Hot Spot beim Hund: Ursachen und Behandlung

Nahaufnahme eines Hot Spots

In den Sozialen Netzwerken und beim Kaffeeklatsch in der Hundeschule hört man immer wieder von einem Hot Spot beim Hund. Was genau ein Hot Spot ist, wie Sie erkennen können ob Ihr Hund einen Hot Spot hat und welche Mittel zur Behandlung eines solchen geeignet sind verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Hot Spot beim Hund – was ist das?

In der Tiermedizin wird ein Hot Spot auch als pyotraumatische Dermatitis bezeichnet. Darunter versteht man ein nässendes Ekzem, dass sich kreisförmig auf der Haut ausbreitet.

Der unter Hundehaltern verbreitete Begriff Hot Spot – zu Deutsch „heißer Punkt“ – lässt sich auf die Tatsache zurückführen, dass ein solches Ekzem meist heiß und rot ist.

Zudem löst ein Hot Spot einen massiven Juckreiz aus.

In einigen Fällen geht sogar ein unangenehmer Geruch von dem Ekzem aus.

Symptome für einen Hot Spot

Damit Sie die Bildung eines Hot Spots beim Hund so früh wie möglich erkennen können, haben wir die häufigsten Symptome für Sie zusammengefasst und unten für Sie aufgelistet.

  • Runde Entzündung der Haut mit einem Durchmesser zwischen 1 und 10 Zentimeter
  • Starker Juckreiz, den der Hund durch Kratzen, lecken und/oder knabbern stillen will
  • Ein Hot Spot ist meist nässend. Gegebenenfalls bildet sich Eiter
  • Rötliche bis gelblich glänzende Färbung
  • Das Fell rund um den Hot Spot ist hart und verklebt
  • Fellverlust an der betroffenen Stelle
  • Unangenehmer Geruch
  • Einige Hunde reagieren mit Fieber, Unruhe und Wesensveränderungen

Erscheinungsformen und Aussehen

Bei Hot Spots differenziert man zwischen einer „oberflächlichen“ und einer „tiefen“ Form. Auf den Unterschied zwischen den beiden Erscheinungsformen und die Besonderheiten gehen wir im nächsten Abschnitt genauer ein.

Oberflächliche Hot Spots

Oberflächliche Hot Spots treten deutlich häufiger auf als tiefe. Charakteristisch für Hot Spots dieser Art ist ein nässender, haarloser Bereich in der Mitte des Ekzems, welcher von einem rötlichen Rand umgeben wird. Das umliegende Fell ist nass beziehungsweise verklebt.

Tiefe Hot Spots

Wie oberflächliche Hot Spots ist auch die tiefe Form rund, haarlos und kreisrund. Während Oberflächliche sich klar von der Umgebung abgrenzen befinden sich in der Nähe tiefer Hot Spots meist kleinere Pusteln. Diese sind oftmals erst dann sichtbar, wenn das umliegende Fell geschoren wird. Tiefe Hot Spots sind meist stark geschwollen.

Hund

Mögliche Ursachen für einen Hotspot

Als möglicher Auslöser für einen Hot Spot beim Hund kommen verschiedene Ursachen infrage.

Häufig entsteht ein Hot Spot aufgrund einer kleinen Verletzung, eines Zeckenbisses oder einer allergischen Reaktion.

Auch eine Ohrenentzündung sowie ein Befall mit Ohrmilben gilt als gängige Ursache für ein Ekzem. Darüber hinaus kann eine Futtermittelallergie oder Stress zur Bildung eines Hot Spots führen.

In den meisten Fällen fügt sich der Hund den Hot Spot durch intensives Lecken und Kratzen selbst zu.  Die Bakterien sowie der Dreck die infolge dieses Verhaltens in die Wunde kommen verschlimmern die Situation zusehends, so dass ein Kreislauf beginnt, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Mein Hund hat einen Hotspot – was soll ich tun?

Falls Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund einen Hot Spot hat sollten Sie ihn umgehend zum Tierarzt bringen.

Dieser kann eine gesicherte Diagnose stellen und anhand dieser eine Strategie zur Behandlung des Hot Spots entwerfen.

In der Regel wird das Fell rund um den Hot Spot abrasiert. Auf diese Art und Weise ist dieser besser zugänglich und eine weitere Verunreinigung der Wunde wird verhindert.

Im nächsten Schritt wird der Hot Spot gesäubert und mit Octenisept oder einem anderen geeigneten Mittel desinfiziert. Dieses Prozedere kann – je nach Ausmaß des Ekzems – äußerst schmerzhaft für den Hund sein.

Anschließend wird dem Hund meist ein Antibiotikum und gegebenenfalls auch ein Mittel gegen den Juckreiz verabreicht.

Brauner Hund mit einem Hotspot

Was macht die Behandlung des Hot Spots so problematisch?

Wenn man sich über das Thema Hot Spots beim Hund informiert liest man immer wieder von Hundehaltern, die seit Ewigkeiten versuchen, dass Ekzem in den Griff zu kriegen.

