Alten Hund impfen: Ja oder nein?

Obwohl es an- und für sich wichtig ist, dass Hunde immer aktuell geimpft sind, gibt es bei älteren Hunden einige Faktoren zu berücksichtigen. In diesem Beitrag werden wir die Vor- und Nachteile von Impfungen bei älteren Hunden beleuchten und die Risiken sowie mögliche Nebenwirkungen dieser Impfungen gegeneinander abwägen. 

Wie funktionieren Impfungen eigentlich?

Eine Impfung beim Hund funktioniert ähnlich wie beim Menschen. Der Hund erhält eine Injektion, die entweder eine tote oder inaktivierte Form eines bestimmten Virus oder Bakteriums enthält. Dadurch wird das Immunsystem des Hundes stimuliert und dazu angeregt, Antikörper gegen zu produzieren.

Wenn der Hund später tatsächlich mit dem Virus oder Bakterium in Kontakt kommt, ist das Immunsystem des Hundes dazu in der Lage, auf die Infektion zu reagieren und diese zu bekämpfen.

Es gibt verschiedene Arten von Hundeimpfungen, die je nach Alter und Lebensstil des Hundes empfohlen werden.

Ist es ratsam, ältere Hunde im selben Abstand zu impfen wie junge Hunde?

Die Häufigkeit von Impfungen kann sich im Laufe eines Hundelebens verändern. Ob ein älterer Hund den gleichen Impfschutz wie ein junger Artgenosse benötigt, hängt in erster Linie davon ab, ob eine Grundimmunisierung vorgenommen wurde oder nicht.

Die Grundimmunisierung erfolgt ab einem Alter von etwa 8-12 Wochen und ist meist mit dem 15. Lebensmonat abgeschlossen. Im Rahmen der Grundimmunisierung sind die Abstände zwischen den einzelnen Impfungen relativ kurz.

Je nach Impfung wird der Impfschutz später jährlich oder alle drei Jahre aufgefrischt (dies ist beispielsweise bei der Staupe-Impfung der Fall).

Statt quasi “blind” zu impfen, können Hundehalter auch einen Antikörpertest durchführen lassen. So lässt sich feststellen, ob eine Impfung wirklich notwendig ist oder ob noch ausreichend Antikörper vorhanden sind.

Im Gegensatz zu uns Menschen gibt es bei alten Hunden keine Anhaltspunkte dafür, dass die Immunkompetenz abnimmt. Es gibt daher keinen wirklichen Grund, ältere Hunde häufiger impfen zu lassen. Ob ein älterer Hund eine Impfung bekommt oder nicht und wenn ja in welchem Abstand, sollte daher immer individuell entschieden werden.

Ebenfalls interessant: 

Kommen ältere Hunde genauso gut mit Impfungen klar wie jüngere Hunde?

Ob ein älterer Hund genauso gut mit Impfungen klarkommt, wie ein jüngeres Tier, lässt sich pauschal nicht sagen. Wie gut- oder schlecht eine Impfung vertragen wird, hängt vom Gesundheitszustand des jeweiligen Hundes sowie weiteren Faktoren ab.

Die Impfstoffe die heutzutage zum Einsatz kommen, gelten als unbedenklich und werden von gesunden Hunden – unabhängig vom Alter – gut vertragen. Es gibt allerdings bestimmte Krankheiten, von denen ältere Hunde häufiger betroffen sind.

Tumore beispielsweise stellen eine Belastung für den gesamten Organismus dar und schwächen die Abwehrkräfte. Ein alter Hund der entsprechend vorbelastet ist, sollte keine unnötige Impfung bekommen, da eine solche das Immunsystem zusätzlich

Gibt es Impfungen, die für ältere Hunde besonders wichtig sind?

Impfungen, die im Alter wichtiger werden, gibt es bei Hunden nicht. Es gibt allerdings einige Impfungen, die unabhängig vom Alter und dem Wohnort, empfohlen werden (sogenannte Core-Vakzinen).

Hierzu zählen folgende Impfungen:

  • Tollwut
    Staupe
    Leptospirose
    Parvovirose
    Hepatitis

Folgende Impfungen sind nur unter bestimmten Voraussetzungen notwendig:

  • Bordetella
    Herpesvirus
    Parainfluenza
    Borreliose
    Babesiose

Was passiert, wenn ein alter Hund nicht geimpft wird?

Ältere Hunde sind ebenso gefährdet, zu erkranken wie junge Hunde. Ein mangelnder Impfschutz kann das Risiko einer schweren Erkrankung zusätzlich erhöhen. Dennoch gibt es keinen unmittelbar ersichtlichen Effekt, falls ein älterer Hund nicht geimpft wird.

Weitere Beiträge