Hat mein Hund genug Auslauf?

Um sich wohlzufühlen brauchen die meisten Hunde ein gewisses Maß an Bewegung. Damit Sie Ihren Hund nicht über- oder unterfordern verraten wir Ihnen im folgenden Artikel, woran Sie erkennen können, ob Ihr Hund genug Auslauf hat.

Wie viel Auslauf braucht mein Hund?

Jeder Hund hat einen individuellen Bewegungsbedarf. Um herauszufinden, ob Ihr Hund genug Auslauf bekommt oder nicht hängt in erster Linie von diesen Faktoren ab:

Alter

Wenn Sie sich fragen, ob Ihr Hund genügend Auslauf hat, sollten Sie folglich unbedingt dessen Alter berücksichtigen.

Während Junghunde scheinbar stundenlang laufen und rennen könnten ohne müde zu werden, lassen es Hundesenioren gerne etwas ruhiger angehen.

Welpen sowie Junghunde, die sich noch im Wachstum befinden dürfen, nicht zu viel laufen.

Damit es nicht zu irreparablen Schäden an den Gelenken kommt raten viele Tierärzte dazu sich – zumindest grob – an die „5 Minuten Regel“ zu halten. Diese besagt, dass Welpen sich pro Lebensmonat fünf Minuten am Stück bewegen dürfen.

Gesundheitszustand

Wie bei uns Menschen kann es auch bei Hunden zu Problemen mit dem Bewegungsapparat kommen.

Arthrose, HD und ähnliche Erkrankungen können die Bewegungsfähigkeit erheblich einschränken. Die mit entsprechenden Krankheiten einhergehenden Schmerzen sorgen häufig dafür, dass die betroffenen Vierbeiner nicht mehr dazu in der Lage durch den Wald zu rennen und zu toben.

Falls Ihr Vierbeiner gesundheitlich eingeschränkt ist, sollten Sie die Länge der Spaziergänge entsprechend anpassen.

Damit Ihrem Liebling trotz zu wenig Auslauf nicht langweilig wird empfehlen wir Ihnen auf Intelligenzspielzeuge oder ähnliche Beschäftigungsmöglichkeiten zurückzugreifen.

Rasse

Wie viel Auslauf ein Hund braucht hängt unter anderem auch von der Rasse ab.

Hunderassen wie der Siberian Husky, der Rhodesian Ridgeback oder der Border Collie wurden ursprünglich dazu gezüchtet, weite Strecken zurücklegen zu können.

Sowohl der athletische Bewegungsapparat- als auch das Energielevel entsprechender Rassen sind auf ein hohes Aktivitätslevel ausgerichtet.

Besonders große/schwere Hunderassen wie beispielsweise Molosser verfügen von Natur aus über ein geringeres Aktivitätslevel und geben sich in der Regel auch mit wenig Auslauf zufrieden.

Kleine Hunde stecken zwar oft voller Energie und laufen gerne und viel, können aber schon aufgrund ihrer Physionomie keine allzu großen Distanzen bewältigen.

Alternative Beschäftigungen

Wenn Sie mit Ihrem Vierbeiner beim Hundesport aktiv sind oder diesen andersartig auslasten, benötigt dieser weniger Auslauf als ein Hund, der ausschließlich als Familienhund gehalten wird.

Mögliche Anzeichen für zu wenig Auslauf

Wenn Hunde zu wenig Auslauf erhalten und sich unterfordert fühlen entwickeln sich häufig unerwünschte Verhaltensweisen.

Folgende Indizien können darauf hindeuten, dass Ihr Hund nicht genug Bewegung bekommt.

Übergewicht

Fettpölsterchen sind ein Anzeichen dafür, dass Ihr Hund nicht genug Bewegung bekommt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken sollten Sie nicht nur Ihre gemeinsamen Spaziergänge ausdehnen, sondern auch die Ernährung Ihres Hundes überdenken.

Minderwertiges und/oder zu viel Futter in Kombination mit zu wenig Auslauf macht sich bei Vierbeinern, die zu Übergewicht neigen schnell bemerkbar.

Zerstörerisches Verhalten

Ein weiteres Signal für zu wenig Auslauf stellen zerstörerische Verhaltensweisen dar. Falls Ihr Hund anfängt, die Einrichtung zu zerlegen oder den Müll in der Wohnung verteilt, könnte dies auf einen Bewegungsmangel zurückzuführen sein. Viele Hunde legen entsprechende Verhaltensweisen an den Tag, um überschüssige Energie loszuwerden und ihre Frustration abzubauen.

Unruhe

Wenn Ihr Hund zuhause nicht zur Ruhe kommt und statt zu schlafen im Wohnzimmer umherläuft deutet dies auf zu wenig Auslauf hin. Auch wenn ihr Liebling nach dem Gassi gehen nicht nachhause will und/oder ohne Unterbrechung toben möchte sollten Sie über ein eventuelles Bewegungsdefizit nachdenken.

Antriebslosigkeit

Hunde, die nicht genug Auslauf kriegen leiden häufig unter Depressionen. Falls sich Ihr Hund zuhause zurückzieht, antriebslos und desinteressiert wirkt, könnte dies an zu wenig Bewegung liegen.

Steife Gelenke

Wer rastet der rostet. Dieser Spruch trifft auch auf Hunde zu, die zu wenig Auslauf bekommen.

Wenn Ihr Hund nicht mehr so schnell hochkommt wie früher, Probleme beim Treppensteigen hat oder nicht aufs Sofa kommt sind dies eindeutige Warnzeichen.

Zu wenig Bewegung führt sowohl bei Menschen als auch bei Hunden dazu, dass die Muskeln verkümmern. Um Ihren Liebling fit und agil zu halten ist ausreichend körperliche Aktivität das A und O.

Übermäßiges Bellen und Aggressionen

Wenn Ihr Vierbeiner anfängt, sich an der Leine wie eine Bestie zu gebärden oder plötzlich zum Kläffer wird hängt dies vielleicht mit einem Bewegungsmangel zusammen.

Wichtig: Die oben beschriebenen Symptome müssen nicht zwangsläufig mit zu wenig Auslauf zusammenhängen. Lassen Sie Ihren Vierbeiner in jedem Fall vom Tierarzt durchchecken.

Wie viel Auslauf braucht mein Hund – Faustregel

Wie oben bereits beschrieben kann man nicht genau sagen wie viel Auslauf ein Hund benötigt. Damit Sie trotzdem abschätzen können, ob Ihr Vierbeiner genügend Auslauf bekommt, können Sie sich – grob – an dieser Faustregel orientieren:

Welpen, Junghunde, die sich noch im Wachstum befinden sowie kleine Hunde (Widerristhöhe bis 35 Zentimeter) sollten mehrmals täglich für 15 bis 30 Minuten ausgeführt werden. Achten Sie dabei darauf, dass Ihr Liebling auch mal toben kann.

Für größere, ausgewachsene Hunde sind zwei längere Runden (etwa eine Stunde) angemessen.

Laufhunderassen mit langen Beinen und einem athletischen Körperbau brauchen noch etwas mehr Auslauf. Um einen Hund mit einem solchen Aktivitätslevel angemessen auszulasten eignet sich eine zusätzliche Bewegungseinheit zum Schwimmen, Toben, Fahrradfahren oder Joggen.

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