Der Grund dafür, dass Hot Spots so schwer abheilen liegt in der Tatsache, dass die entzündete Stelle immer wieder angeknabbert oder abgeleckt wird. Auf diese Art und Weise wird der Heilungsprozess ständig unterbrochen und kann sich schlimmstenfalls über mehrere Monate hinziehen.

Erste Hilfe Maßnahmen bei Hot Spots

Um Ihrem Hund bei einem Hot Spot zu helfen und den natürlichen Heilungsprozess zu unterstützen können Sie folgende Maßnahmen treffen:

  • Scheren Sie die Stelle rund um den Hot Spot. So können Sie sich ein besseres Bild vom Ausmaß des Ekzems machen und dieses besser behandeln. Außerdem kann durch die Entfernung des Fells Luft an die Wunde gelangen. Keimen und Bakterien, die sich im feuchtwarmen Klima des Unterfells wohlfühlen wird auf diese Art die Lebensgrundlage entzogen.
  • Waschen Sie den Hot Spot gründlich, aber vorsichtig mit dreiprozentigem Wasserstoffperoxid. Alternativ können Sie hierzu auch eine Jodzubereitung aus der Apotheke oder Kolloidales Silber für Hunde  verwenden.
  • Mit einem Leckschutz können Sie sicherstellen, dass Ihr Liebling sich nicht an dem Ekzem zu schaffen macht. Die Verwendung eines Leckschutzes ist besonders während der Nacht empfehlenswert, macht aber auch dann Sinn, wenn der Vierbeiner allein bleiben muss. Während Ihrer Anwesenheit können Sie auf den Leckschutz verzichten sollten Ihren Hund aber dennoch gut im Auge haben.

Hausmittel gegen einen Hotspot

Zinksalbe: Zinkoxid hat eine desinfizierende Wirkung. Zudem unterstützt die Creme die Heilung nässender Wunden, und ist somit Sie für die Behandlung eines Hotspots optimal. Da Zinkoxid für Tiere giftig ist, sollten Sie unbedingt sicherstellen, dass Ihr Hund die Creme nicht ablecken kann.

Betaisadona: Die antiseptische Lösung kann zur unterstützenden Behandlung des Hotspots verwendet werden. Hauptwirkstoff der rezeptfreien Lösung ist Iod.

Johanniskraut: Sie können eine Tinktur aus Johanniskraut und Calendula herstellen und diese verwenden, um die betroffene Stelle zu reinigen. So lässt sich der Hotspot desinfizieren und das Bakterienwachstum eindämmen.

Wichtig: Kokosöl ist nur bedingt geeignet und sollte daher nur dann verwendet werden, wenn dies vom Tierarzt empfohlen wurde. Es besteht die Gefahr, dass sich die Bakterien unter der entstehenden Fettschicht ausbreiten.

Ist ein Hot Spot ansteckend?

Wenn Sie mehr als einen Hund haben oder Angst haben, selbst eine Hot Spot zu bekommen müssen Sie sich keine Sorgen machen. Ein Hot Spot ist weder für Hunde noch Menschen oder andere Tiere ansteckend.

Allerdings geht eine gewisse Gefahr von dem Verursacher des Hot Spots aus. Sollte dieser aufgrund von Hautpilz oder eines Parasitenbefalls entstanden sein, besteht die Möglichkeit, dass sich die Erreger auf ein anderes Tier übertragen und dort auch ein Leckekzem auslösen.

Solange, bis die Ursache für den Hot Spot abschließend geklärt wurde sollten Sie Ihre Hunde sicherheitshalber voneinander trennen.

Wie kann ich einem Hot Spot vorbeugen?

Um der Entstehung eines Hot Spots beim Hund- und der damit einhergehenden Behandlung vorzubeugen sollten Sie Ihren Hund regelmäßig durchchecken. Achten Sie dabei auf Parasiten, Verletzungen sowie Verfilzungen und ergreifen Sie falls notwendig entsprechende Maßnahmen. Insbesondere bei langhaarigen Vierbeinern ist gründliche Fellpflege das A und O.

Häufige Fragen zum Thema Hotspot beim Hund

ist ein Hotspot beim Hund gefährlich?

Nein, Obwohl ein Hotspot äußerst unangenehm ist, handelt es sich dabei nicht um eine gefährliche oder gar lebensbedrohliche Erkrankung. Bedrohlich kann es allerdings bei einer Sekundärinfektion werden. Damit einhergehend fängt die Wunde oftmals an zu schmerzen und zu eitern. Schlimmstenfalls dringen die Erreger dann in den Körper ein, so dass das Risiko einer tödlichen Sepsis besteht.

Wie lange dauert es, bis ein Hotspot verheilt ist?

Dies hängt davon ab, wie schnell der Hotspot erkannt wird und wie konsequent dieser behandelt wird. Im besten Fall ist die Entzündung nach etwa zwei Wochen verheilt. Im ungünstigsten Fall kann sich die Heildauer jedoch über mehrere Monate strecken.

Quellen und weiterführende Informationen

Titelbild: depositphotos.com – rinzz.hotmail.com

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