Ihres Hundes? Ist es stumpf und verfilzt? Kann Ihr Hund sich nach dem Kotabsetzen nicht selbständig aufrichten, sondern bleibt im Kot sitzen? Kann er Blasen- und Darmfunktion nicht mehr selbstständig steuern, sondern uriniert oder kotet in der Wohnung? Ein derartig eingeschränktes Verhalten beeinträchtigt die Lebensqualität Ihres Lieblings beträchtlich.

5. Hat Ihr Hund Freude am Leben?

Wirkt Ihr Liebling zufrieden? Geht er noch Gassi? Hat er Freude am gemeinsamen Zusammensein? Zeichen von Ängstlichkeit, sich zurückziehen, Depressionen können Anzeichen von Schmerzen sein. Der Hund verabschiedet sich langsam aus dem Leben.

6. Kann Ihr Hund noch sitzen, stehen und gehen?

Hunde sind Lauftiere, daher ist für sie Mobilität unabdingbar. Ist diese durch Krampfanfälle oder neurologische Erkrankungen beeinträchtigt? Schlingen oder ein Geschirr können hilfreiche Dienste leisten. Hunde mit schmerzenden Gelenken können medikamentös eingestellt werden, um ihnen das Laufen zu erleichtern.

7. Wie aufmerksam ist Ihr Hund?

Reagiert Ihr Hund auf die ihn umgebende Außenwelt? Oder wirkt er in sich gekehrt, ängstlich und lethargisch? Positive Reaktionen auf seine Umgebung sind Schwanz werden, den Kopf heben die Ohren bewegen.

8. Wie ist das Verhältnis von Schmerz gegenüber Vergnügen?

Überwiegen eher die guten Tage im Leben Ihres Hundes oder die schlechten? Markieren Sie im Kalender oder einem Heft gute und schlechte Tage Ihres Hundes. Gute Tage sind dabei diejenigen, wo Ihr Liebling sich freut, auf Sie reagiert, aufmerksam wirkt und  aktiv ist. Schlechte Tage gehen einher mit Schwäche, lethargischem Verhalten, Durchfall, Erbrechen oder Schmerzen. 

Quellen und weiterführende Informationen: Schwoaze – pixabay.com

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